Mehr als elf Monate nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rücktritt als CDU-Vorsitzende angekündigt hat, hat die CDU nun nach mehreren Verschiebungen endlich ihren neuen Vorsitzenden gewählt - und so lange das Verfahren pandemie-bedingt auch dauerte, so kompakt ging es dann letztlich am Samstagvormittag mit den drei Reden der Bewerber Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen über die Bühne - kein Vergleich zu den stundenlangen Präsenz-Parteitagen also. Den Nachrichtensendern bescherte das am Samstagvormittag in jedem Fall nochmal zusätzliche Aufmerksamkeit.

Ein exakter Vergleich fällt schwer, da die verschiedenen Sender unterschiedlich lange Sendungen ausweisen - klar ist aber, dass ntv mit seiner Berichterstattung sehr gefragt war. Zwischen 9 und 11 Uhr sahen dort im Schnitt 280.000 Zuschauer zu, der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei 3,5 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 4,3 Prozent Marktanteil erzielt. Zwischen 11 und 12 waren im Schnitt 310.000 Zuschauer mit dabei, die Marktanteile lagen hier bei 3,1 Prozent beim Gesamtpublikum und 3,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Konkurrent Welt lag ein ganzes Stück dahinter. Hier liegt eine Durchschnitts-Reichweite für die Zeit zwischen 9:30 Uhr und kurz vor 11 Uhr vor - mit im Schnitt 110.000 Zuschauern lag die aber signifikant niedriger. Der Marktanteil lag bei 1,3 Prozent beim Gesamtpublikum, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 2,1 Prozent erzeilt. Am späteren Vormittag zog die Reichweite hier aber an, zwischen 11:19 Uhr und 11:40 Uhr belief sich der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen schon auf 3,1 Prozent und lag damit auf ntv-Niveau, auch wenn isgesamt weiterhin deutlich weniger Menschen Welt eingeschaltet hatten - die Gesamt-Reichweite lag in diesem Timeslot bei 160.000.

Phoenix weist seine Quoten sehr stark aufgeschlüsselt aus, hier liegt also keine Durchschnittszahl über einen längeren Zeitraum vor. Dafür lässt sich genau nachverfolgen, wieviele Zuschauer die einzelnen Reden verfolgt haben. Da Armin Laschet als erster schon gegen 9:45 Uhr an der Reihe war, hat der letztliche Sieger dabei das mit Abstand kleinste Publikum erreicht: 230.000 Zuschauer sahen die Laschet-Rede bei Phoenix, Friedrich Merz lauschten im Anschluss 330.000 Zuschauer, Norbert Röttgen sprach vor 410.000 Zuschauern. Offenbar fanden also viele Zuschauer erst im Lauf der Übertragung den Weg vor den Fernseher. Der Marktanteil lag während der Röttgen-Rede schon bei 4,7 Prozent beim Gesamtpublikum und 4,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen, bei Laschet waren es noch 2,9 und 2,3 Prozent. Bei der Verkündung des Ergebnisses der Stichwahl sahen bei Phoenix um kurz vor 11:30 Uhr dann 530.000 Zuschauer zu, 5,2 Prozent betrug der Marktanteil hier beim Gesamtpublikum, 4,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Während der kurzen Reden von Laschet, Merz und Röttgen danach stiegen die Marktanteile noch weiter auf 5,5 (ab 3) und 4,8 Prozent (14-49) an.

Die meisten Zuschauer haben den Parteitag aber im ZDF verfolgt - doch der Vorsprung auf die kleineren Sender war längst nicht so groß, wie man das von der Sendergröße her erwarten könnte. Zwischen 9:40 Uhr und 11:40 Uhr sahen hier im Schnitt 510.000 Zuschauer zu. Mit Marktanteilen von 5,6 Prozent beim Gesamtpublikum und 3,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen gab es für ZDF-Verhältnisse dann doch recht maue Werte. Das Erste erreichte mit der Übertragung des Ski-Weltcup Slalom der Herren ab 9:30 Uhr bereits 1,05 Millionen Zuschauer, bei den Nordischen Kombinierern waren ab 10:20 Uhr schon gut eineinhalb Millionen Zuschauer mit dabei.

Am Abend stellte sich Armin Laschet sowohl im Ersten als auch im ZDF Fragen. "Was nun, Herr Laschet?" sahen sich im ZDF 3,96 Millionen Zuschauer an, was 13,3 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum entsprach, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 7 Prozent Marktanteil erzielt. "heute" hatte direkt zuvor 4,96 Millionen Zuschauer. "Farbe bekennen" erreichte im Ersten um 20:15 Uhr ein paar Zuschauer mehr: 4,29 Millionen wurden hier gezählt, was 12,2 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und 10,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen entsprach.  Allerdings lieferte die "Tagesschau" auch einen viel stärkeren Vorlauf: 8,97 Millionen Zuschauer erreichte die Nachrichtensendung allein im Ersten.