Die Zeiten, in denen innerhalb kürzester Zeit neue Spartensender auf den TV-Markt kamen, sind offenbar vorerst vorbei. Und doch hat es mit Bild im August einen viel beachteten Sender-Launch gegegen, der allerdings beim Publikum bislang auf eher geringes Interesse stieß. Generell fällt auf: An den Machtverhältnissen unter Deutschlands kleinen Fernsehsendern hat sich im Jahr 2021 nicht allzu viel verändert. Wobei sich das Wort "klein" gar nicht eindeutig definieren lässt, wie der Blick auf ZDFneo zeigt, das beim Gesamtpublikum erneut stärker war als RTLzwei.

Konkret verzeichnete ZDFneo im Jahr 2021 einen durchschnittlichen Marktanteil von 2,8 Prozent. Der steile Aufwärtstrend, der 2015 begann, ist allerdings gestoppt. Seit dem Rekordjahr 2018, als der Marktanteil des Senders 3,2 Prozent betrug, ging es Jahr für Jahr leicht nach unten. Gleichzeitig wurde das ZDFneo-Publikum seither etwas jünger: Mit 1,9 Prozent Marktanteil wiederholte der öffentlich-rechtliche Kanal bei den 14- bis 49-Jährigen seinen Quoten-Rekord aus dem Vorjahr.

Für den Spitzenplatz beim jungen Publikum reichte das allerdings nicht: Den sicherte sich erneut Nitro - mit 2,1 Prozent lief es für den RTL-Männersender leicht besser als 2020 und genauso stark wie im bisherigen Rekordjahr 2019. Bemerkenswert: Seit Mai lag Nitro konstant über der Marke von zwei Prozent. Von einem solchen Erfolg waren die direkten Konkurrenten DMAX und ProSieben Maxx noch ein ganzes Stück entfernt, wenngleich beide Sender zum Jahresende hin - etwa dank der NFL oder der "Steel Buddies" - noch einmal zulegen konnten. Doch unter dem Strich reichte das nicht für ein Wachstum: DMAX erreichte, wie jedes Jahr seit 2017, im Schnitt 1,7 Prozent, ProSieben Maxx blieb stabil bei 1,6 Prozent.

  MA 2021
14-49
+/-
2020
MA 2021
gesamt
Nitro 2,1 +0,1 1,8
ZDFneo 1,9 +/-0 2,8
DMAX 1,7 +/-0 1,1
ProSieben Maxx 1,6 +/-0 0,7
Sat.1 Gold
1,5 +/-0 1,9
Sixx 1,3 +/-0 0,8
RTLplus 1,2 -0,1 2,0
Comedy Central 1,2 +0,1 0,3
Tele 5 0,9 -0,1 1,0
TLC 0,8 +0,1 0,6
One
0,6 +/-0 1,0
Servus TV 0,3 +/-0 0,4
HGTV 0,3 +0,1 0,2
MTV 0,2 +/-0 0,1

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, 01.01.2021-31.12.2021

Bei Discovery kann man sich allerdings nicht nur über eine gute Entwicklung von DMAX freuen: Auch der Frauensender TLC schlägt sich gut und konnte 2021 in immerhin sechs Monaten die Hürde von einem Prozent überspringen. Am Ende lag TLC knapp darunter: Mit durchschnittlich 0,9 Prozent Marktanteil erzielte der Sender sein bislang bestes Jahresergebnis. Der Rückstand auf den ProSiebenSat.1-Konkurrenten Sixx verringerte sich damit auf 0,4 Prozentpunkte. Dazu kommt, dass auch HGTV zuletzt besser lief: Auf immerhin 0,3 Prozent kam der jüngste Discovery-Spross im Schnitt, im November waren erstmals 0,4 Prozent drin. Und Tele 5, das ja neuerdings auch zur Discovery-Familie gehört, trug weitere 0,9 Prozent Marktanteil zur Gruppe bei.

