Sie können wohl nicht genug bekommen: RTL ruft einen weiteren TikTok-Kanal ins Leben. Damit verzeichnet das Medienhaus laut Publisher-Liste von DWDL.de insgesamt 10 aktive Engagements auf der Plattform. Das Repertoire umfasst aktuell zahlreiche reichweitenstarke Accounts, darunter beispielsweise “RTL Aktuell”, stern, ntv oder lokale Institutionen wie “RTL Hessen” oder “RTL West”. (Zudem bestehen verschiedene Beteiligungen, zum Beispiel im Fall der “RTL Group” am Kanal von Radio Hamburg.) Nun kommt ein weiteres Projekt von “RTL Nord” hinzu.
Aber auch ein alter Bekannter befindet sich nun wieder auf dem Radar der News-Charts: BuzzFeed. Nachdem die amerikanische Medienmarke 2023 die Nachrichtensparte im Zuge der Insolvenz schließen musste, wurde es auch in Deutschland vergleichsweise still. Im selben Jahr veröffentlichte der deutsche Ableger jedoch konstant Videos auf TikTok. Bisher allerdings ohne großen Erfolg, was auf den hohen KI-Einsatz zurückzuführen sein könnte. Welche Marken grundsätztlich auf TikTok stattfinden:
Wer definitiv erstmal nicht mehr auf TikTok zu sehen sein wird, ist (mal wieder) Nius. Das Online-Portal, das von Milliardär Frank Gotthardt gegründet und mit Ex-"Bild"-Mann Julian Reichelt als Chefredakteur besetzt wurde, verstieß in der Vergangenheit immer wieder gegen die Plattformrichtlinien und musste sich entsprechend verantworten. Sowohl 2024 als auch 2025 lag der Account aufgrund dessen zeitweise brach. Auch 2026 soll sich diese Tradition nicht ändern: Seit diesem Monat sind sowohl @niusde, @nius.de und der Zweitaccount @StimmederMehrheit_ nicht mehr zu erreichen. Unklar bleibt, ob es sich um eine kurzfristige oder permanente Einschränkung handelt. Wie sich das Medium dennoch um die Drosselung mogelt, habe ich bereits im November festgehalten.
Eine weitere Besonderheit der aktuellen Analyse: Um in die TikTok-Charts einzuziehen, brauchen Medienmarken in diesem Monat mindestens fünf Millionen Aufrufe. Eine so hohe Einstiegshürde gab es in der Geschichte des Reichweiten-Rankings noch nie. Darüber hinaus ist RTL zum ersten Mal seit 20 Monaten nicht in den Top 10 vertreten – trotz Videos mit mehr als vier Millionen Aufrufen. Wer sich stattdessen im Januar einen Platz innerhalb der Charts sichern konnte:
Mit diesen Themen waren Publisher im Januar auf TikTok erfolgreich
10. Platz: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die FAZ thematisierte im Januar die Proteste im Iran und erzielte damit über 5,2 Millionen Aufrufe. Ebenfalls reichweitenstark: die Berichterstattung über eine chinesische Gesundheits-App mit 4,9 Millionen Klicks sowie das Gerichtsurteil zwischen Rapper Bushido und seinem Ex-Manager Arafat Abou Chaker mit 3,2 Millionen Sichtungen.
9. Platz: SWR Aktuell
Die “Seegfrörne” auf dem Bodensee verschaffte SWR Aktuell mit sechs Millionen Aufrufen den neunten Platz im Publisher-Ranking. Auch ein zweites Mal konnte das Gewässer im Januar mit 2,4 Millionen Klicks einen viralen Hit auslösen. Zudem setzte die Reinigungsaktion einer muslimischen Jugendorganisation nach der Silvesternacht mehr als 2,1 Millionen Sichtungen um.
