Mit einem 3:0-Sieg von Italien über die Türkei startete am Freitagabend die Fußball-Europameisterschaft pandemiebedingt mit einem Jahr Verspätung - und damit begann auch der mehrwöchige Ausnahme-Zustand im Fernsehen. Natürlich dominierte die Übertragung im Ersten den Abend: Im Schnitt sahen 9,83 Millionen Zuschauer die Partie im Ersten. Das war mehr als jeder Dritte, der zu diesem Zeitpunkt überhaupt vor dem Fernseher saß, der Marktanteil lag bei 36,9 Prozent. In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen war es gar fast jeder Zweite, hier wurde mit 48,0 Prozent Marktanteil noch ein erheblich höherer Wert erzielt.

Einschränkend bleibt zu sagen: Nicht mitgezählt sind dabei wie immer Zuschauer in Kneipen, die inzwischen ja wieder geöffnet haben. Und: Diesmal laufen alle Spiele auch bei Magenta TV - auch über diese Reichweite ist nichts bekannt. Und auch Nutzer des ARD-Streams in der Mediathek sind in der Messung außen vor. Auch unter Berücksichtigung dessen lässt sich aber sicher sagen, dass man die Quoten des Auftaktspiels der letzten EM bei Weitem nicht erreicht hat. 2016 sahen knapp 15,5 Millionen Zuschauer das Spiel zwischen Frankreich und Rumänien.

Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen lag mit 53 Prozent zwar nur wenig höher, damals waren dafür aber 6,2 Millionen Zuschauer aus dieser Altersgruppe nötig, diesmal sahen 3,62 Millionen 14- bis 49-Jähriege zu. Der EM-Start 2016 war ungewöhnlich erfolgreich, auch die Europameisterschaften 2012 und 2008 starteten aber mit mehr als zehn Millionen Zuschauern, ebenso lag das Auftaktspiel der WM 2018 zwischen Russland und Saudi-Arabien, das schon am Nachmittag zu sehen war, knapp über dieser Marke  - wobei diese durch die erwähnten Magenta-Zuschauer und Streaming-Zuschauer auch noch übersprungen worden sein dürfte.

Die Berichterstattung rund um das Spiel - also sowohl Vor- als auch Nachberichterstattung - sahen sich im Schnitt 5,1 Millionen Zuschauer an. Das reichte beim Gesamtpublikum für einen Marktanteil von 22,6 Prozent. Auch hier fiel der Marktanteil bei den Jüngeren mit 32,2 Prozent signifikant höher aus. In der Halbzeitpause erreichten die "Tagesthemen" 9,19 Millionen Zuschauer. Den Abschluss der EM-Abende im Ersten bildet fortan der "Sportschau-Club", für den sich zum Auftakt noch 1,71 Millionen Zuschauer interessierten. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum war mit 12,9 Prozent allerdings allenfalls Mittelmaß. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden aber starke 16,7 Prozent Marktanteil erreicht.