© Walt Disney
US-Update vom 15. November

Spitzen-Start für Disney+, Pläne für "Friends"-Reunion

 

Disney+ hatte schon nach dem ersten Tag zehn Millionen registrierte Nutzer und damit die Erwartungen klar übertroffen. Unterdessen gibt's nebulöse Pläne für eine "Friends"-Reunion, Eddie Murphy schießt gegen Netflix und "Brooklyn Nine-Nine" geht weiter.

von Regine Pfaff, Uwe Mantel
15.11.2019 - 12:38 Uhr

Disney+© Walt Disney
Disney zeigt sich sehr zufrieden mit dem Start seines Streaming-Angebots Disney+: Schon nach dem ersten Tag habe es zehn Millionen registrierte Nutzer gegeben. Damit liegt man deutlich über den Erwartungen: Analysten hatten etwa acht Millionen Abonnenten bis zum Jahresende prognostiziert. Disney selbst hat als Ziel bis 2024 60 bis 90 Millionen Nutzer ausgegeben. Noch ist allerdings Vorsicht geboten - denn alle diese Nutzer sind momentan noch in der Gratisphase. Wie viele davon nach einer Woche das 6,99 Dollar teure Abo auch tatsächlich abschließen, bleibt also abzuwarten. Dass Disney auch selbst vom Ansturm überrascht war, lässt sich allerdings auch an den technischen Problemen ablesen, die es in den ersten Stunden nach dem Start des Angebots gegeben hatte. Etliche Nutzer konnten sich entweder gar nicht einloggen oder hatten Probleme beim Abruf der Streaming-Inhalte. Disney bekam die Probleme aber im Lauf des Tages in den Griff. An der Börse kamen die Zahlen in jedem Fall gut an: Direkt nach Bekanntwerden der Zahlen zog die Aktie um 4 Prozent an. Disney+ hat unterdessen noch für andere Schlagzeilen gesorgt: Weil über den Dienst nun auch viele Jahrzehnte alte Inhalte abgerufen werden können, stellt Disney diesen einen Warnhinweis voran, dass die Filme "veraltete kulturelle Darstellungen" enthalten könnten. In anderen Warnungen heißt es, dass teils Vorurteile bedient werden, die zur Entstehungszeit noch Allgemeingut waren, aus heutiger Sicht aber inakzeptabel seien.

 

Eddie Murphy in Beverly Hills Cop© Paramount Pictures
Eddie Murphy schießt gegen Netflix. Zumindest mit einer Schreckschusspistole. Obwohl es die Filmbiografie "Dolemite Is My Name" über die Rap-Legende Rudy Ray Moore momentan beim Streamingdienst zu sehen gibt und er dafür mit viel Kritikerlob ausgezeichnet wird, erzürnt ihn eine andere Angelegenheit, die mit dem Franchise um den "Beverly Hills Cop" zu tun hat. Der vierte Teil, ein Sequel mit ihm als Detektiv Axel Foley, ist offiziell von ihm bestätigt, allerdings wird dieses nicht wie die drei Vorgängerfilme von Paramount Pictures verantwortet. An der Reihe ist auch dort Streamingdienst Netflix, der die Lizenzrechte von Paramount Pictures erworben hat. Das stößt Murphy auf, wie er bei Instagram schrieb. So mag er die Vorstellung nicht, "dass dieser Film aller Filme primär bei einem Streamingdienst läuft" und eben nicht im Kino. Er wolle nicht zuletzt wenigstens in der Lage sein, den Film "auf DVD oder Blu-ray kaufen zu können". Allerdings findet er auch versöhnliche Worte, denn wenn Netflix mit an Bord sei, laufe die Sache zumindest. Und mit Paramount Pictures endet die Zusammenarbeit deswegen auch nicht. Der 58-jährige Hollywood-Star soll in eine alt bekannte Rolle schlüpfen: "Der Prinz aus Zamunda" steht vor einer Fortsetzung zusammen mit Paramount Pictures.

