Es hat ein wenig gedauert, bis die Deutschen mit dieser Europameisterschaft warm wurden, die Quoten lagen lange Zeit ein Stück unter jenen der vergangenen Turniere - zumindest was die von der AGF gemessenen Zahlen der Öffentlich-Rechtlichen angeht, die keine Nutzer von Streams kein Public Viewing und natürlich auch nicht jene, die Magenta TV nutzten, berücksichtigt. Zu den Halbfinalspielen zog das Interesse dann aber noch einmal deutlich an und zum Finale am Sonntagabend lief es nochmal ein ganzes Stück besser.

Im Schnitt verfolgten 20,9 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, wie die Engländer im Elfmeterschießen an Italien scheiterten. Damit zählte das Finale sogar etwas mehr Zuschauer als das der deutsche Sieg gegen Portugal in der Vorrunde, der allerdings auch schon am Vorabend lief. Und: Es sahen über zwei Millionen Leute mehr zu als beim Finale der letzten Europameisterschaft vor fünf Jahren. Damals drückte wohl das Scheitern des deutschen Teams kurz zuvor im Halbfinale noch etwas stärker auf die Fußball-Begeisterung. Bei der Weltmeisterschaft 2018 hatten zum Finale knapp über 21 Millionen Menschen eingeschaltet.

Fürs ZDF war es in jedem Fall ein aus Quotensicht hervorragender Abschluss dieses Turniers: Der Marktanteil beim Gesamtpublikum belief sich auf 64,4 Prozent. In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurde mit 7,71 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sogar ein Marktanteil von 72,3 Prozent erzielt. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf die gesamte Übertragung des Spiels inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen sowie die Siegerehrung danach bis 0:22 Uhr.

Die kurze Nachberichterstattung aus dem Studio verfolgten dann noch 5,41 Millionen Zuschauende, die Marktanteile bewegten sich auch hier noch bei sehr guten 48,6 Prozent beim Gesamtpublikum und 54,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Ab 20:15 Uhr waren schon 5,91 Millionen Menschen bei der Vorberichterstattung dabei, in den Minuten vor dem Anpriff ab 20:45 Uhr zählte das ZDF sogar schon fast 15 Millionen Leute vor dem Fernseher. Und selbstverständlich verzeichnete auch das verkürzte "heute-journal" in der Halbzeitpause wieder eine gigantische Reichweite: 19,58 Millionen sahen hier nach offizieller Zählung zu. Natürlich schlug sich das auch im Tagesmarktanteil nieder: Mit 31,4 Prozent beim Gesamtpublikum und 36,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen dominierte das ZDF das Geschehen nach Belieben.