Eine beachtliche Entwicklung hat in den vergangenen Jahren RTLplus hingelegt, das seit der Umbenennung des RTL-Streamingdienstes inzwischen auf den Namen RTL Up hört. 2021 gelang gleich ein doppelter Erfolg: Zum ersten Mal lag der Spartensender, der sich auf ein älteres Publikum fokussiert, auf Jahresbasis bei einem Marktanteil von 2,0 Prozent Marktanteil. Das waren noch einmal 0,2 Prozentpunkte mehr als 2020. Zudem ließ RTL Up erstmals Sat.1 Gold hinter sich, das mit 1,9 Prozent aber ebenfalls auf Rekord-Niveau unterwegs war. Herausragend funktionieren bei RTL Up vor allem die in Dauerschleife gezeigten Gerichtsshows, mit denen der Sender tagsüber sogar oft manch größeren Sender hinter sich lässt.

Auffällig ist allerdings, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer von RTL Up tendenziell älter geworden sind: Während die Gesamt-Marktanteile in den vergangenen Jahren kräftig anzogen, lief es 2021 mit durchschnittlich 1,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen sogar leicht schwächer als noch 2020. Hier musste sich RTL Up dann auch Sat.1 Gold geschlagen geben, das auf 1,5 Prozent kam und damit stabile Zahlen in dieser Altersgruppe vorweisen kann. Nur eine Nebenrolle spielt derweil Vox Up, das auch im zweiten Sendejahr nicht über einen Marktanteil von 0,3 Prozent in der klassischen Zielgruppe hinauskam. Ebenso viel holte übrigens auch ServusTV. Ungleich erfolgreicher war Super RTL, das im Schnitt auf 1,8 Prozent Marktanteil kam - mehr dazu später, wenn es ums Kinderfernsehen geht.

Dass auch Comedy Central in dieser Liga mitspielen kann, bewies der ViacomCBS-Sender im Oktober, als der Monatsmarktanteil bei stattlichen 1,7 Prozent lag. Im Schnitt waren 1,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen drin, womit sich Comedy Central gegenüber dem Vorjahr um immerhin 0,1 Prozentpunkte steigern konnte. Auch für MTV lief es zuletzt etwas besser, doch im Schnitt waren 2021 wieder nur 0,2 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe zu holen, womit die Mutter aller Musiksender weit hinter Deluxe Music landete, das 0,6 Prozent Marktanteil erzielte und im Dezember mit 0,8 Prozent sogar so stark war wie nie. An den Machtverhältnissen in diesem Segment änderte auch ein leichter Verlust für Deluxe auf Jahressicht nichts. Ohnehin konnte das Minus kompensiert werden, weil der neue Sender Schlager Deluxe im Schnitt auf 0,1 Prozent kam.

Eine positive Bilanz wird man derweil bei der ARD ziehen, deren Spartensender One in den vergangenen Jahren zunehmend bessere Quoten erzielen konnte. 2021 gelang es erstmals im Jahresschnitt die Marke von einem Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum zu durchbrechen. Zum Vergleich: Noch vor fünf Jahren dümpelte One - beziehungsweise der Vorgänger Einsfestival - bei lediglich 0,4 Prozent. Inzwischen liegt der Sender auch bei den 14- bis 49-Jährigen darüber, wenngleich hier kein weiterer Aufwärtstrend möglich war. Das dritte Jahr in Folge lag One hier nun schon bei 0,6 Prozent. Am besten lief es hier im April, als zwischenzeitlich 0,7 Prozent drin waren - doch diese Flughöhe konnte bislang nicht noch einmal wiederholt werden.

ntv und Welt trotz Verlusten weiter stark

Das erste Corona-Jahr hat sowohl bei ntv als auch Welt für Quoten-Rekorde gesorgt - von denen blieben die beiden Nachrichtensender 2021 zwar etwas entfernt und doch lagen die Werte erneut oberhalb der Vor-Corona-Zeit. Anders als 2020 waren ntv und Welt nun mit Blick auf die Zielgruppe gleichauf: Jeweils 1,2 Prozent betrug der Marktanteil - bei ntv fiel das Minus mit 0,2 Prozentpunkten etwas größer aus. Beim Gesamtpublikum behielt ntv im direkten Duell aber die Oberhand und lag mit 1,1 Prozent Marktanteil 0,2 Prozentpunkte vor Welt. Einigermaßen ernüchternd dürfte man bei Springer dagegen mit Blick auf Bild sein, dessen Jahres-Marktanteil mit 0,0 Prozent ausgegeben wird. Das wird freilich etwas verfälscht durch den Start im Spätsommer, doch auch zuletzt waren für den neuen Sender nicht mehr als 0,1 Prozent drin.

