© Warner Bros ITVP
Stolperfallen für Bewerber

Wer keine Fragen stellt, hat es bei Warner Bros. schwer

 

Wer zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird, hat schon eine erste große Hürde überwunden. Doch was wird dann wichtig? Matthias Lindenberger, Director Business & Finance bei Warner Bros. in Köln sagt, worauf es ihm bei Bewerbern ankommt.

von Timo Niemeier
07.03.2018 - 16:00 Uhr

Wer geht schon gerne zu einem Bewerbungsgespräch? Vorher ist man meist ziemlich nervös und oft wird man von Personalern mit Fragen gelöchert, die manchmal wenig individuell erscheinen. Matthias Lindenberger, Director Business & Finance bei Warner Bros. International Television Production in Köln, legt deshalb auch Wert auf die Eigeninitiative der Bewerber. "Bewerber, die sich überhaupt nicht mit uns und unseren Formaten auseinandergesetzt haben und die keine eigenen Fragen haben im Gespräch, werden es schwer haben, einen guten Eindruck zu hinterlassen", sagt er im Gespräch mit DWDL.de.


Neben dem eigentlich selbstverständlichen Informieren über das Unternehmen und seine Tätigkeiten tun Bewerber also auch gut daran, sich im Vorfeld eines persönlichen Gesprächs Fragen zu überlegen - und diese sollten vermutlich nicht direkt auf möglichen Urlaub oder den Dienstwagen abzielen. Viele Personaler schätzen ehrliches Interesse am Unternehmen und den Produkten bzw. Produktionen. "Übliche Etiketten wie gepflegtes Äußeres, kein Kaugummi oder Zigarettengeruch sind mir persönlich auch immer noch wichtig", ergänzt Lindenberger.

Man merke, so Lindenberger, dass es am Standort in Köln einen "spürbaren Wettbewerb um junge Talente" gebe. "Umgekehrt können sich die jungen Leute häufig zwischen verschiedenen Angeboten entscheiden und wägen natürlich ab, wo sie meinen, die besten Arbeitskonditionen zu bekommen." Das beziehe sich aber längst nicht nur auf die Höhe des Gehalts: Es gehe den jungen Bewerbern heute viel mehr als früher um Arbeitsklima, Arbeitszeiten und Flexibilität.

In den Gesprächen würde so etwas von den Bewerbern auch durchaus selbstbewusst artikuliert, sagt Lindenberger. "Ich denke hier hat sich generationsbedingt deutlich verändert." Aber auch die Anforderungen an die Bewerber haben sich im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte verändert. Beispielsweise Digitalisierung, früher gab es keine 24/7-Betreuung von Facebook- oder Twitter-Kanälen. "Die Masse an Informationen, die man heute bewältigen muss, ist vielfach höher und damit muss man umgehen können."

Ab und zu fehle es den jungen Menschen noch an praktischer Berufserfahrung, sagt Lindenberger. Ein großes Problem sieht er darin aber nicht. "Das holen wir dann aber 'on the job' ganz schnell nach." Dennoch sei Berufserfahrung in der Branche immer ein Vorteil. Aber auch bei Berufseinsteigern schaut der Director Business & Finance auf den Lebenslauf: Haben sie überhaupt schon in verschiedenen Betrieben gearbeitet oder Praktika absolviert? "Egal in welcher Branche, das schafft Lebenserfahrung, die immer hilft." Man brauche auch immer Quereinsteiger, die mit einem anderen Background neue und kreative Ideen in das Unternehmen hineintragen. Fehlende Erfahrung in der Branche muss also nicht zwangsläufig ein Nachteil sein.

Ärgern tut sich Matthias Lindenberger über zu lange und nicht auf das Unternehmen bzw. die ausgeschriebene Stelle abgestimmte Bewerbungen. "Es ist hilfreich, wenn Bewerber unsere Produktionen kennen und auch eine Meinung dazu haben. Im besten Fall sind sie echter Fan und brennen darauf, selber Teil des Produktionsteams sein zu können", sagt er.

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