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US-Update vom 31. Juli

Emmy-Verleihung digital, "The Witcher" bekommt Ableger

 

Kurz nach der Bekanntgabe der Nominierungen steht fest, dass die Emmys in diesem Jahr digital verliehen werden. Außerdem: "The Witcher" bekommt einen Ableger, das "SpongeBob"-Spin-Off eine neue Heimat und "Ms Fisher" eine weitere Staffel.

von Regine Pfaff / Alexander Krei
31.07.2020 - 11:37 Uhr

Emmys 2020Wenig überraschend dürfte die Nachricht sein, dass die Verleihung der 72. Primetime Emmy Awards virtuell stattfinden wird. Nachdem bereits klar war, dass die vorgelagerten Creative Arts Emmy Awards in einem mehrtägigen Event digital verliehen werden, reihen sich die Primetime Emmys nun gewissermaßen auch ein. Kurz nach der Bekanntgabe der Nominierungen verschickten die Produzenten, darunter auch Moderator Jimmy Kimmel, einen Brief an die Auserwählten in den wichtigsten Kategorien. Darin informierten sie über die diesjährige Zeremonie und dass man sich auf eine Teilnahme von zu Hause aus vorbereiten solle - oder von einem Platz ihrer Wahl. Das Microsoft Theater in Los Angeles wird am Abend des 20. Septembers also keine Nominierten beherbergen - dass der Governors Ball das erste Mal komplett gestrichen wurde, war bereits klar.

The WitcherNetflix dehnt das Universum von "The Witcher" aus. Bestellt hat der Streamingdienst sechs Teile eines Prequels namens "The Wichter: Blood Origin". Die Serie kommt als Miniserie daher und spielt in einer Elfenwelt 1200 Jahre vor den Ereignissen von "The Witcher". Gedreht wird die Geschichte über den allerersten Hexer und die Verbindung der Welten aus Monster, Menschen und Elfen, in Großbritannien. Fast ebenso beliebt wie Universen weiterzuerzählen und damit zu vergrößern ist der Blick auf Videospiele, um diese in Serienform zu kleiden. Der Streamingdienst mit den roten Buchstaben hat sich nun "Tom Clancy's Splinter Cell" ausgesucht und lässt sich vom Drehbuchautoren von "John Wick", Derek Kolstad, eine animierte Serie mit dem Titel "Splinter Cell" basteln. Bestellt hat Netflix Quellen zufolge sogar direkt zwei Staffeln mit insgesamt 16 Folgen.

Coronavirus Covid-19COVID-19 führt nicht nur zu anderen Produktionsbedingungen, auch inhaltlich findet es Eingang in neue und bestehende Serien. HBO will sich dem alles dominierenden Thema über die Suche nach einem Impfstoff nähern. Zusammen mit dem Produzenten von "Succession", Adam McKay, soll mit Blick auf die Beteiligten aus Wissenschaft, Pharmaindustrie oder auch Politik eine Geschichte über die Herausforderungen, einen Impfstoff zu finden, erzählt werden. Orientieren wird man sich dabei an dem kommenden Buch "The First Shot" des Journlisten Brendan Borrell. Bei Showtime nimmt man sich derweil ein Gangster-Thema zur Brust. Grundlage dort ist ein Werk des Mafia-Chronisten Nicholas Pileggi ("Wiseguy", "Casino"), welches wiederum von "Boardwalk Empire"-Schöpfer Terence Winter zum Serienmaterial aufbereitet wird. Konkret soll es in dem noch namenlosen Projekt um die Chronologie des organisierten Verbrechens und die Entstehung der Korruption in Amerika aus Sicht der ersten Mafia-Familie gehen.

 

ABCIn der Entwicklung bei ABC befindet sich derzeit eine Serie mit dem Titel "The Women". Beschrieben wird das Projekt als Thriller, in dem es einen Zusammenschluss von mächtigen, aber auch gefährlichen Frauen gibt, die die globale männliche Struktur zerschlagen möchten. Frauen sollen auch eine große Rolle in der geplanten Serie zum Buch "Master Of Ceremonies: A True Story of Love, Murder, Roller Skates & Chippendales" spielen - auch wenn sie dort nicht auf der Bühne im Rampenlicht stehen, sondern Chippendales. Gezeigt wird das florierende und deregulierte Clubleben in den 1980er Jahren: der männliche Stripclub als Ort für die enthemmte weibliche Libido, als beliebter Drogenumschlagplatz, wo Spaß, Gier und Mord ineinander fließen. Eine männliche Note im Titel hat das Projekt "Echo Boy", welches die Produktionsfirma Submarine im Blick hat. Beschrieben ist das auf dem Buch von Matt Haig basierende Projekt als Mystery-Sci-Fi-Geschichte, welche im Jahr 2115 spielt und das Leben von Robotern fokussiert. Ausgangspunkt dabei ist der Mord an einem (menschlichen) Elternpaar.