Immerhin: "Dort, wo 'Bild' im TV originär 'Bild' ist", wie Springer die auch bei N24 Doku gezeigte "Bild Live"-Strecke zwischen 9 und 14 Uhr nennt, liegt der neue Bild-Sender mittlerweile bei einem Marktanteil von 0,5 Prozent. Fraglich allerdings, ob es vor diesem Hintergrund eine gute Idee ist, dass inzwischen oft die Hälfte dieser Strecke aus der Konserve kommt. Sicher ist: Vier Monate nach dem Sendestart muss die TV-Branche bislang nicht vor dem TV-Ableger des Boulevardblatts zittern. Zum Vergleich: Selbst ARD-alpha ist bislang doppelt so stark wie Bild. Daneben liegt Phoenix beim Gesamtpublikum bei 1,0 Prozent, Tagesschau 24 kommt auf 0,4 Prozent.

  MA 2021
14-49
+/-
2020
MA 2021
gesamt
ZDFinfo 2,0 +0,3 1,7
ntv 1,2 -0,2 1,2
Welt 1,2 -0,1 0,9
Kabel Eins Doku 1,2 +0,2 0,8
3sat 0,8 +/-0 1,4
Arte 0,8 +/-0 1,3
Phoenix 0,8 +/-0 1,0
Sport1 0,6 +0,1 0,6
Tagesschau 24 0,4 +/-0 0,4
N24 Doku 0,4 +/-0 0,3
Eurosport1  0,3 +0,1 0,4
Bild 0,0 -- 0,0

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, 01.01.2021-31.12.2021

Als echter Trend erwiesen sich 2022 dagegen jene Sender, die den Fokus auf Dokus legten: Während N24 Doku mit 0,4 Prozent Marktanteil stabil blieb, drehte ZDFinfo noch einmal mächtig auf. Bis zu 2,3 Prozent waren bei den 14- bis 49-Jährigen drin, im Schnitt reichte es für exakt 2,0 Prozent Marktanteil, womit ZDFinfo in dieser Altersgruppe erstmals sogar vor ZDFneo landete. Innerhalb von nur sieben Jahren konnte der Marktanteil mehr als verdoppelt werden, alleine gegen 2020 betrug das Plus kräftige 0,3 Prozent - kein anderer kleiner Sender wuchs stärker. Allerdings ging es auch für Kabel Eins Doku, das sich um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent in der Zielgruppe steigerte. Innerhalb von nur vier Jahren konnte der Spartensender seine Quote somit glatt vervierfachen.

Und auch Kultur bleibt im Fernsehen weiter gefragt: Während 3sat stabil auf einen Marktanteil von 1,4 Prozent beim Gesamtpublikum kam, steigerte sich Arte leicht auf 1,3 Prozent - erfolgreicher war der deutsch-französische Kultursender noch nie. Die Sportsender blieben dagegen auch 2021 deutlich hinter früheren Rekordzahlen zurück, auch wenn sich etwa Sport1 beim Gesamtpublikum und in der Zielgruppe auf 0,6 Prozent Marktanteil steigerte. Geholfen hat zuletzt vor allem die Darts-WM, die den Marktanteil im Dezember auf 1,2 Prozent trieb - es war damit der stärkste Monat seit zwei Jahren. Eurosport brachte es dagegen im Schnitt auf nur 0,3 Prozent Marktanteil, was auch deshalb erstaunlich ist, weil man ja im Sommer die Olympischen Spiele zeigte. Doch waren im Juli nur 0,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen drin, weil die allermeisten die Übertragungen dann doch bei ARD und ZDF verfolgten.

