EM-Zeit ist für viele Sender auch Wiederholungszeit - schließlich ist gegen König Fußball in dieser Zeit ohnehin nicht viel zu holen. Auch die ARD füllt ihr Programm an den Tagen, an denen das ZDF überträgt, überwiegend mit Wiederholungen. Am Sonntag etwa mit einem alten "Tatort", am Mittwoch mit einer Wiederholung des Films "Mr. & Mrs. Right". Auch am Vorabend darf Jörg Pilawa derzeit pausieren, stattdessen wird "SketchUp" recycelt und "Best ofs" alter ARD-Serien wie etwa "Das Geheimnis meines Vaters" gezeigt.
Angesichts dessen ist es um so erstaunlicher, dass die ARD ihre beiden Polittalker Anne Will und Frank Plasberg nicht in die EM-Pause geschickt hat, sondern weiterhin pünktlich sonntags- bzw. mittwochabends antreten lässt - und sie somit in einen aussichtslosen Kampf schickt. Am Sonntagabend musste "Anne Will" gar gegen die Übertragung des Deutschland-Spiels ansenden. Die wenig überraschende Folge: Die Sendung lief fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gerade einmal 2,9 Prozent betrug der Marktanteil beim Gesamtpublikum, nicht einmal eine Million Zuschauer hatte eingeschaltet. Bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil sogar nur bei 1,0 Prozent.
Ganz so übel sah es für Frank Plasberg am Mittwochabend zwar nicht aus, doch auch er stand gegen das EM-Spiel zwischen der Schweiz und der Türkei auf verlorenem Posten. Nur 1,92 Millionen Zuschauer ab drei Jahren schalteten insgesamt ein, was beim Gesamtpublikum nur für 7,0 Prozent Marktanteil reichte. Bei den 14- bis 49-Jährigen war nicht mehr als 2,7 Prozent Marktanteil drin. Immerhin: Am nächsten Mittwoch ist die ARD mit der EM-Übertragung an der Reihe, "Hart aber fair" pausiert somit. Anne Will hingegen wird auch am kommenden Sonntag wieder gegen die EM ins Rennen geschickt. Immerhin diesmal aber nur gegen die Partie Schweiz - Portugal - vielleicht fallen die Marktanteile diesmal also wenigstens nicht ganz so bitter aus wie vergangene Woche.
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