Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Klar, die lineare Ausstrahlung ist heute nur noch ein Teil der Auswertung einer TV-Produktion - doch große Quiz-Shows gehören noch immer zu den Programmfarben, die den allergrößten Teil ihres Publikums linear finden müssen, weil sie im Streaming kaum nachgefragt sind. Damit stellt sich schon die Frage, was man sich in Unterföhring dabei gedacht hat, ein Drittel der gesamten Staffel des neuen Pilawa-Formats "Wer ist Deutschlands Superhirn?" in direkter Konkurrenz zu Fußball-Länderspielen zu zeigen, die durch den Klopp-Effekt noch gefragter waren als ohnehin schon.

Das Resultat ist nun jedenfalls, dass auch das Staffelfinale wie schon die Sendung in der Woche zuvor nur sehr schwache Quoten erzielte. Zwar zog die Reichweite wieder leicht an, im Schnitt 670.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sind aber sicherlich nicht das, was man sich von einem solchen Format erhoffen müsste. Die durchschnittliche Sehbeteiligung lag mehr als ein Drittel unter dem Bestwert der Staffel. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum kam nicht über 3,0 Prozent hinaus, bei den 14- bis 49-Jährigen reichte es für 2,9 Prozent, in der erweiterten Zielgruppe sogar nur auf 2,5 Prozent.

Auch ProSieben hielt stur n der Ausstrahlung von "Beauty & The Nerd" fest und musste neue Tiefstwerte hinnehmen. Das Finale der Staffel verfolgten im Schnitt nur noch 210.000 Personen, der Marktanteil in der klassischen Zielgruppe fiel auf den neuen Tiefstwert von 3,1 Prozent. Auch RTL hatte mit dem "Sommerhaus der Stars" nichts zu melden - das ist man bei dem Format aber ohnehin inzwischen gewohnt. Die Sehbeteiligung fiel mit 0,85 Millionen dann auch gar nicht wesentlich niedriger aus als sonst, Marktanteile von 4,6 Prozent in der klassischen und 5,0 Prozent in der erweiterten Zielgruppe sind aber natürlich trotzdem schlecht. "Die Stefan Raab Show" erzielte danach sogar nur Marktanteile von 2,3 Prozent in der klassischen und 2,5 Prozent in der erweiterten Zielgruppe.

Stärkster Fußball-Verfolger in der Primetime war beim jungen Publikum unterdessen Vox, wo "Der Herr der Ringe: Die Gefährten" immerhin 5,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen erzielte - wobei hier die lange Laufzeit des Films half. In der erweiterten Zielgruppe lag der Marktanteil bei 5,2 Prozent, 0,63 Millionen sahen hier insgesamt zu. Kabel Eins und RTLzwei zeigten nur Wiederholungen, hier schmerzen die schlechten Quoten also weniger: "Rosins Restaurants" lag in der erweiterten Zielgruppe bei 2,2 Prozent, "Zuhause im Glück" bei 1,7 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen sah es mit 2,6 und 2,4 Prozent ein wenig besser aus.

Am besten hielt sich wie üblich ein Krimi gegen die Fußball-Übermacht: Das Erste wiederholte den "Dänemark-Krimi: Das Mädchen im Kirchturm" und lockte damit 3,66 Millionen Krimi-Fans an, was für gute 15,8 Prozent Marktanteil reichte. Bei den 14- bis 49-Jährigen spielte aber auch Das Erste keine große Rolle, hier waren nicht mehr als 4,0 Prozent Marktanteil zu holen. Erwartungsgemäß keine gute Idee war es, am Vorabend die eigentlich für die Mediathek produzierte Reality "Werwölfe" zu zeigen. Dort liefen vergangene Woche die ersten beiden Folgen, diesmal nun die Folgen 5 und 6 - während die Folgen 3 und 4 nicht linear gezeigt wurden. Dass angesichts dessen trotzdem im Schnitt noch 880.000 Zuschauerinnen und Zuschauer die fünfte und 550.000 die sechste Folge linear sahen, ist fast schon erstaunlich. Mehr als 5,7 und 3,2 Prozent Marktanteil waren damit beim Gesamtpublikum aber nicht zu holen.

Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.15; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;