SpongeBob Schwammkopf"Kamp Koral", ein Spin-Off des Zeichentrick-Hits "SpongeBob Schwammkopf", wird in den USA doch nicht bei Nickelodeon zu sehen sein. Stattdessen soll die neue Serie im nächsten Jahr direkt ihre Premiere beim Streamingdienst CBS All Access feiern, der 2021 ohnehin eine Umbenennung plant, um sich namentlich von dem TV-Network zu lösen. Und auch wenn das Rebranding noch etwas dauert, wird das Angebot von CBS All Access schon jetzt um tausende neue Serieninhalte aufgestockt, wie der "Hollywood Reporter" berichtet. Demnach sind nun über 3.500 Folgen von Viacom-Sendern wie MTV, Comedy Central und Nickelodeon verfügbar. All das steht im Zusammenhang mit der Fusion von CBS und Viacom.

Oprah Winfrey AutoüberraschungOprah Winfrey gilt als erste Milliardärin afroamerikanischer Herkunft. Nicht nur, dass sie seit Jahrzehnten erfolgreich in den USA talkt, sie war auch 20 Jahre mit dem Monatsmagazin "O - The Oprah Magazine" verbunden und ebnete den Weg für Personality-Magazine. Das Magazin selbst soll ab 2021 nur noch digital erscheinen. Langweilig wird es ihr aber eh nicht werden, denn bei Apple TV+ gibt es seit gestern die neue Talkshow "The Oprah Conversation", die als Interviewreihe angelegt ist. Dem Thema "Klimawandel" widmet sich "The Office"-Sternchen Rainn Wilson bei "An Idiot's Guide To Climate Change" bei YouTube. Als Host der Dokuserie trifft er unter anderem auch die Aktivistin Greta Thunberg mit dem Ziel, das Thema auf humoristische Art und Weise wieder in den Vordergrund zu rücken.

Discovery ChannelDen Satz "You're Fired" schmetterte einst Donald Trump den aus seiner Sicht nicht fähigen Bewerbern bei "The Apprentice" entgegen. Beim Discovery Channel sagen die Wettbewerber in einer neuen Show hingegen ganz eigenmächtig "I Quit" und brechen dabei auf zu einer neuen Reise. Und da setzt der eigentliche Wettbewerb dann erst ein. Zu den Details: die Show "I Quit" folgt sechs Gruppen hoffnungsvoller Unternehmer, die ihre Arbeit aufgeben, um ihrer Leidenschaft zu folgen und ein neues Business zu starten. Unterstützung erhalten sie von professionellen Coaches. Ihrer Leidenschaft des Singens ist vor Jahrzehnten Alicia Keys gefolgt. Diese macht sich nun auf, einen Dokumentarfilm über sechs berühmte schwarze Frauen aus dem Entertainmentbereich zu produzieren. Bei "American Masters: How It Feels To Be Free" werden die Geschichten von Lena Horne, Abbey Lincoln, Nina Simone, Diahann Carroll, Cicely Tyson und Pam Grier zu einem Dokumentarfilm für PBS zusammengefügt. Bei Netflix gibt es ebenfalls weiteren Doku-Content: bestellt wurden "Deaf U" und "Audible" über gehörlose und schwerhörige Communitys in den USA.

Sarah BarnettAbgang von AMC: Sarah Barnett, ihres Zeichen President der AMC Networks Entertainment Group, hat ihren Abschied zum 1. September angekündigt. Vorübergehend werden dann die Entertainment Networks des Unternehmens, zu denen etwa AMC, BBC America, IFC und Sundance TV gehören, an Ed Carroll, den COO von AMC Networks, berichten. Barnetts Abgang kommt zu einer herausfordernden Zeit für lineares Fernsehen und insbesondere für werbefinanzierte Sender. "Dies ist ein Jahr, das uns an mehreren Fronten mit radikalen Veränderungen konfrontiert hat", sagte Barnett. "Nach langem Überlegen - und mit leicht gebrochenem Herzen - habe ich beschlossen, dass es der richtige Zeitpunkt für mich ist, meiner Neugier zu folgen und die Dinge in die Hände des hervorragenden Teams von AMC Networks zu legen."

