Das TV-Duell Merkel - Steinbrück © WDR/RTL
Über 17 Millionen Zuschauer

TV-Duell legt spürbar zu, aber nur Das Erste jubelt

 

Das Interesse am TV-Duell war in diesem Jahr deutlich größer als vor vier Jahren. Über drei Millionen Zuschauer konnten hinzugewonnen werden. Zufrieden sein kann man aber eigentlich nur im Ersten. Dort sahen über zehn Millionen zu.

von Alexander Krei
02.09.2013 - 08:52 Uhr

Das einzige TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück ist am Sonntagabend wohl Unentschieden ausgegangen. Aus Sicht der Quoten gab es jedoch einen klaren Gewinner: Das Erste hat die mit Abstand meisten Zuschauer vor den Fernseher gelockt und verglichen mit dem Duell von vor vier Jahren nicht nur deutlich zulegen, sondern auch die Marke von zehn Millionen Zuschauern knacken können. 10,11 Millionen Zuschauer verfolgten hier im Schnitt das Aufeinandertreffen von Merkel und Steinbrück und trieben den Marktanteil auf starke 29,1 Prozent. 2009 hatten im Ersten im Schnitt noch über zwei Millionen Zuschauer weniger eingeschaltet.

Hinzu kamen noch einmal 3,71 Millionen Zuschauer, die sich das TV-Duell im Zweiten ansahen. Auch hier fiel die Reichweite höher aus als vor vier Jahren - rund 240.000 Zuschauer konnte das ZDF hinzugewinnen. Unterm Strich reichte es aber trotzdem nur für einen sehr mäßigen Marktanteil von 10,7 Prozent. Besonders die Privatsender hatten jedoch wieder darunter zu leiden, dass das Duell auf so vielen Sendern ausgestrahlt wurde. So kam RTL im Schnitt nicht über 2,22 Millionen Zuschauer hinaus - auch das waren aber zumindest ein paar mehr als 2009. Der Marktanteil lag trotzdem bei ernüchternden 6,4 Prozent.

Für ProSiebenSat.1 hat es sich zudem gelohnt, das Duell diesmal nicht in Sat.1 zu zeigen, sondern bei ProSieben, wo immerhin noch 1,51 Millionen Zuschauer dabei waren. Zum Vergleich: Als Sat.1 vor vier Jahren mit an Bord war, hatten dort nicht mal 800.000 Zuschauer eingeschaltet. Phoenix, wo das Duell mit Gebärdensprache gezeigt wurde, spielte mit 80.000 Zuschauern am Sonntagabend übrigens erwartungsgemäß nur eine Nebenrolle. Insgesamt waren somit also über 17,6 Millionen Zuschauer beim TV-Duell dabei - das waren über 3,2 Millionen mehr als 2009. Es war damit also das zweitstärkste Duell in der noch kurzen Duell-Geschichte, die erst vor elf Jahren begann. Als Merkel und Gerhard Schröder 2005 gegeneinander antraten, sahen sogar knapp 21 Millionen Zuschauer zu.

Die meisten jungen Zuschauer verbuchte das Duell in diesem Jahr übrigens im Ersten: 3,17 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer waren hier dabei - und damit mehr als RTL oder ProSieben insgesamt erreichten. Der Marktanteil lag bei sehr starken 22,7 Prozent. Bei RTL reichte es - ähnlich wie vor vier Jahren - nur für 8,4 Prozent, ProSieben lag mit 8,0 Prozent knapp dahinter. Das ZDF bildete mit einem Marktanteil von lediglich 6,4 Prozent das Schlusslicht. Mit mehr als 6,3 Millionen Zuschauern dieser Altersklasse konnte das diesjährige Duell im Vergleich zu 2009 um über 1,1 Millionen Zuschauer zulegen. So gesehen war die Übertragung am Sonntagabend also ein voller Erfolg, auch wenn man aus Quotensicht letztlich nur bei der ARD zufrieden sein kann.

Dort lief es auch davor und danach am besten: 7,90 Millionen Zuschauer verfolgten die kurze Einstimmung mit Günther Jauch, danach trieben 8,23 Millionen Zuschauer den Marktanteil der Talkshow sogar auf starke 30,3 Prozent - und damit auf einen neuen Bestwert. Das "heute-journal" im ZDF hielt noch 3,41 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, bei RTL kam die kurze Analyse nicht über 1,92 Millionen hinaus. ProSieben brachte es mit "Absolute Mehrheit Spezial" im Anschluss an das TV-Duell noch auf 1,21 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 8,1 Prozent beim jungen Publikum.

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