Deutschland hat bald eine neue Regierung. Am Mittwoch stellten SPD, Grüne und FDP ihren Koalitionsvertrag vor, den sie zuvor wochenlang ausgehandelt hatten. Das war natürlich auch im Fernsehen das alles dominierende Thema. So wurde die Pressekonferenz der Ampel-Parteien am Nachmittag gleich von mehreren Sendern übertragen. Am besten lief es dabei für das ZDF, das damit 1,89 Millionen Zuschauende und 17,2 Prozent Marktanteil verzeichnete. Das Erste kam auf 1,10 Millionen (9,8 Prozent).

 

Am Abend stellte Das Erste sein komplettes Programm um und das Interesse an einem 45-minütigen "Brennpunkt" zum Thema war mit 3,98 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern durchaus vorhanden, wenn auch nicht extrem hoch. Sowohl insgesamt als auch beim jungen Publikum holte Das Erste mit der Sondersendung gute 13,6 Prozent Marktanteil. Die "Tagesschau" sahen zuvor noch 5,41 Millionen Menschen, das hatte 18,6 bei allen und 19,7 Prozent Marktanteil beim jungen Publikum zur Folge. 

Aber nicht nur im Ersten waren die klassischen News stärker als die Specials: Die "heute"-Nachrichten im ZDF verfolgten 4,65 Millionen Menschen, die "Was nun?"-Ausgaben mit Christian Lindner und Robert Habeck verfolgten danach nur 3,36 Millionen. Und ein "ZDF spezial", das sich gegen die "Tagesschau" beweisen musste, kam sogar nur auf 2,81 Millionen. Letzteres blieb damit bei 9,9 Prozent Marktanteil hängen, "heute" und "Was nun?" lagen dagegen im grünen Bereich. 

Groß war das Interesse auch bei RTL: "RTL Aktuell" informierte am Vorabend 4,04 Millionen Menschen über die Ampel-Pläne - das war die höchste Reichweite für die Sendung seit vielen Wochen. Mit 17,7 Prozent Marktanteil lief es beim Gesamtpublikum sehr gut, bei den Jüngeren sah es mit 21,3 Prozent noch besser aus. Ein "RTL Aktuell"-Spezial kam am Vorabend nur auf 1,91 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie 11,1 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. 

Das Erste zog im weiteren Verlauf des Abends den Talk von Sandra Maischberger auf 21 Uhr vor und erreichte damit 10,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum, 2,91 Millionen Menschen sahen hier zu. Die "Tagesthemen" kamen im Anschluss auf 2,58 Millionen und 12,3 Prozent. Im ZDF war das "heute journal" mit 3,99 Millionen Zuschauenden gewohnt stark und auch "Markus Lanz" überzeugte ab Mitternacht mit einem Ampel-Talk, hier sorgten 1,34 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer für 16,8 Prozent beim Gesamtpublikum und 12,9 Prozent bei den Jüngeren. 

Und natürlich profitieren auch die Nachrichtensender von der besonderen Lage am Mittwoch. Die meisten Menschen mit der Pressekonferenz am Nachmittag erreichte Phoenix, der auf eine Reichweite in Höhe von 330.000 kam, bei den 14- bis 49-Jährigen holte man so 3,3 Prozent. Eben diese 3,3 Prozent erreichte auch Welt, die Gesamtreichweite lag mit 200.000 aber ein gutes Stück unter denen von Phoenix. Und ntv war mit 1,8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der schwächste Sender in dieser Altersklasse, hatte insgesamt aber 230.000 Zuschauerinnen und Zuschauer und lag damit vor Welt. 

Übertragen wurde die Pressekonferenz im Linearen übrigens auch von Bild, dort sahen aber nur 40.000 Menschen zu. Das ist kein Vergleich zu den anderen Sendern, auch wenn der Marktanteil in der Zielgruppe mit 0,6 Prozent deutlich über den Normalwerten des Kanals liegt. Für die anschließende Analyse "So Scholz wird Deutschland" werden zudem offiziell 0,0 Prozent Marktanteil beim jungen Publikum ausgewiesen, nur 7.000 Menschen waren hier mit dabei. Und auch der abendliche Talk "Viertel nach Acht" blieb bei nur 0,1 Prozent hängen.