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Print-Auflagen im 4. Quartal

"Spiegel" & "Focus" schwach am Kiosk, "Welt" fällt rasant

 

Die Print-Auflage der "Welt" fiel im 4. Quartal2019 weiterhin rasant, auch das Minus bei "Bild" blieb riesig. Ein ganz schwaches Quartal beim Kiosk-Verkauf erlebten zudem "Spiegel" und "Focus". Einziger Gewinner unter den Top 15: Ein Billig-Programmie...

von Uwe Mantel
17.01.2020 - 10:59 Uhr

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Im Jahr 2019 kannten die Print-Auflagen weiterhin fast nur eine Richtung: Gen Süden. Das hat sich wenig überraschend auch im letzten Quartal des Jahres nicht mehr geändert. Blickt man auf die Top 15 der Publikustitel mit der höchsten Auflage, dann findet man dort gerade mal einen Gewinner: Das vierwöchige Billig-Programmie "TV Pur". Wer sich noch eine TV-Zeitschrift leistet, der greift offenbar also tatsächlich immer lieber zu einer solch günstigen Variante, der Zugewinn ist auch nicht künstlich aufgebläht, es sind Abos und Einzelverkäufe die hier anzogen.

Ansonsten aber dicke Minus-Zeichen soweit das Auge reicht. Die "Bild" etwa rutscht wieder um 10,3 Prozent ab. Rechnet man den Effekt der Einstellung der "Fußball-Bild" heraus, die während ihrer Lebenszeit der "Bild"-Auflage zugeschlagen wurde, lag das Minus zwar knapp im einstelligen Bereich, das macht die Sache aber kaum besser. bei "Bild am Sonntag" beträgt das offizielle Auflagen-Minus 8,8 Prozent, blickt man nur auf die harten Auflagen-Kategorien, war es aber ein Rückgang um 10,2 Prozent. Immerhin: Kräftig ansteigende E-Paper-Abonnements (+25 Prozent) haben noch Schlimmeres verhindert.

Für die "Welt am Sonntag" weist Springer übrigens sogar eine steigende verkaufte Auflage aus - was aber nur der kräftig gestiegenen Anzahl an Bordexemplaren liegt. Bei der harten Auflage betrug das Minus 5,5 Prozent. Im Gegenzug wurden bei der gedruckten "Welt" die Bordexemplare massiv zurückgefahren, was sich in einem Rükgang der verkauften Auflage um satte 30,7 Prozent auf nur noch 107.777 Exemplare bemerkbar macht. Doch selbst wenn man diesen Effekt herausrechnet, beträgt der Rückgang der harten Auflage weiterhin massive 12,4 Prozent. Weniger als 67.000 Käufer fanden sich noch für die gedruckte Welt. Doch Print ist natürlich nur die halbe Wahrheit, im Gegenzug stieg die Anzahl der Nutzer, die online für das Angebot der "Welt" zahlen nämlich deutlich an. 109.657 "digitale tagesdurchschnittliche Nutzungsrechte" wurden verkauft. Ein Jahr zuvor waren es nur 86.818. Binnen Jahresfrist hat die "Welt" also immerhin fast 23.000 weitere zahlende Nutzer gefunden.

Kauftitel mit der höchsten verkauften Auflage

  Verkaufte
4/2019
Verkaufte
4/2018
+/-
absolut
+/-
in Prozent
TV 14
1.884.977 1.987.584 -102.607 -5,2 %
Bild
1.280.653 1.427.988 -147.335 -10,3 %
TV Digital
1.239.524 1.371.963 -132.439 -9,7 %
Hörzu
912.714 951.264 -38.550 -4,1 %
Nur TV Plus
874.529 884.886 -10.357 -1,2 %
TV Direkt
868.445 944.918 -76.473 -8,1 %
Landlust
827.806 847.775 -19.969 -2,4 %
TV Movie
809.059 872.427 -63.368 -7,3 %
Bild Am Sonntag Gesamt
701.791 769.502 -67.711 -8,8 %
Der Spiegel
691.451 712.268 -20.817 -2,9 %
TV Spielfilm
662.541 703.731 -41.190 -5,9 %
Auf Einen Blick
651.687 702.247 -50.560 -7,2 %
Bild Der Frau
600.353 622.566 -22.213 -3,6 %
TV Pur
598.522 582.547 +15.975 +2,7 %
Freizeit Revue
562.940 608.029 -45.089 -7,4 %

