Nach dem ohnehin schon starken Start in der ARD-Mediathek hat "Babylon Berlin" in Woche 2 seine Nettoreichweite nochmal deutlich gesteigert. In diese Woche fiel auch die Free-TV-Ausstrahlung, die für gewöhnlich nochmal einen deutlichen Aufmerksamkeits-Schub auch im Streaming bringt. Das führte nun jedenfalls dazu, dass die Wochen-Nettoreichweite im Streaming von 1,234 auf 1,893 Millionen nach oben sprang - und für den ersten Platz in anbieterübergreifenden Ranking aller von der AGF gemessenen Angebote.

Betrachtet man nicht das Streaming allein, sondern bezieht auch das klassische Fernsehen mit ein, dann weist die AGF sogar eine crossmediale Wochen-Nettoreichweite von 12,29 Millionen Personen für "Babylon Berlin" aus. Das klassische Fernsehen bringt durch Zapper für gewöhnlich sehr hohe Nettoreichweiten mit sich - und ein Mini-Kontakt von einer Sekunde reicht ja bekanntlich schon, um hier gezählt zu werden, so wie es auch auf YouTube, TikTok und Co. Usus ist.

Doch zurück zu den Streaming-Zahlen: "Babylon Berlin" liegt hier wie erwähnt ganz vorn, nur hauchdünn dahinter liegt aber die US-Serie "Reacher", die bei Prime Video immer besser läuft und sich auf eine Wochen-Nettoreichweite von 1,854 Millionen steigern konnte. Das Nachrichten-Trio von ZDF, RTL und ARD folgt dadurch diesmal erst auf den Plätzen 3 bis 5.

"Villa der Versuchung" geht die Puste aus

Etwas ernüchternd ist die Nettoreichweiten-Entwicklung bei der Sat.1-Reality "Villa der Versuchung" auf Joyn: Eine Woche vor dem Finale fiel die Nettoreichweite erstmals unter die 500.000er-Marke auf 0,48 Millionen. Zum Vergleich: Bei der ersten Staffel lag das Staffel-Tief bei 0,566 Millionen, die zweite Staffel kann da also diesmal nicht ganz mithalten - zumal sich auch die lineare Ausstrahlung schwerer tut als im vergangenen Jahr.

Erfolgreichste Reality aktuell ist das "Sommerhaus der Stars" bei RTL+, auch dort liegt man allerdings etwas unter dem Vorjahres-Niveau. Mit einer Nettoreichweite von 1,132 Millionen erreichten Personen dürfte man in Köln trotzdem zufrieden sein, "Are You The One" platziert sich dahinter mit 0,824 Millionen im Streaming erreichten Personen. "Love Island VIP" startete mit einer Wochen-Nettoreichweite von 0,445 Millionen ganz leicht unter dem Auftakt-Wert des vergangenen Jahres. Im letzten Jahr nahm das Format im Verlauf noch deutlich an Fahrt auf und knackte in der Spitze sogar die Millionen-Marke - man darf also gespannt sein, ob das auch diesmal gelingt.

Noch ein Wort zu "LOL Next": Der "LOL"-Ableger legte im Vergleich zur Vorwoche minimal zu und bewegt sich mit einer Wochen-Nettoreichweite von 0,815 Millionen weiterhin in Mittelfeld, aber deutlich unter den Werten, die das Original "LOL - Last One Laughing" erreichte.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 38

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Babylon Berlin ARD 1,893
Reacher Amazon 1,854
ZDFheute ZDF 1,486
ntv Nachrichten RTL 1,452
Tagesschau ARD 1,437
Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promi-Paare RTL 1,132
Bundesliga DAZN 1,068
Tatort ARD 0,981
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,865
Are You The One - Realitystars in Love RTL 0,824
LOL Next Amazon 0,815
heute-show ZDF 0,791
Two and a half Men Amazon 0,716
Markus Lanz ZDF 0,642
Sturm der Liebe ARD 0,621
Ex on the Beach RTL 0,594
Neagley Amazon 0,581
ZDFinfo Doku ZDF 0,567
:newstime Joyn 0,534
Welt News Axel Springer 0,517

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.16; 14.09.2026-20.09.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 18404 vom 28.09.2026 

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.