Super RTL bei den Kids in Führung, Nick noch schwächer

Das Jahr endete für Nickelodeon mit einem echten Dämpfer: Gerade mal noch 2,8 Prozent betrug der Marktanteil des Kindersenders im Dezember - es war der Tiefpunkt eines ohnehin schon enttäuschenden Jahres, in dem Nick lediglich 4,9 Prozent Marktanteil im Schnitt bei den 3- bis 13-Jährigen  erzielte, eineinhalb Prozentpunkte weniger als im ohnehin schon schwachen Vorjahr. Innerhalb von sieben Jahren hat der Sender damit die Hälfte seines Marktanteils eingebüßt - und der verteilt sich seither vorwiegend auf die private Konkurrenz.

Ganz vorne glänzte auch 2021 wieder Super RTL, das zusammen mit dem Timeshift-Sender Toggo Plus durchschnittlich 21,0 Prozent Marktanteil erzielte und sich damit gegenüber dem Vorjahr leicht steigern konnte. Im Gegensatz zum Disney Channel, für den es nun schon das zweite Jahr in Folge leicht nach unten ging. Mit 12,0 Prozent war es gleichwohl das dritterfolgreichste seit dem Wechsel ins Free-TV. Allerdings wuchs der Abstand auf den öffentlich-rechtlichen Kika, der sich um 0,4 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent Marktanteil in der Kinder-Zielgruppe verbesserte.

  MA 2021
3-13
+/-
Vorjahr
MA 2021
14-49 
Super RTL 21,0 +0,3 1,9
Kika 17,2 +0,4 1,0
Disney Channel 12,0 -0,6 1,2
Nickelodeon 4,9 -1,5 0,3

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr an. Berücksichtigt wird bei den 3- bis 13-Jährigen die Zeit zwischen 6 Uhr und 20:15 Uhr, bei den 14- bis 49-Jährigen zwischen 3 und 3 Uhr. Quelle: DWDL.de-Recherche / AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, 01.01.2021-31.12.2021

Mit Blick auf die 14- bis 49-Jährigen hat der Kinderkanal dagegen die Ein-Prozent-Marke im nun zu Ende gegangenen Jahr knapp verfehlt - hier setzte sich ein schon länger anhaltender Abwärtstrend fort. Zum Vergleich: Noch 2017 erreichte der Kika hier im Schnitt 1,3 Prozent. Aber auch für Super RTL ging es nach unten: Mit 1,8 Prozent Marktanteil zählt der Sender noch immer zu den größten unter den kleinen Sendern. In der Primetime lief es für den Sender dank zahlreicher Film-Erfolge im Dezember besonders gut: Nach 20:15 Uhr lag der durchschnittliche Marktanteil von Super RTL bei 2,4 Prozent.

Der Disney Channel büßte derweil in der klassischen Zielgruppe 0,2 Prozentpunkte ein und kam 2021 auf einen Marktanteil von 1,0 Prozent. Auch hier war man in der Vergangenheit schon deutlich stärker - noch 2019 wurden im Schnitt 1,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen eingefahren.

MDR stark wie nie, WDR gibt am stärksten nach

Die Dritten Programme der ARD sind eine echte Macht auf dem Fernsehmarkt: Durchschnittlich 13,7 Prozent Marktanteil verzeichneten die Sender 2021 zusammen - und damit genauso viel wie im Jahr zuvor. Besonders sticht dabei das MDR Fernsehen hervor, das zum 30. Geburtstag den höchsten Marktanteil seit Bestehen eingefahren hat. Im Schnitt erreichte der MDR in seinem Sendegebiet starke 10,3 Prozent und damit noch einmal 0,3 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Nur in den von der Fußball-EM geprägten Monaten Juni und Juli blieb das Dritte Programm einstellig, im Dezember waren sogar stolze 10,9 Prozent drin.

Auffällig ist, dass der MDR zuletzt auch bei den Jüngeren zulegen konnte: So lag der bundesweite Marktanteil im Dezember bei 1,3 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Jahresmittel. Beim Gesamtpublikum steigerte sich das MDR Fernsehen gegenüber 2020 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent Marktanteil, womit der Sender den dritten Rang unter den Dritten festigte. Ganz vorne rangierte hier erneut das NDR Fernsehen, das 2,6 Prozent Marktanteil erzielte, gefolgt vom WDR mit 2,5 Prozent.

