© Axel Springer
Bewerbungen neu gedacht

"Maximale Individualität ist vollkommen okay"

 

Oft sehen Bewerbungsanschreiben sehr ähnlich aus, doch man kann sich von dem tristen Einerlei auch abheben. Claudia Viehweger, Personalchefin der SPRING Axel Springer Digital News Media, sagt, womit junge Menschen überzeugen können.

von Timo Niemeier
05.04.2018 - 17:00 Uhr

Bei einem ersten Bewerbungsanschreiben kommt es zunächst darauf an, die Aufmerksamkeit der Personaler zu gewinnen. Die müssen sich durch einen Stapel von Anschreiben wühlen und es ist wohl nichts langweiliger als 100 Bewerbungen, die alle gleich aussehen und klingen. Wer es anders macht, fällt also auf. Das kann durch eine ganz analoge Bewerbung passieren, die nicht auf Papier, sondern etwa auf einem Pizzakarton oder einem ganz anderen, eher unüblichen Untergrund geschrieben ist. Da viele Unternehmen heute lieber PDF-Bewerbungen wollen, kann man seiner Kreativität mit diversen Bildbearbeitungsprogrammen auch hier freien Lauf lassen. Nur eins ist wichtig: Die Seriosität sollte nie unter einer ausgefallenen Bewerbung leiden.

Claudia Viehweger ist Personalchefin der neugegründeten SPRING Axel Springer Digital News Media, dem Digitalverlag der deutschen Medienangebote von Axel Springer. Bei ihr gehen verstärkt Bewerbungen von jungen und digitalaffinen Menschen ein. Sie sagt im Gespräch mit DWDL.de: "Bewerbungen sehen heute vollkommen anders aus als früher. Da muss nicht viel drin sein, aber überzeugen sollten sie. Maximale Individualität ist vollkommen okay."

Wichtig seien vor allem Motivation und Kommunikationsstärke der Bewerber, so Viehweger. "Bei Junioren ist das fast am wichtigsten." Grundsätzlich suche man Teamplayer, der "Cultural fit" sei stärker in den Fokus gerückt. "Die Tatsache, dass Wissen zu teilen heute gelernt und vollkommen selbstverständlich ist, verändert die Zusammenarbeit im besten Sinne und lässt aber auch Bewerber, die damit ein Problem haben, aus gutem Grund chancenlos." Als No-Gos im Bewerbungsgespräch bezeichnet Viehweger Unpünktlichkeit, zu viel Demut und das Vorspielen falscher Tatsachen. Wie so ziemlich alle anderen Personaler legt man also auch bei der Digital-Einheit von Springer viel Wert auf Authentizität.

Claudia Viehweger sagt, junge Bewerber seien heute nicht unbedingt wählerischer, aber selbstbewusster. Ihre Vorstellungen vom Berufsleben hätten sich grundsätzlich verändert: "Kaum jemand denkt heute daran, einen Job fürs Leben zu bekommen. Die Frage ist eher, ob in dem Job Dinge, die ich kann, lernen will und die mir wichtig sind, zusammenfallen." An den Bewerbern vermisst die Personalchefin derzeit kaum etwas. "Viele Bewerber sind starke Persönlichkeiten, die wissen, was ihnen wichtig ist und sie sagen es auch. So kann man ein sehr offenes Gespräch führen."

Und warum sollte man sich nun als junger Mensch gerade beim Springer-Konzern bewerben? Viehweger sagt, es gebe kein vergleichbares Unternehmen - das sei ein großer Vorteil. "Wir arbeiten für über 60 Produkte und 25 starke Marken. Dabei unter anderem mit Bild.de und Welt.de für einige der stärksten Newssites Europas." Man entwickele "innovative Medienplattformen" und sei "maximal userzentriert". Viehweger: "Ganz wichtig: Wenn Du möchtest, dass deine Arbeit den Unterschied macht, bist Du bei uns richtig, denn wir bringen Journalismus und Technologie so zusammen, dass Menschen sich jederzeit gut informieren können und die für sie richtigen Entscheidungen treffen. Wir sind innovativ, offen und probieren Neues aus – jeden Tag. Gemeinsam mit den Redaktionen gestalten wir die Zukunft des Journalismus in einer digitalen Welt."

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