Dass "LOL: Last One Laughing" für Prime Video ein voller Erfolg ist, hat Amazon schon vielfach betont - was das in Zahlen bedeutet, war bislang aber unklar. Nachdem Prime Video aber seit November an der Streaming-Messung der AGF teilnimmt, liegen nun erstmals Daten vor, die mit Streaming-Formaten der deutschen Anbieter vergleichbar sind. Demnach kam die Programmmarke "LOL" in der Woche, in die die Veröffentlichung der ersten beiden Episoden fiel, auf eine Streaming-Nettoreichweite von 2,069 Millionen Personen.

Für Prime Video ist das ein neuer Rekord in der AGF-Ausweisung, die Bestmarke von "Maxton Hall" aus dem November letzten Jahres wurde noch um rund 45.000 übertroffen. Zur Erinnerung: Das ist keine Zahl, die mit den üblichen TV-Reichweiten vergleichbar ist, die die durchschnittliche Sehbeteiligung angeben. Sie sagt stattdessen aus, wie viele Menschen mindestens für eine Sekunde mit einem Inhalt von "LOL" bei Prime Video in Kontakt kamen - also auch falls frühere Staffeln, Trailer oder ähnliches geschaut wurden.

Für den Spitzenplatz im anbieterübergreifenden Ranking reichte es in KW 22 (11.-17. Mai) trotzdem nicht ganz - der ging nämlich an den "Eurovision Song Contest". Hier gehen sowohl Event-Livestreams der Halbfinals und des Finales ein als auch beispielsweise einzelne Ausschnitte aus den Shows und die ganze Berichterstattung drumherum. 2,895 Millionen Personen erreichten diese Inhalte in der ESC-Finalwoche auf den ARD-Plattformen.

Bei RTL kann man sich unterdessen über einen neuen Rekord für "Prominent getrennt - Die Villa der Verflossenen freuen". Blieb das Format in der Vorwoche noch knapp unter der Millionenmarke, so stieg die Wochen-Nettoreichweite nun nochmal um 100.000 auf 1,096 Millionen Personen. Die Reality-Krone verteidigte mit einer Streaming-Nettoreichweite von 1,115 Millionen trotzdem erneut ganz knapp der "Kampf der Realitystars", den RTLzwei für RTL+ zulieferte. Zum dritten Mal in Folge wurde hier die Millionen-Marke übersprungen.

Das stärkste Fiction-Angebot lief unterdessen bei Amazon und war "The Boys", das sich die dritte Woche in Folge über der Millionen-Marke hielt. Der "Tatort" blieb dahinter - gemessen an der Tatsache, dass schon keine neuen Folgen mehr veröffentlicht wurden, ist die Streaming-Nettoreichweite von 0,863 Millionen aber dennoch recht beachtlich. Nicht weit dahinter findet sich mit "Off Campus" noch eine zweite Amazon-Serie, die mit einer Nettoreichweite von 0,778 Millionen einsteigt. In die Fußstapfen von "Maxton Hall" konnte die Young-Adult-Serie damit hierzulande zwar noch nicht treten, gut sind die Werte aber allemal.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 20

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Eurovision Song Contest ARD 2,895
LOL: Last One Laughing Germany Amazon 2,069
ntv Nachrichten RTL 1,347
Tagesschau ARD 1,343
ZDFheute ZDF 1,171
Kampf der Realitystars RTLzwei 1,115
Prominent getrennt - Die Villa der Verflossenen RTL 1,096
The Boys Amazon 1,015
Tatort ARD 0,863
Off Campus Amazon 0,778
Bundesliga DAZN 0,776
heute-show ZDF 0,775
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,772
Sturm der Liebe ARD 0,740
ZDFinfo Doku ZDF 0,708
Praxis mit Meerblick ARD 0,638
Temptation Island RTL 0,621
Germany's Next Topmodel Joyn 0,610
Rote Rosen ARD 0,600
Welt News Axel Springer 0,593

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.15; 11.05.2026-17.05.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17686 vom 25.05.2026

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.