 

  MA 2021
(Sendegebiet) ab 3
+/-
Vorjahr
MA 2021
(bundesweit) ab 3 
MA 2021
(bundesweit) 14-49 
MDR 10,3 +0,3 2,2 0,9
NDR 8,1 +0,1 2,6 1,0
BR 7,7 -0,2 1,9 0,7
WDR 7,3 -0,4 2,5 1,3
SWR 6,9 +/-0 2,1 0,7
HR 6,5 +0,2 1,1 0,5
RBB 6,3 -0,1 1,3 0,6

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr an. Quelle: DWDL.de-Recherche / AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, 01.01.2021-31.12.2021

Neben dem MDR konnten übrigens auch das WDR Fernsehen und das HR Fernsehen ihre Marktanteile im eigenen Sendegebiet steigern. Schlusslicht war diesmal das RBB Fernsehen, das mit 6,3 Prozent Marktanteil hinter den HR zurückfiel. Das dickste Minus gab es derweil beim WDR Fernsehen, das 0,4 Prozentpunkte verlor und nur noch auf 7,3 Prozent Marktanteil kam - was aber dennoch der zweitbeste Wert seit 2014 ist. Auffällig ist allerdings, dass der WDR vor allem im vierten Quartal schwächelte: Waren zu Jahresbeginn noch bis zu 8,1 Prozent Marktanteil im Monatsschnitt drin, so lag der Wert im Dezember bei ernüchternden 6,8 Prozent. Beim jungen Publikum bleibt der WDR allerdings weiterhin das meistgesehene Dritte mit einem bundesweiten Marktanteil von 1,3 Prozent.

Sport bleibt Zugpferd im Pay-TV

Die Nutzung des Bezahlfernsehens abzubilden, wird in Zeiten der zunehmenden Verlagerung ins Netz immer schwieriger - und doch hat das Pay-TV 2021 auch im Linearen große Erfolge gefeiert. So lag der Marktanteil der von Sky Media vermarkteten Sender zuletzt bei mehr als fünf Prozent in der Zielgruppe. Die Quoten-Liste führt dabei weiterhin die Fußball-Bundesliga an, die Sky am Samstagnachmittag regelmäßig zum Marktführer macht. Und so überrascht es dann auch nicht, dass Sky Sport Bundesliga mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 0,7 Prozent in der Zielgruppe der stärkste Pay-TV-Sender ist, gefolgt von Sky Sport mit 0,3 Prozent. Während Sky mit der Champions League ein wichtiges Zugpferd abhandengekommen ist, kann sich der Sender mit der inzwischen exklusiv im Pay-TV beheimateten Formel 1 über deutliche Zuwachsraten freuen. Teils mehr als eine Million Fans verfolgten die Rennen.

Abseits des Sports zählen vor allem Serien-Sender zu den beliebtesten Angeboten im Bezahlfernsehen. So verzeichnete WarnerTV Comedy, das bislang TNT Comedy hieß, im Schnitt 0,3 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Auch WarnerTV Serie und WarnerTV Comedy waren mit jeweils 0,2 Prozent gefragt. Diese beiden Sender lagen auf Augenhöhe mit Syfy, 13th Street und Sky Kimi, die im zurückliegenden Jahr ebenfalls auf je 0,2 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe kamen. Beim älteren Publikum punktete neben Sky Krimi nicht zuletzt Romance TV mit einem Gesamt-Marktanteil von 0,2 Prozent. Auffällig ist derweil, dass die beiden Flaggschiff-Sender Sky One und Sky Atlantic im Jahresschnitt keine messbaren Marktanteile erzielen - was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass viele Produktionen mittlerweile schlicht on demand konsumiert werden. Verluste gab's zudem für Sky Sport News, das seinen Marktanteil mit der Rückkehr ins Pay-TV auf 0,1 Prozent in der Zielgruppe halbierte.

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