
Mesut Özil polarisiert wie vielleicht kein anderer (Ex-)Fußballspieler. Im WM-Jahr 2026 hat das ZDF dem ehemaligen Nationalspieler nun eine dreiteilige Dokureihe gewidmet. Um Aufmerksamkeit auf die Produktion zu lenken, die die Menschen vor allem online zum ZDF bringen soll, hat der Sender die erste Ausgabe am Dienstagabend zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Den linearen TV-Quoten hat das nicht geholfen.
Nur 1,17 Millionen Menschen sahen sich "Mesut Özil - zu Gast bei Freunden" an. Eine niedrigere Reichweite erzielte das ZDF auf diesem Sendeplatz zuletzt im September 2022, der Marktanteil lag jetzt nur bei 5,3 Prozent. Auch beim jungen Publikum konnte das Format, anders als andere Dokus in der Vergangenheit auf diesem Sendeplatz, nicht punkten. In der Altersklasse der 14- bis 49-Jährigen wurden nur 5,5 Prozent Marktanteil gemessen. Die zweite und dritte Folge der Reihe liefen tief in der Nacht, hier waren die Marktanteile spürbar besser, aber die Reichweiten signifikant niedriger.
Um den Erfolg oder Misserfolg der Produktion vollständig zu bewerten, wäre es interessant zu wissen, wie die Özil-Doku bislang im ZDF-Streamingportal performt hat und welche Auswirkungen die lineare Ausstrahlung nun möglicherweise auf die Abrufzahlen hat. Im klassischen TV war die Doku jedoch ein Flop. Sämtliche anderen ZDF-Formate am Dienstagabend hatten höhere Reichweiten. Vor allem für Markus Lanz lief es prächtig: Mit seinem gleichnamigen Talk erreichte er ab 22:45 Uhr durchschnittlich 1,70 Millionen Menschen, das entsprach 16,0 Prozent Marktanteil. Und auch beim jungen Publikum waren sehr gute 12,9 Prozent drin.
Zur besten Sendezeit lag das ZDF sogar noch hinter seinem Schwestersender: ZDFneo unterhielt 1,34 Millionen Menschen mit einer Wiederholung von "München Mord", damit waren für den Spartenkanal sehr gute 6,1 Prozent drin. Der Staffelstart der Comedyserie "Ich dich auch" sackte danach jedoch ab, zwei neue Folgen erreichten nur 400.000 und 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Beim Gesamtpublikum waren 2,0 und 1,3 Prozent Marktanteil drin. Bei den 14- bis 49-Jährigen fiel "Ich dich auch" unter die 1-Prozent-Marke, nachdem "München Mord" zuvor noch 1,6 Prozent erzielt hatte.
Ähnlich wie das ZDF musste auch Das Erste in der Primetime Federn lassen, wenngleich die Situation hier nicht ganz so schlecht aussah. "Die Notärztin" fiel auf 3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer - das ist die bislang niedrigste Reichweite, die bei der Serie gemessen wurde. Der Marktanteil betrug dennoch gute 13,5 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen ging es im Vergleich zur Vorwoche stark zurück: Nachdem vor sieben Tagen mit 13,7 Prozent noch ein neuer Rekord aufgestellt wurde, landete die Serie jetzt bei nur noch 8,9 Prozent. "In aller Freundschaft" steigerte die Reichweite später auf 3,39 Millionen, eine Woche zuvor sahen aber auch hier noch rund 300.000 mehr zu.
Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.9; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;
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