Til Schweiger © NDR/Marion von der Mehden
Die beliebtesten "Tatort"-Kommissare

Schweiger & Möhring mischen "Tatort"-Ranking auf

 

Der "Tatort" wird immer beliebter, auch dank Til Schweiger und Wotan Wilke Möhring, die in diesem Jahr als neue Ermittler ihren Einstand feierten. Um ein Haar hätte Schweiger sogar den Münster-"Tatort" von der Spitze verdrängt. Die Gewinner und Verlierer...

von Alexander Krei
30.12.2013 - 12:25 Uhr

Dass der "Tatort" immer beliebter wird, ist schon längst kein Geheimnis mehr - damit stellt sich die Krimireihe, von der manche schon vor einigen Jahren dachten, sie hätte ihr besten Zeiten längst hinter sich, gegen den Trend. Denn während viele altgediente Formate im Laufe der Zeit Zuschauer einbüßen, geht es für den "Tatort" seit geraumer Zeit spürbar nach oben. 9,32 Millionen Zuschauer haben in diesem Jahr Sonntag für Sonntag im Schnitt vor dem Fernseher gesessen. Das waren fast eine halbe Million mehr als 2012 und sogar über 900.000 mehr als noch vor zwei Jahren. Und auch wenn sich so mancher Fan wegen der Vielzahl an neuen Ermittlern sorgt: Der Start mancher Neulinge hat dem "Tatort" sogar noch einmal einen Popularitätsschub beschert.

Das zeigt der Blick auf die fünf erfolgreichsten Ermittler: Drei von ihnen waren in diesem Jahr zum ersten Mal zu sehen - und sie alle erreichten jeweils zweistellige Millionen-Reichweiten. Mit 12,57 Millionen Zuschauern rangiert Til Schweiger als populärster Neueinsteiger auf dem zweiten Platz. Geschlagen geben musste sich der Action-"Tatort" damit nur dem Münsteraner Gespann, das mit zwei Einsätzen im Schnitt auf 12,63 Millionen Zuschauer kam. Jan Josef Liefers und Axel Prahl haben es im Frühjahr sogar geschafft, mit der Folge "Summ Summ Summ" die höchste "Tatort"-Reichweite seit fast 20 Jahren einzufahren. Ein knappes Rennen lieferten sich derweil die neuen Ermittler aus Erfurt mit Wotan Wilke Möhring, der im ganzen Norden im Einsatz ist. Mit 10,37 Millionen Zuschauern kam Möhring auf das Bronze-Treppchen - mit hauchdünnem Vorsprung von 50.000 Zuschauern.

Einzig Maria Furtwängler, der schon im vorigen Jahr der Sprung über die Marke von zehn Millionen Zuschauern gelang, fehlt diesmal im Ranking. Weil sie sich und ihrer Figur Charlotte Lindholm eine Auszeit gönnte, kann die Zweitplatzierte des Vorjahres die "Tatort"-Charts nicht aufmischen. Doch auch ohne Furtwängler unterhielt der "Tatort" in diesem Jahr gleich neun Mal mehr als zehn Millionen Fans. Zum Vergleich: 2012 schaffte die Krimireihe das nur fünf Mal. Erstaunlich ist aber vor allem, dass auch viele langjährige Ermittler-Teams zulegen konnten. Das Kölner Gespann brachte es etwa auf 9,57 Millionen Zuschauer - das waren über 700.000 mehr als im Jahr zuvor. Nur knapp dahinter landete Lena Odenthal aus Ludwigshafen, die sich im Vergleich zu 2012 sogar um mehr als eine Million Zuschauer steigern konnte.

Aber auch der Kieler Kommissar Borowski erreichte diesmal mit seinen beiden Einsätzen im Schnitt mehr als neun Millionen Zuschauer, nachdem er vor einem Jahr sogar unter der Marke von acht Millionen geblieben war und damit nur den drittletzten Rank belegte. Einen mindestens ebenso beachtlichen Sprung machte Ulrich Tukur, der mit seinem letzten "Tatort" vor zwei Jahren noch weniger als sieben Millionen Zuschauer unterhielt - und sich diesmal auf 9,41 Millionen steigerte. Auch die Stuttgarter Ermittler gewannen Zuschauer hinzu. Dass sie dennoch vom dritten auf den fünften Platz fielen, lag einzig und alleine an der Stärke der Neulinge. Das Schlusslicht bildet übrigens der Schweizer "Tatort", der als einziger im Schnitt von weniger als acht Millionen Zuschauern gesehen wurde. Mit 7,89 Millionen ging es aber auch hier im Vergleich zum Vorjahr um über 800.000 Zuschauer nach oben.

Ein echter Verlierer ist der Saarländische Rundfunk, der seine Saarbrücker Ermittler bekanntlich austauschte, damit aber sogar Verluste hinnehmen musste. Anstelle des vierten Platzes gab es diesmal nur noch Rang 14 von insgesamt 20 Paaren. Dass nicht alle Neuling auf Anhieb über zehn Millionen Zuschauer anlocken, zeigt das Team aus Weimar, das lediglich vor den Schweizer lag. Um ein Haar hätten Nora Tschirner und Christian Ulmen sogar den letzten Platz belegt - sie hatten mit dem "Traumschiff" zum Weihnachtsfest allerdings auch mit harter Konkurrenz zu kämpfen. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen reichte es für die beiden nur für die vorletzte Position im "Tatort"-Ranking, den Dortmundern, die im vorigen Jahr erstmals im Einsatz waren, gelang hier dagegen ein ungleich besserer siebter Platz.

Spitzenreiter bei den jungen "Tatort"-Fans war allerdings nicht Münster, sondern Til Schweiger: Mit 5,21 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern setzte er sich ungefährdet an die Spitze - er erreichte damit in dieser Zuschauergruppe über eine Million Zuschauer mehr als Liefers und Prahl. Bei aller Kritik an Schweiger war sich seine Premiere damit zumindest aus Sicht der Quoten ein voller Erfolg. Den dritten Platz belegte auch hier Wotan Wilke Möhring. Ein Ende des "Tatort"-Hypes ist jedenfalls erst mal nicht in Sicht. Daher überrascht es kaum, dass der Bayerische Rundfunk derzeit mit Hochdruck an seinem neuen Franken-"Tatort" bastelt. Und nach dem Abschied von Joachim Król stehen auch beim Frankfurter "Tatort" Veränderungen ins Haus.

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