Dass die ARD-Krimis am Sonntagabend an der Spitze liegen, ist ein gewohntes Bild. Umso überraschender ist es, wenn dem mal nicht so ist. So wie jetzt geschehen: Der zweite Fall des neuen "Polizeiruf 110"-Ermittlerin Verena Altenberger tat sich mit 5,03 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 14,9 Prozent ungewöhnlich schwer und bescherte der Krimireihe die niedrigste Reichweite des laufenden Jahres. Das ZDF nutzte die Gunst der Stunde und ließ den Krimi hinter sich - wenn auch nur knapp.

"Frau Holles Garten" wollten zur selben Zeit nämlich sogar 5,19 Millionen Zuschauer sehen, die den Marktanteil auf 15,3 Prozent trieben. Mehr Menschen lockte am Sonntag nur die "Tagesschau" vor den Fernseher. Der Erfolg des ZDF-Films kommt auch deshalb überraschend, weil die "Herzkino"-Märchen im vorigen Jahr noch vergleichsweise schwach performten. Kurz vor Weihnachten hatte der "Froschkönig" damals nur knapp mehr als drei Millionen Zuschauer erreicht.

Auch beim jungen Publikum lief es für "Frau Holles Garten" mit einem Marktanteil von 7,8 Prozent sehr respektabel. Hier lag der "Polizeiruf" mit 11,1 Prozent Marktanteil im öffentlich-rechtlichen Duell allerdings vorne - gemessen an sonstigen Werten der ARD-Krimis ist aber auch das ein schwacher Wert. Besonders bitter: Im Vergleich zum ersten Fall der neuen Ermittlerin im September kamen noch einmal 900.000 Zuschauer abhanden.

Im weiteren Verlauf des Abends tat sich dann auch "Anne Will" schwer: 2,81 Millionen Zuschauer bedeuteten für den Polittalk die schwächste Reichweite seit drei Monaten, der Gesamt-Marktanteil lag bei nur 10,3 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab's für Will mit 4,3 Prozent sogar den schlechtesten Wert seit September 2018. Noch schlechter lief es am späten Abend jedoch für das ZDF, wo "Der Pass" bei miesen 2,0 Prozent hängen blieb. Insgesamt erreichte die Serie nur 1,64 Millionen Zuschauer. Den Auftakt hatten vor einer Woche noch eine Million mehr gesehen.