Friends© Comedy Central
"Gute Freunde kann niemand trennen" sang einst Franz Beckenbauer. 25 Jahre ist es her, dass die Sitcom "Friends" bei NBC das Licht der Welt erblickte und dann zehn Jahre lang über den Schirm lief. Schöne Jubiläen also um im Jahr 2019 und damit 15 Jahre nach dem Ende eine Reunion anzudeuten. Und mit von der Partie sind alle sechs: Jennifer Aniston, Lisa Kudrow, Courtney-Cox, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer. Allerdings, so wird kolportiert, könnte es sich dabei lediglich um eine Art Get-together zusammen mit den Schöpfern David Crane und Marta Kauffman bei HBO Max handeln, um nochmals gemeinsam alte Zeiten mit Erinnerungen aufleben zu lassen. Das aber gemeinsam vor der Kamera und ohne Drehbuch. Auch wenn keine offiziellen Pläne bekannt sind, gilt es als unwahrscheinlich, dass nochmals ein Reboot wie es beispielsweise beim jüngst eingestellten "BH90210" und den ehemaligen Stars von "Beverly Hills, 90210" der Fall war, entstehen könnte. Bekanntlich wird "Friends" mit dem Start von HBO Max im Mai 2020 dort beheimatet sein. Ein "Friends"-Special wäre also alles andere als uneigennützig, um den Dienst zu pushen.

Amazon© Amazon
Oscarpreisträger Woody Allen und Amazon haben ihren Streit vor Gericht beigelegt, bei dem es um Vertragsbruch ging. Allen hatte im Februar Klage in Höhe von 68 Millionen US-Dollar Schadensersatz beim Bundesgericht von Manhattan eingelegt. Aufgrund von Missbrauchsvorwürfen gegen den Filmemacher, die vor allem im Rahmen der #MeeToo-Bewegung nochmals an Fahrt aufnahmen, distanzierte sich Amazon von dem 83-Jährigen und beendete die Zusammenarbeit mit ihm. Woody Allens Adoptiv-Tochter Dylan Farrow gab an, als Siebenjährige im Haus der Eltern missbraucht worden zu sein - zudem sprach Allen von einer Hexenjagd-Atmosphäre in Bezug auf Harvey Weinstein, was Amazon missfiel. Das Problem: es bestand eine Vereinbarung zur Produktion und zum Vertrieb von insgesamt vier Filmen. Zu dieser Zeit war bereits ein Film des Quartetts, "A Rainy Day in New York" fertig, der jedoch entgegen der Vereinbarung nicht bei Amazon erscheinen sollte. Allen wiederum konterte damit, dass es sich um "25 Jahre alte, haltlose Anschuldigungen" gegen ihn handle und Amazon über Missbrauchsvorwürfe im Vorfeld wusste. So wählte er den Weg über die Justiz, wo die Verhandlungen über Vertragsbruch nun rund neun Monate später den Abschluss fanden.

Champions League© Uefa
CBS hat sich überraschend die Übertragungsrechte für die UEFA Champions League gesichert. Ab 2021 kann man über 400 Spiele pro Jahr übertragen. CBS nutzt das als Inhalt für seinen Streaming-Dienst CBS All Access, will ausgewählte Spiele aber auch auf dem Network CBS selbst übertragen. CBS All Acces streamt bislang zwar schon Football-Spiele, allerdings non-exklusiv. Es ist das erste Mal, dass man hier Exklusiv-Rechte erworben hat. Auch die Disney-Tochter ESPN, NBCUniversal und Fox haben sich um die Rechte bemüht, gingen nun aber leer aus. Die spanischsprachigen Übertragungsrechte gingen wohl erneut an Univision.

