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Dominierend, aber...

EM-Finale bleibt weit hinter den Bestwerten zurück

 

Das Finale der Fußball-Europameisterschaft dominierte am Sonntag natürlich das TV-Geschehen - und doch waren die Quoten eher ernüchternd. So sahen deutlich weniger Zuschauer zu als bei den Final-Partien der letzten großen Wettbewerbe.

von Uwe Mantel
11.07.2016 - 09:04 Uhr

17,68 Millionen Zuschauer verfolgten an einem warmen Sommerabend in Deutschland das Finale der Fußball-Europameisterschaft, in dem sich Portugal in der Verlängerung gegen Frankreich durchsetzen konnte. Damit dominierte der Fußball natürlich noch einmal den Sonntagabend. Und doch ist diese Zahl alles in allem eher ernüchternd - denn obwohl also bis in den späten Abend völlig offen war, welche Mannschaft dieses Turnier für sich entscheiden würde, blieb die Reichweite nicht nur klar hinter den Finalspielen der letzten Europa- und Weltmeisterschaften zurück, sondern auch hinter der anderer Spiele dieser EM.

Wie die Franzosen sich im Viertelfinale mit 5:2 gegen Island durchsetzten, hatten nämlich im Schnitt 1,25 Millionen Zuschauer mehr verfolgt. Und auch das Halbfinal-Spiel zwischen Wales und Portugal zählte rund 100.000 Zuschauer mehr. An diesem Sonntag saßen allerdings angesichts des guten Wetters und der Tatsache, dass im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW die Ferien begonnen haben, insgesamt weniger Zuschauer vor dem Bildschirm als zuletzt, sodass zumindest die Marktanteile mit 60,1 Prozent beim Gesamtpublikum und 61,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen die bislang besten bei dieser EM für ein Spiel ohne deutsche Beteiligung waren.

Wie erwähnt wurden aber auch die Final-Quoten der letzten großen Turniere deutlich unterschritten - auch wenn sie ohne deutsche Beteiligung stattfanden. Als Spanien sich 2012 mit 4:0 gegen Italien durchsetzte, sahen nämlich beispielsweise über 20 Millionen Zuschauer zu, als sich Griechenland 2004 gegen die Portugiesen durchsetzte waren sogar fast 25 Millionen Zuschauer dabei, die WM-Finals 2006 und 2010 hatten ebenfalls ohne deutsche Beteiligung sogar mehr als 25 Millionen Zuschauer vor den Fernseher gelockt. Nicht zuletzt die allgemein häufig nicht allzu attraktive Spielweise bei dieser EM schlug sich also auch in den Quoten nieder.

"Beckmanns Sportschule" holte trotzdem zum Abschluss dieser EM nochmal hervorragende Quoten, trotz der späten Startzeit um 0:17 Uhr. 2,15 Millionen Zuschauer saßen zu diesem Zeitpunkt noch vor dem Fernseher, das reichte für sehr gute 24,9 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 24 Prozent Marktanteil erzielt. Bei aller Kritik: Mit im Schnitt fast 22 Prozent beim Gesamtpublikum und 23,6 Prozent bei den Jüngeren war die "Sportschule" für Das Erste damit ein voller Erfolg.

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