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Analyse der Audio-MA 2019/II

Bayern 1 legt zu, SWR 3 fällt zurück, DAB+ mit Nischendasein

 

Bayern 1 ist nun hinter Radio NRW reichweitenstärkster Einzelsender des Landes, SWR 3 fällt auf Rang 5 zurück. Großer Jubel unterdessen bei Rock-Antenne, Radio Schlagerparadies und Radio Arabella. DAB+ führt noch immer ein Nischendasein.

von Uwe Mantel
10.07.2019 - 12:05 Uhr

Seite 1 von 6

Die Zahlen der neuesten Audio-MA 2019/II fallen für die Radio-Branche insgesamt sehr positiv aus. Demnach konnte der Werbefunk im Ganzen seine Hörerzahl in der Durchschnittsstunde (Mo-Fr, 6-18 Uhr - das ist für alle weiteren Angaben auf dieser Seite die Grundlage, sofern nicht anders angegeben) um 918.000 oder 4,3 Prozent steigern. Reichweitenstärkster Vermarkter bleibt dabei zwar ARD Sales & Services mit 11,6 Millionen Hörern in der Durchschnittsstunde, hier fiel das Reichweitenwachstum mit +2,8 Prozent aber unterdurchschnittlich hoch aus. Konkurrent RMS legte hingegen um 5,6 Prozent auf 10,1 Millionen Hörer zu. Die kleineren Vermarkter Studio Gong (+16,9 Prozent) und Energy (+11,5 Prozent) verzeichneten noch deutlicheres Wachstum.

Auch wenn man auf die einzelnen Sender blickt, dann findet man in der Top20-Liste überwiegend grüne Zahlen. Ganz vorne rangiert weiter das Lokalsender-Konglomerat Radio NRW, das mit knapp unter 1,6 Millionen Hörern allerdings einen minimalen Reichweitenverlust hinnehmen musste. Bayern 1 legte hingegen massiv um 8,3 Prozent zu und ist mit knapp über 1,1 Millionen Hörern nun stärkster Einzelsender. Bei der letzten Audio-MA hatte noch SWR 3 diesen Platz inne, da der Sender aber 3,6 Prozent Reichweite verlor, zogen auch noch WDR 2 und Antenne Bayern vorbei und verwiesen SWR 3 auf Rang 5. Die fünf genannten Sender bilden auch die Gruppe der Hörer-Millionäre, dahinter folgt Bayern 3 dann schon mit deutlichem Rückstand: 868.000 Hörer wurden hier gezählt, der Rückstand auf den privaten Konkurrenten Antenne Bayern wurde somit nur minimal kleiner.

Die 20 meistgehörten Radiosender in Deutschland laut Audio-MA 2019/II (Hörer ab 14 Jahre pro Stunde, Mo-Fr 6-18 Uhr):

  Hörer in Tsd.
ma 2019/II
Hörer in Tsd.
ma 2019/I
Veränderung
in Prozent
Radio NRW
1.594 1.603 - 0,6 %
Bayern 1
1.103 1.018
+ 8,3 %
WDR 2
1.092 1.046
+ 4,4 %
Antenne Bayern
1.035
1.018 + 1,8 %
SWR 3
1.033
1.072
- 3,6 %
Bayern 3
868 837
+ 3,7 %
1Live 855 818
+ 4,5 %
NDR 2
807
808 - 0,1 %
Hit-Radio FFH
474
520
- 8,8 %
radio ffn
461
432
+ 6,7 %
SWR 4 BW
454 468 - 3,0 %
SWR 1 BW
407
374
+ 8,8 %
MDR Sachsen
366
357
+ 2,5 %
hr3
358
340
+ 5,3 %
Antenne Niedersachsen
346 316
+ 9,5 %
MDR Jump
299
299
+/- 0
R.SH
280
235
+ 19,1 %
Klassik Radio
259
254
+ 2,0 %
Radio Hamburg
251 236
+ 6,4 %
MDR Thüringen
240 239 + 0,4 %