Ricky Gervais© djtomdog (CC BY-SA 2.0)
Die nächste Verleihung der Golden Globes könnte wieder einen Blick wert sein - denn NBC holt Ricky Gervais als Gastgeber des bends zurück. Er übernimmt diesen Part nun zum bereits fünften Mal. Schon 2010, 2011, 2012 und 2016 hatte er durch den Abend geführt - stets mit sehr spitzer Zunge und mit etlichen Gemeinheiten gegen die anwesenden Schauspieler und Nominierten gespickt. Auch diesmal dürfte er sich kaum zurückhalten, zumal er - mal wieder - angekündigt hat, dass er das nun wirklich zum allerletzten Mal machen wolle, also keine Rücksicht auf eine erneute Verpflichtung nehmen müsse. "Der Raum ist immer fühlbar elektrisiert, wenn Ricky die Globes-Bühne betritt", umschreibt Paul Telegdy, NBC-Entertainment-Chef die lage. "Seine Rückkehr als Zeremonienmeister der Golden Globes wird mit Spannung erwartet. Sicher ist nur, dass er für einen unerwarteten Abend sorgen wird. Wir können kaum erwarten zu sehen, was er diesmal im Ärmel hat." Die Verleihung findet diesmal am 5. Januar statt.

Abgesetzt oder verlängert

Brooklyn Nine-Nine© RTL Nitro/NBC Universal
"Brooklyn Nine-Nine": Die Comedy mit Andy Samberg darf sich der Zahl im Titel nähern. Im Februar wird zunächst die siebte Staffel bei NBC zur Ausstrahlung stehen und dennoch hat der Sender der Polizei-Comedy bereits jetzt eine achte Staffel ausgegeben. Die Vorfreude auf die Schlagzeile '"Brooklyn Nine-Nine" um eine neunte Staffel' verlängert steigt also. Die einst von Fox abgesetzte und von NBC gerettete Serie entwickelt sich immer mehr zum Langstreckenläufer.

"Fresh Off the Boat": ABC verabschiedet sich nach sechs Staffeln von "Fresh Off the Boat". Die Geschichten um Familie Huang in Florida sind demnach auserzählt. Die aktuell laufende sechste Staffel wird mit einer einstündigen, fünfzehnten Folge das Ende markieren.

"Full Frontal with Samantha Bee": Die Liaison zwischen der Late-Night-Talkerin Samantha Bee und TBS wird intensiver. Bestellt hat der zu WarnerMedia gehörende Sender eine fünfte Staffel der Emmy prämierten Show. Die Vorgängerstaffeln hatten je zwischen 30 und 40 Folgen. Eine humoristisch-sarkastische Abdeckung des im nächsten Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlkampfs ist damit gesichert. Ebenfalls gesichert ist das Vorrecht von TBS an weiteren Eigengewächsen der Komikerin in einem so genannten "First Look Deal".

Goliath© Amazon
"Goliath": 2017 gab es einen Golden Globe für seine Leistung in der Anwaltsserie "Goliath" für David E. Kelleys Hauptdarsteller Billy Bob Thornton. Dieser mimt den etwas abgebrannten Anwalt Billy McBride bei Amazon nachdem sein moralischer Kompass ins Wanken geriet. Doch das Engagement wird enden: Amazon hat zwar eine vierte Staffel bestellt, diese bildet jedoch zugleich den Abschluss.

"The Witcher": Noch vor dem Start von Netflix' "The Witcher" gab es den Zuspruch für eine Fortführung um eine zweite Staffel. Die auf dem Videospiel-Universum basierende Serie stellt Henry Cavill als Geralt of Rivia ins Zentrum. Der weltweite Start beim Streamingdienst ist am 20. Dezember.

"Titans": DC Universe macht weiterhin gemeinsame Sache mit den jungen Superhelden, die sich von ihren Eltern befreien und Größeres vor haben. Bestellt wurde eine dritte Staffel der Drama-Serie, die auf dem Comic "Teen Titans" von DC basiert. Hinter der Produktion steht unter anderem Greg Berlanti.

US-Quoten-Update

Donald Trump© Fox News
Die Anhörungen im Amtsenthebungs-Prozess gegen US-Präsident Donald Trump locken ein Millionen-Publikum vor den Fernseher: 13,1 Millionen Amerikaner verfolgten am Mittwoch die ersten Befragungen, die rund fünf Stunden lang um die Mittagszeit zu sehen waren - das waren nochmal ein paar mehr als bei der Aussage von Sonderermittler Robert Mueller in diesem Jahr. Nicht darunter war angeblich übrigens Donald Trump, der wissen ließ, dass er sich so etwas nicht anschaue. Die meisten Zuschauer entschieden sich dabei übrigens für Trumps Haus-Sender Fox News, der 2,9 Millionen Zuschauer zählte. Blickt man nur auf die jüngeren Zuschauer, dann belegte Fox News den zweiten Rang, hier war ABC an der Spitze.