Abgesetzt oder verlängert

Acorn TV "Ms Fisher's Modern Murder Mysteries": Das Vorbild zu "Ms Fisher's Modern Murder Mysteries" stammt mit "Miss Fisher's Murder Mysteries" aus Australien. Die bei Acorn TV, dem Streamingdienst von AMC, beheimatete Adaption geht weiter, denn laut amerikanischen Branchendiensten steht bereits eine zweite Staffel der 60er-Jahre-Serie auf der Wunschliste. Eine neue Serie, die an der Côte d'Azur spielen wird, ist zudem auch bestellt. Sie hört auf den Namen "Cannes Confidental" und stammt aus dem Crime-Genre.

"Outer Banks": Die Auftaktstaffel der Drama-Serie "Outer Banks" steht erst seit April bei Netflix zum Abruf. Die gute Nachrichten für Fans der Serie: eine zweite Staffel der "Friday Night Lights" trifft auf "Dawson's Creek" und das wiederum auf "Ozark" bekam grünes Licht.

"P-Valley": Der Stripclub mitten im Mississippi Delta ist weiterhin ein Schauplatz, an dem Starz Interesse hat. Die auf dem Stück "Pussy Valley" fußende Serie erhält eine zweite Staffel.

"Vice": Erst kürzlich endete die erste Staffel der Doku-Serie "Vice" bei Showtime. Zeitlich passend gab es nun eine Nominierung für einen Emmy in der Kategorie "Outstanding Hosted Nonfiction Series or Special". Und die Geschichte geht weiter, denn Showtime hat eine zweite Staffel des journalistischen Formats mit gesellschaftlicher Relevanz geordert.

US-Quoten-Update

BlindspotDas Interesse am Finale der Thrillerserie "Blindspot" war überschaubar: Nur 1,70 Millionen Zuschauer schalteten am vorigen Donnerstag ein und damit sogar noch ein paar weniger als in den Wochen zuvor. Das Rating lag in der Zielgruppe bei nur 0,3 Prozent. Wirklich zufrieden kann man bei NBC daher nicht sein. Dabei war die Konkurrenz nicht wirklich stark, denn abseits von "Blindspot" boten die großen Networks kaum Erstausstrahlungen. Richtig hart erwischte es jedoch TheCW, das mit "Killer Camp" auf gerade mal 430.000 Zuschauer kam und damit streng genommen überhaupt keine Rolle spielte. Die meisten Zuschauer lockte "Young Sheldon" vor den Fernseher: Etwas mehr als vier Millionen Zuschauer sahen den Rerun bei CBS.

HBO MaxEin Serien-Klassiker dominiert erwartungsgemäß die Charts von HBO Max. Drei Monate nach dem Start ist "Friends" offenbar die Nummer eins des neuen Streamingdienstes von WarnerMedia. Direkt dahinter folgt nach Angaben des Unternehmens interessanterweise die Anthologieserie "Love Life", "The Big Bang Theory" belegt den dritten Platz. Serien-Klassiker wie "Big Bang" oder "Friends" ziehen schätzungsweise zwar weniger neue Abonnenten an, sind oft aber ein Grund, ein bestehendes Abo nicht zu kündigen. Genaue Abrufzahlen nannt WarnerMedia übrigens nicht - damit verfährt das Unternehmen ähnlich wie die Streaming-Konkurrenz.

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Top10 Zuschauer gesamt

Meistgesehene Sendungen vom 23.07. - 29.07.

America's Got Talent 6,11 Mio.
NCIS (Wdh.) 5,07 Mio.
Celebrity Family Feud (Wdh.) 4,43 Mio.
Young Sheldon (Wdh.) 4,22 Mio.
FBI (Wdh.) 4,02 Mio.
The Neighborhood (Wdh.) 3,84 Mio.
20/20 American Catastrophe: Ho 3,75 Mio.
The Titan Games 3,68 Mio.
20/20 Regis Philbin: The Morni 3,62 Mio.
World of Dance 3,58 Mio.

Top10 Zielgruppe 18-49 Jahre

Meistgesehene Sendungen vom 23.07. - 29.07.

Rating
America's Got Talent 1,0 %
World of Dance 0,7 %
The Titan Games 0,7 %
20/20 American Catastrophe: Ho 0,6 %
Celebrity Family Feud (Wdh.) 0,6 %
20/20 Regis Philbin: The Morni 0,5 %
Young Sheldon (Wdh.) 0,5 %
Holey Moley (Wdh.) 0,5 %
United we fall 0,5 %
Tough as Nails 0,5 %