8. Platz: Hannoversche Allgemeine Zeitung
Ein Underdog unter den Top 10 konnte in diesem Monat mit Witterungsthemen punkten; Die Aufnahmen eines Busunfalls aufgrund der Glätte führten zu mehr als 6,1 Millionen Aufrufen für den HAZ-Kanal. Zwei weitere Videos zum Eis auf dem Maschsee sowie das Sturmtief “Elli” erzielten jeweils 1,8 und 1,3 Millionen Aufrufe.
7. Platz: Ostsee-Zeitung
Auch der Ostsee-Zeitung gelang ein viraler Hit auf TikTok: die Blaulichtmeldung zu einem Todesfall in Wismar führte zu 6,3 Millionen Sichtungen. Auslöser war die Inszenierung eines Eisbadeversuchs in einem Löschteich.
6. Platz: Südwestrundfunk
“Saufsch stirbsch, saufsch net, stirbsch au, also saufsch!” – mit dem preisverdächtigen Spruch von Walter Schultheiß generierte der SWR über 4,2 Millionen Klicks. Ein Beitrag konnte allerdings noch mehr Reichweite vorweisen: die Geschichte von Maximilian im Nachtcafé löste 6,5 Millionen Sichtungen aus. Auch die Inklusionsreihe des Accounts lief mit 3,5 Millionen Aufrufen erneut stark.
5. Platz: nicetoknow
Ein neues Detail zum Sparkassen-Raub in Gelsenkirchen führte auf den Kanal von nicetoknow mit 6,7 Millionen Sichtungen zum Erfolg. Darüber hinaus interaktionsstark: ein Zugunglück in Adamuz mit 6,6 Millionen Klicks sowie der Täuschungsversuch eines Schülers in der Oberpfalz mit 1,3 Millionen Sichtungen für das WDR-Konto.
4. Platz: BR24
Die Schafwanderung im Penny-Markt Burgsinn wurde zum Social-Media-Phänomen und spielte dem Bayerischen Rundfunk beachtliche 6,8 Millionen Aufrufe ein. Das Interview mit dem verantwortlichen Schäfer erreichte zusätzliche 3,6 Millionen Klicks. Gegen Ende des Januars klärte der Kanal über Mythen des Nationalsozialismus auf und registrierte so weitere 2,2 Millionen Sichtungen.
3. Platz: Der Spiegel
Das Gespräch mit einer Überlebenden des Brandvorfalls in Crans-Montana erreichte mehr als 8,9 Millionen Aufrufe und verschaffte dem Kanal den dritten Platz innerhalb der TikTok-Charts. Im Januar überzeugte das Konto vor allem mit politischer Berichterstattung: der amerikanische Angriff auf Venezuela löste 3,1 Millionen Klicks aus, die gewaltsamen Proteste gegen das US-Einwanderungskommando ICE führten zu 1,4 Millionen Sichtungen.
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2. Platz: Die Zeit
Bekommen Schülerinnen und Schüler kältefrei? Die Antwort befindet sich auf dem Account der Zeit und wurde mit aussagekräftigen 9,5 Millionen Aufrufen belohnt. Außerdem viral: die Zusammenfassung von Teilzeit-Forderungen der CDU mit fünf Millionen Klicks sowie eine Meinungsumfrage zu Sänger Xavier Naidoo mit 4,1 Millionen Sichtungen.
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1. Platz: Der Tagesspiegel
Mit Fingerspitzengefühl berichtete der Tagesspiegel über den anhaltenden Stromausfall in Berlin, der polarisierende Blickwinkel im Video setzte mehr als 11,7 Millionen Aufrufe um. Dafür gibt es den ersten Platz des Publisher-Rankings. Zuvor ging auch die erste Ankündigung über den Anschlag im Südwesten Berlins mit 9,7 Millionen Klicks viral. Eine Silvester-Blaulichtmeldung aus Bielefeld registrierte ebenfalls 4,2 Millionen Sichtungen.
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Stand der letzten Abrufe: Sonntag, 1. Februar 2026, 2 Uhr.
Offenlegung: Simon Pycha ist als freier Medienanalyst auch für den Westdeutschen Rundfunk tätig und zuständig für die regelmäßige Evaluation des TikTok-Accounts von 1LIVE.
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