Quelle: AG.MA, ausschließlich Werbeträger

Bei Antenne Bayern ist die Freude heute aber vor allem mit Blick auf den Ableger Rock-Antenne Groß: Die konnte ihre Reichweite im Vergleich zur vorherigen Erhebung um rund 25 Prozent steigern und verzeichnet nun 221.000 Hörer. Der Hamburger Ableger verzeichnete allerdings gleichzeitig ein massives Minus von 19 Prozent. Unter den absolut größten Gewinnern finden sich hinter Bayern 1, WDR 2 und R.SH (das über 19 Prozent zulegte) auch noch einige kleinere Sender. Dazu gehört der Münchner Lokalsender Radio Arabella, der 38.000 Hörer hinzugewinnen konnte, ein Plus von sagenhaften 55,9 Prozent. Bemerkenswert auch der Zuwachs um 390.000 Hörer beim Radio Schlagerparadies, was in Prozenten ausgedrückt ein Wachstum um 43,8 Prozent war.  Um über 50 Prozent legte auch der Bremer Jugendsender Bremen Next zu, Bremen Eins steht mit einem Zuwachs von einem Drittel ebenfalls ganz oben mit auf der Aufsteigerliste. Nur Bremen Vier reihte sich mit leichten Verlusten nicht in diese Riege ein.

Die größten Gewinner (in Prozent):

  Hörer in Tsd.
ma 2019/II
Hörer in Tsd.
ma 2019/I
Veränderung

Radio Arabella
106
68
+ 55,9 %
Bremen Next
41
27
+ 51,9 %
Radio Schlagerparadies
128
89
+ 43,8 %
Energy München
63
44
+ 43,2 %
Das neue Radio Seefunk
50
35
+ 42,9 %
delta radio
67
48
+ 39,6 %
Radio Teddy
57 41
+ 39,0 %
Energy Stuttgart
51
37
+ 37,8 %
Bremen Eins
116
87
+ 33,3 %
Hitradio OHR
33
25
+ 32,0 %

Quelle: AG.MA, Angaben ohne Gewähr

Größter Verlierer in absoluten Zahlen war Hit-Radio FFH: 46.000 Hörer kamen abhanden, das bedeutete ein Minus von 8,8 Prozent. Allerdings hatte die Audio-MA 2019/I Anfang des Jahres dem Sender auch noch einen massiven Zuwachs von 19 Prozent bescheinigt - damit liegt FFH nun noch immer locker über dem Wert des Vorjahres. Auch der öffentlich-rechtliche Konkurrent hr3 war bei der vorangegangenen Ausweisung schon unter den großen Gewinnern, legte nun aber sogar noch weiter um 5,3 Prozent zu. Der Rückstand auf FFH beträgt trotzdem noch über 116.000 Hörer. Schlechte Nachrichten gab's aber auch für den hr, wo hr4 und hr-iNFO Reichweiten im zweistelligen Prozentbereich einbüßten. Größter prozentualer Verlierer dieser Ausweisung war bigFM Saarland, auch die Energy-Stationen von Hamburg und Berlin gerieten deutlich unter Druck - anders als Energy München, das deutlich zulegen konnte.

Die größten Verlierer (in Prozent):

  Hörer in Tsd.
ma 2019/II
Hörer in Tsd.
ma 2019/I
Veränderung
in Tsd.
bigFM Saarland
8
11
- 27,3 %
Energy Hamburg 25 34 - 26,5 %
Energy Berlin 51
62
- 17,7 %
Rockland Radio 50 60
- 16,7 %
Jam FM
56
67
- 16,4 %
Radio Top 40
21
25
- 16,0 %
Antenne Brandenburg
149
177
- 15,8 %
Antenne Frankfurt
12
14
- 14,3 %
hr4
194
226
- 14,2 %
hr-iNFO
54
61
- 11,5 %

Quelle: AG.MA, Angaben ohne Gewähr

Erstmals ausgewiesen wurden bei dieser Audio-MA übrigens auch Zahlen für DAB+. 3,76 Millionen Hörer nutzen demnach an einem durchschnittlichen Tag DAB+, während es unabhängig vom Empfangsweg rund 54 Millionen sind. Klar ist also: Die DAB+-Nutzung befindet sich nach wie vor auf einem sehr überschaubaren Niveau. Die DAB+-Nutzer sind dabei sehr stark überwiegend männlich: 2,56 Millionen männlichen DAB+-Nutzern stehen nur 1,2 Millionen Frauen gegenüber. Und: Die Verweildauer bei DAB+ liegt mit im Schnitt 144 Minuten erheblich unter der des klassischen Radio-Empfangs. Unabhängig vom Empfangsweg beträgt sie 257 Minuten.

Auf den folgenden Seiten: Ein Blick in die einzelnen Bundesländer 

Bitte beachten: Um auch die Sender ohne Werbung berücksichtigen zu können, blicken wir in den folgenden Tabellen auf die Tagesreichweite, nicht wie auf dieser Seite die Hörer pro Durchschnittsstunde.

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