Die "Tagesschau" knapp vor "ntv Nachrichten" und mit etwas Abstand dann "ZDFheute": In Kalenderwoche 9 waren die drei nettoreichweitenstärksten Programmmarken im Streaming laut AGF-Messung allesamt Nachrichten-Marken. Das kommt nicht von ungefähr: In diese Woche fiel der Beginn des neuen Krieges in Nahost, womit auch ein erhöhtes Informationsbedürfnis einher ging. Mit "Welt News" rangiert zudem noch noch die Springer-Marke in der anbieterübergreifenden Top 10.

Es gab aber auch abseits dessen steigende Zahlen für mehrere Angebote. Die RTL-Soap "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" gehört zu den verlässlichsten Reichweiten-Lieferanten für RTL+, in KW 9 reichte es mit 0,961 Millionen allein im Streaming erreichten Personen für einen neuen Wochen-Bestwert seit Einführung dieser Messung. Die Millionen-Marke ist damit nicht mehr weit. Auch für die anderen RTL-Soaps war es eine vergleichsweise gute Woche, "AWZ" (0,468 Millionen) und "Unter Uns" (0,312 Millionen) spielen aber noch eine Liga tiefer. Die ARD erreichte mit ihrer täglichen Serie "Sturm der Liebe" übrigens 0,564 Millionen Personen allein im Streaming.

Bei Joyn hat man zwar die "Landarztpraxis", die kann mit einer Streaming-Nettoreichweite von 0,235 Millionen Personen aber hier nicht mithalten. Doch es gibt trotzdem gute Nachrichten für den Streamer von ProSiebenSat.1: "Germany's Next Topmodel" legte erneut zu und markierte mit einer Nettoreichweite von 0,755 Millionen Personen wieder einen Staffel-Bestwert. "Promis unter Palmen" konnte den Allzeit-Rekord aus der Vorwoche zwar nicht ganz halten. Das kommt aber nicht allzu überraschend, weil diesmal auch nur eine und nicht zwei neue Folgen veröffentlicht wurden. Mit 0,635 Millionen erreichten Personen dürfte man daher trotzdem ziemlich zufrieden sein. Das stärkste Reality-Format lief trotzdem nicht bei Joyn, sondern kam von RTLzwei: Die "#CoupleChallenge" lockte rund 776.000 Personen an. Auch "IBES" schaffte es nochmal ins Ranking - dem "Nachspiel" sei dank.

Ins senderübergreifende Top 20-Ranking geschafft hat es auch der "Eurovision Song Contest". Dort war ja das "Deutsche Finale" zu sehen, das vor allem linear prächtig funktionierte. Doch auch im Streaming braucht man sich mit einer Nettoreichweite von 0,66 Millionen nicht zu verstecken. Stärkste ARD-Marke nach der "Tagesschau" war aber der "Tatort", der ebenso erneut Streaming-Millionär war wie der "Bergdoktor" im ZDF. Auch die Sonntags-Reihe "Frühling" ist von der Millionen-Marke nicht weit entfernt.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 9 (23.2.-1.3.)

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Tagesschau ARD 1,890
ntv Nachrichten RTL 1,790
ZDFheute ZDF 1,300
Tatort ARD 1,109
Der Bergdoktor ZDF 1,046
UEFA Champions League DAZN 1,044
Bundesliga DAZN 1,002
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,961
Frühling ZDF 0,930
Welt News Axel Springer 0,827
heute-show ZDF 0,809
#CoupleChallenge (RTLzwei) RTL 0,776
Germany's Next Topmodel Joyn 0,755
IBES - Ich bin ein Star - Holt mich hier raus RTL 0,730
Sportschau ARD 0,668
Eurovision Song Contest ARD 0,660
Promis unter Palmen - Für Geld mache ich alles Joyn 0,635
Unter anderen Umständen ZDF 0,594
Sturm der Liebe ARD 0,564
Cross Amazon 0,553

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.14; 23.02.2026-01.03.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17249 vom 09.03.2026

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.