Es schien fast so, als sei bei ProSieben in den vergangenen Tagen ein Mitarbeiter nur damit beschäftigt, auf die aufgebrachten Michael-Jackson-Fans, die gegen die Ausstrahlung der Doku "Leaving Neverland" wetterten und zum Boykott des Senders aufriefen, zu reagieren. Am Samstag war die Sendung, in der zwei Männer berichten, dass sie als Kinder von Michael Jackson missbraucht worden seien, endlich zu sehen. Spektakulär fielen die Quoten dabei nicht aus - dass die intensive, vierstündige Doku samstags ab 20:15 Uhr einen zweistelligen Marktanteil einfahren konnte, ist aber durchaus beachtlich.

So sahen im Schnitt 760.000 14- bis 49-jährige Zuschauer "Leaving Neverland". Das reichte in der klassischen Zielgruppe für einen Marktanteil von 10,2 Prozent. Insgesamt verfolgten im Schnitt 1,19 Millionen Zuschauer die Sendung. ProSieben flankierte die Doku zudem mit einem eigenen Special, in dem unter anderem auch die Kritik an der Doku aufgegriffen wurde. Am Vorabend - in direkter Konkurrenz zum Spiel Bayern - BVB - waren dafür nur magere 7,6 Prozent Marktanteil drin, ProSieben zeigte die Sendung aber auch nochmal um 0:15 Uhr im Anschluss an die Doku. Hier stieg der Marktanteil auf 15,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen an. Auch absolut gesehen lag die Reichweite mit 740.000 Zuschauern sogar etwas höher als am Vorabend. Angesichts der späten Stunde - die Sendung dauerte bis 1:30 Uhr nachts - ein sehr hoher Wert.