Das Ranking der nettoreichweitenstärksten Programmmarken im Streaming wird in Kalenderwoche 4 (19.1.-25.1.) von zwei Sportmarken angeführt. Mit großem Vorsprung führt dabei die ARD-"Sportschau", die in der betreffenden Woche 3,435 Millionen Menschen mit Videoinhalten erreicht hat, vor "Sportstudio Live" im ZDF mit einer kumulierten Nettoreichweite von knapp über 2,1 Millionen. Beide Sender hatten während dieser Woche neben Wintersport vor allem auch die Handball-EM im Programm. 

Der ARD hat dabei womöglich auch geholfen, dass eines der deutschen Spiele schon um 15:30 Uhr angepfiffen wurde - also zu einer Zeit, wo viele vielleicht auf einen Stream zurückgegriffen haben, weil sie noch nicht vor dem heimischen Fernseher saßen. Über der Millionen-Marke war im Sport-Bereich auch DAZN mit der Champions League, während die Bundesliga-Berichterstattung mit 0,842 Millionen klar darunter blieb.

Abseits des Sports war es natürlich "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus", das mit über zwei Millionen im Streaming erreichten Personen dominierte - und damit auch deutlich erfolgreicher war als noch im vergangenen Jahr, wie wir bereits gestern beleuchtet haben. Doch RTL+ punktet derzeit auch mit der von RTLzwei zugelieferten "#CoupleChallenge", die mit 0,816 Millionen binnen einer Woche im Streaming erreichten Personen einen neuen Wochen-Bestwert aufstellte. Mit "Make Love - Fake Love" ist zudem noch ein drittes Reality-Format von RTL+ in den senderübergreifenden Top 20.

Was man dort hingegen vergeblich sucht, sind Inhalte von Joyn. Dort herrscht aktuell eine völlige Flaute, die nettoreichweitenstärkste Programmmarke war noch "Forsthaus Rampensau Germany", wovon es gar keinen neuen Inhalt mehr gab und das noch auf 0,273 Millionen erreichte Personen kam - knapp vor "Navy CIS" mit einer Wochen-Nettoreichweite von 0,263 Millionen. "Die Landarztpraxis" lag bei einer Wochen-Nettoreichweite von 0,218 Millionen. Zum Vergleich: "GZSZ" kam auf 0,798 Millionen.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 4 (19.1.-25.1.)

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Sportschau ARD 3,435
Sportstudio Live ZDF 2,124
Ich bin ein Star - Holt mich hier raus RTL 2,071
Tagesschau ARD 1,696
Der Bergdoktor ZDF 1,608
ntv Nachrichten RTL 1,461
Fallout Amazon 1,446
ZDFheute ZDF 1,432
Tatort ARD 1,294
UEFA Champions League DAZN 1,248
Frühling ZDF 0,960
Bundesliga DAZN 0,842
#CoupleChallenge (RTLzwei) RTL 0,816
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,798
Welt News Axel Springer 0,730
Make Love - Fake Love RTL 0,667
Sturm der Liebe ARD 0,653
Tage, die es nicht gab ARD 0,585
ZDFinfo Doku ZDF 0,580
Die Chefin ZDF 0,502

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.14; 19.01.2026-25.01.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17049 vom 02.02.2026

Die stärkste Programmmarke von Amazon blieb weiterhin "Fallout" mit 1,446 Millionen erreichten Personen innerhalb einer Woche. Platz 2 ging dann schon an "Two and a half Men", das mit einer Nettoreichweite von 0,426 Millionen Personen aber schon mit großem Abstand folgte. Die sehr gefragten Filme, die in den Census+-Zahlen immer weit oben auftauchen, weist Amazon offenbar nicht als Programmmarken aus, sie spielen in diesem Ranking also keine Rolle.

Die stärkste Serie im Streaming lief aber nicht bei Prime Video, sondern beim ZDF und hieß "Der Bergdoktor" mit über 1,6 Millionen erreichten Personen. Der "Tatort" rangierte mit einer Wochen-Nettoreichweite von knapp 1,3 Millionen dahinter, schlug sich aber ebenfalls gut. Ebenfalls noch in die Top 20 geschafft hat es die Serie "Tage, die es nicht gab", deren zweite Staffel die ARD bereits Mitte Januar online veröffentlicht hatte. Damit fand die Serie also schon vor der TV-Ausstrahlung am kommenden Mittwoch ein größeres Publikum.

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.