The Masked Singer© Fox
"The Masked Singer" fiel in dieser Woche auf ein neues Allzeit-Tief: Nur noch 5,6 Millionen Zuschauer sahen zu, das waren 1,6 Millionen weniger als noch in der Vorwoche. In der Zielgruppe ging's um 0,4 Punkte auf ein Rating von 1,6 Prozent hinab. Der Schuldige ist schnell ausgemacht: In direkter Konkurrenz liefen die CMA Awards. Die Preisverleihung der Country-Musik-Branche zählte 11,3 Millionen Zuschauer und damit wieder mehr als im Vorjahr. In der Zielgruppe lag der Marktanteil bei 2,0/10 Prozent. Die zwei Musik-Sendungen haben sich also offenbar gegenseitig Zuschauer streitig gemacht, andere Formate wie Krimiserien blieben nämlich recht stabil. Allgemein kann Fox mit der zweiten Staffel von "The Masked Singer" bislang erneut vollauf zufrieden sein. Das Zielgruppen-Rating lag in den vorangegangenen Wochen stabil bei 2,0 - etwas unter dem Vorjahres-Niveau, aber im Vergleich zu anderen aktuellen Formaten das derzeit erfolgreichste regelmäßige Format abseits von Sport-Übertragungen.

ABC© ABC
Unterdessen hat ABC angekündigt, bei der Bewertung des Erfolgs seiner Sendungen künftig nicht mehr länger auf die Live+Same Day-Zahlen zu blicken - vier Jahre, nachdem auch Fox diesen Schritt ging. In den USA ist die Live-TV-Nutzung noch erheblich stärker zurückgegangen als hierzulande, die Live+SD-Zahlen, die auch die zeitversetzte Nutzung am gleichen Abend beinhalten, liegen inzwischen bei fast allen Formaten auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Zum Vergleich: Die neue ABC-Serie "Stumptown", die in Live+SD-Zahlen sehr mäßig läuft, kann die Reichweite schon dann verdoppeln, wenn man nur die drei darauffolgenden Tage mit einrechnet. Künftig werde man verstärkt zudem auch die sogenannten "Multiplatform+35"-Zahlen berücksichtigen - sprich: wieviele Zuschauer innerhalb von 35 Tage nach Erstausstrahlung egal über welchen Übertragungsweg eine Folge gesehen haben. Für einen ersten Anhaltspunkt wird der Blick auf die Live+SD-Zahlen aber trotzdem weiterhin dazu gehören - auch wenn man öffentlich ein anderes Bild erwecken will.

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Top10 Zuschauer gesamt

Meistgesehene Sendungen vom 27.11. - 03.12.

Thursday Night Football 20,81 Mio.
60 Minutes 12,53 Mio.
Young Sheldon (Wdh) 8,97 Mio.
60 Minutes 8,30 Mio.
The Voice 8,03 Mio.
NCIS (Wdh) 7,18 Mio.
9-1-1 6,81 Mio.
Survivor 6,48 Mio.
The Voice 6,44 Mio.
NCIS: Los Angeles 6,42 Mio.

Top10 Zielgruppe 18-49 Jahre

Meistgesehene Sendungen vom 27.11. - 03.12.

Rating Share
Thursday Night Football 6,1 29 %
Young Sheldon (Wdh) 2,2 10 %
60 Minutes 1,9 8 %
9-1-1 1,4 6 %
Rudolph the Red-Nosed Reindeer 1,2 5 %
A Charlie Brown Thanksgiving 1,2 7 %
The Voice 1,1 5 %
Survivor 1,1 6 %
Dr. Seuss' How the Grich Stole 1,1 6 %
The Voice 1,0 5 %