Gleich fünf Nachrichten-Marken in den Top 10 - das kommt im Streaming eher selten vor, doch in der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres ist genau das geschehen. Dabei gelang der "Tagesschau" sogar der Sprung über die Marke von zwei Millionen: Auf eine Nettoreichweite von 2,049 Millionen Personen brachten es die ARD-Nachrichten im Streaming. Zuletzt war diese Marke etwa im vergangenen April rund um die Papst-Wahl geknackt worden.
Diesmal dürfte das große Interesse wohl nicht zuletzt auf die Festnahme des entmachteten venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro zurückzuführen sein. Zweistärkste News-Programmmarke waren die "ntv Nachrichten", die auf eine Nettoreichweite von 1,793 Millionen Personen kamen. Und auch die "ZDFheute"-Nachrichten, sonst deutlich weiter hinten im Ranking zu finden, schafften es vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse diesmal über die Millionen-Marke: 1,046 Millionen Personen wurden im Streaming erreicht. Dazu kommt, dass es auch die Programmmarke "ZDFheute Xpress" mit einer Netto-Reichweite von 831.000 Menschen noch in die Top 10 schaffte. Mit 894.000 Personen waren dort auch die "Welt News" vertreten.
Abseits der Nachrichten war der "Tatort" derweil die erfolgreichste Programmmarke der ersten Kalenderwoche 2026. Mit einer Nettoreichweite von 1,807 Millionen Personen im Streaming konnte die ARD-Krimireihe im Vergleich zur Vorwoche sogar noch etwas zulegen. Hilfreich war dabei ganz sicher die Tatsache, dass gleich zwei "Tatort"-Erstausstrahlungen innerhalb weniger Tage zu sehen waren - neben der regulären Folge am Sonntag gab's bekanntlich auch an Neujahr wieder einen "Tatort". Immerhin auf dem achten Platz schipperte das ZDF-"Traumschiff" ins neue Jahr, auch hier gab's mit 887.000 im Streaming erreichten Personen noch ein leichtes Plus zur Vorwoche. Punkten konnte aber auch die neue "Ku'damm"-Staffel: Schon vor der TV-Ausstrahlung erreichten die neuen Folgen im Streaming eine Nettoreichweite von 663.000 Personen.
Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 52 (22.12.-28.12.)
| Programmmarke | Anbieter | Nettoreichweite Streaming only |
| Tagesschau | ARD | 2,049 |
| Tatort | ARD | 1,807 |
| ntv Nachrichten | RTL | 1,793 |
| Fallout | Amazon | 1,140 |
| ZDFheute | ZDF | 1,046 |
| Welt News | Axel Springer | 0,894 |
| Sportstudio Live | ZDF | 0,893 |
| Das Traumschiff | ZDF | 0,887 |
| Temptation Island V.I.P. | RTL | 0,869 |
| ZDFheute Xpress | ZDF | 0,831 |
| Der Bergdoktor | ZDF | 0,759 |
| Gute Zeiten, schlechte Zeiten | RTL | 0,758 |
| Sportschau | ARD | 0,695 |
| Ku'damm | ZDF | 0,663 |
| ZDFinfo Doku | ZDF | 0,581 |
| Die Chefin | ZDF | 0,578 |
| Nord bei Nordwest | ARD | 0,557 |
| Forsthaus Rampensau Germany | Joyn | 0,517 |
| Inspector Linley & Sergeant Havers | ARD | 0,515 |
| Sarah Kohr | ZDF | 0,513 |
Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.14; 29.12.2025-04.01.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 16929 vom 12.01.2026 // DAZN-Daten liegen uns nicht vor und sind daher hier nicht berücksichtigt
Weiterhin sehr gut hält sich aber auch die Prime-Video-Serie "Fallout", die diesmal auf 1,14 Millionen Personen kam und sich somit noch auf dem vierten Platz hielt. Die stärkste Reality kam rund um den Jahreswechsel hingegen erst auf Rang 9: Dabei handelt es sich "Temptation Island V.I.P." bei RTL+. Stärkstes Joyn-Format war "Forsthaus Rampensau Germany", das erneut knapp über eine halbe Million erreichte.
Programmmarken? Was ist das?
Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wieviele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.
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