Die wichtigste Nachricht am ersten Wochenende der Europameisterschaft 2020 (ausgetragen im Jahr 2021) hat nichts mit Ergebnissen oder Zuschauerzahlen zu tun. Der beim Spiel Dänemark gegen Finnland kollabierte Spieler Christian Eriksen ist wach und konnte nach seiner Wiederbelebung sogar mit seinen Mannschaftskameraden sprechen. Angesichts dieser Nachricht rückt die Wichtigkeit von Zahlen in den Hintergrund – die 0:1-Niederlage Dänemarks ebenso wie die Tatsache, dass sich die um 18 Uhr gestartete ZDF-Übertragung im Schnitt 6,55 Millionen Menschen angesehen haben. Der öffentlich-rechtliche Sender erzielte somit 30,6 Prozent Marktanteil insgesamt sowie 39,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Die Werte umfassen die komplette Partie, also auch die Zeit nach der Wiederaufnahme des Spiels, grob also von 20:30 bis kurz vor halb zehn Uhr abends.

Nach dem medizinischen Notfall auf dem Platz, den die Kameras der Weltregie viel zu lange und viel zu deutlich zeigten (DWDL.de berichtete), änderte das ZDF den Programmablauf. Weil Spekulationen keinen Platz finden sollten und auch die Beteiligten im Mainzer Studio nichts mehr zu sagen wussten, schob das ZDF um 19:20 Uhr eine "Bergdoktor"-Folge ein, die im Schnitt auf 4,29 Millionen Zuschauer kam.

Das ZDF hatte dem Spiel Dänemark gegen Finnland Priorität eingeräumt, zeigte die Partie zu Ende, obwohl um 21 Uhr parallel das Abendspiel zwischen Russland und Belgien stattfand. Das ZDF klinkte sich in dieses Spiel erst um 21:30 Uhr ein. Es erreichte im Schnitt 8,13 Millionen Zuschauer und 31,3 Prozent Marktanteil. Bei den 14- bis 49-Jährigen kam die Partie im ZDF auf 42,2 Prozent Marktanteil.

Über die vollen 90 Minuten lief das Abendspiel derweil kurzerhand beim Sender ZDFinfo. Mit etwa 530.000 Zuschauern war das "Sportstudio Live" bei ZDFinfo die meistgesehene Sendung des Tages auf diesem Sender, erzielt wurden 1,9 Prozent Marktanteil. Die Werte von ZDFinfo müssen also noch hinzugerechnet werden, um ein genaues Bild von den Free-TV-Zuschauerzahlen der Abendpartie zu erhalten. Der ZDF-Fußballtag endete schließlich ab kurz vor 23 Uhr mit den Nachberichten, die sich im Schnitt noch 4,69 Millionen Menschen ansahen. In Sachen Tagesmarktanteil verbuchte das Zweite am Samstag 20,3 Prozent insgesamt sowie 22,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen – und war somit mit Abstand Tagessieger.

Die Nachmittagspartie, in der sich Wales und die Schweiz auf dem Platz gegenüberstanden, lief übrigens nicht im Free-TV. Sie ist eine von insgesamt zehn Partien dieser Europameisterschaft, die exklusiv bei MagentaTV im Pay-TV beheimatet sind. Entsprechend liegen keine Zuschauerzahlen vor. Berichte, wonach Buchungsserver am Nachmittag zusammenbrachen und somit kurzfristig kein Abschluss eines Abos mehr möglich war, lassen auf nicht zu geringes Interesse schließen.