Nachdem sich der "Spiegel" lange recht wacker geschlagen hatte, gab es nun auch hier einen deutlichen Rückgang. Die verkaufte Auflage sank unter die 700.000er Marke. Betrachtet man nur die harte Auflage, fiel das Minus mit 4,3 Prozent schon spürbar aus. "Der Spiegel" hatte dabei vor allem Probleme am Kiosk: Die Einzelverkäufe sackten im 4. Quartal im Vergleich zum Vorjahr um satte 13,5 Prozent ab. Auch beim "Focus" gingen die Einzelverkäufe um 12,5 Prozent zurück. Die Abo-Zahlen stabilisieren aber auch hier die harte Auflage etwas, das Minus betrug hier nur 3,1 Prozent. Dass der "Focus" offiziell trotzdem einen Rückgang der verkauften Auflage um über 15 Prozent verkünden muss, liegt an der deutlichen Reduzierung der wenig einträglichen Bordexemplare um etwa 50.000. Ähnlich sieht es beim "Stern" aus: Die verkaufte Auflage sank zwar um 8,4 Prozent, betrachtet man nur die harte Auflage, bleibt aber nur noch ein Minus von 3,4 Prozent übrig.

Heftige Einbrüche gab's bei seichteren Titeln: "Closer" verliert 18,4 Prozent der harten Auflage, "Intouch" 20,7 Prozent, "OK!" 23,2 Prozent, "In" sogar 28,3 Prozent. Wenig Freude wird man auch bei "Joy" angesichts eines Einbruchs der harten Auflage um etwa ein drittel haben. Land Unter melden weiterhin auch die Jugendtitel: "Bravo" verliert mehr als ein Viertel der harten Auflage, "Mädchen" ein Drittel, "Bravo Girl" sogar mehr als das, "Hey!" über die Hälfte. Auch die Tech-Titel melden weiter überwiegend hohe Rückgänge der harten Auflage: -17,3 Prozent bei "Computer Bild", -33,6 Prozent bei "Chip". Die "PC Welt" hält sich im Vergleich dazu erstaunlich stabil, die verkaufte Auflage ging nur um 1,4 Prozent zurück. Recht stabil präsentierten sich auch die großen Sport-Titel: "Sport Bild" verlor lediglich 0,5 Prozent der harten Auflage, der "Kicker" montags 3,3 Prozent, donnerstags 1,3 Prozent. "11 Freunde" konnte gegen den Trend sogar wieder wachsen, ebenso "Bravo Sport".

Bei den überregionalen Tageszeitungen meldet das "Handelsblatt" offiziell ein Auflagenplus von 4,7 Prozent, betrachtet man nur die harte Auflage, bleibt aber trotzdem ein Minus von 1,1 Prozent. Damit liegt man aber besser im Rennen als die meisten anderen überregionalen Titel, nur die "taz" verlor in ähnlich verträglichem Maße. Die "SZ" büßte hingegen 4,4 Prozent ihrer verkauften Auflage ein, die "FAZ" 3,5 Prozent. Bei den Wochenzeitungen konnte die "Zeit" die harte Auflage als einziger Vertreter minimal steigern. Die "FAS" gehört mit einem Minus von 7,7 Prozent hingegen hinter der "BamS" zu den großen Verlierern.

Auf Seite 2: Die größten Auflagen-Gewinner und -Verlierer

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