Quelle der Daten für diesen Artikel: AdScanner

Erstmals sichtbar für alle: Die Quotenkurven der acht großen deutschen Vollprogramme in der Primetime, basierend auf der Messung von rund einer Million Vodafone-Haushalten. Mehr Hintergrund zu den neuen Daten gibt es hier. Die wichtigste Erkenntnis aus den Kurven ist nicht, wer vorne liegt. Die Zahlen sind aussagekräftig für die gemessenen Vodafone-Haushalte, aber nicht gewichtet, auch wenn sich die Ergebnisse nach Erfahrungen von AdScanner und Vodafone jenen der Zielgruppe 14 bis 59 annähern.

Wertvoller und in sich aussagekräftig sind die Erkenntnisse zu Umschaltzeitpunkten, deren Profiteuren und der Entwicklung von Reichweiten innerhalb einer Sendung. Das erlaubt Deutungen, die bislang ohne zugängliche Minuten- bzw. Sekundenverläufe nicht möglich waren. Etwa ob eine Sendung von Beginn an wenige Zuschauende hatte oder aber während der Ausstrahlung massiv verlor. Die folgenden Quotenkurven spiegeln die Anzahl der eingeschalteten Giga TV-Boxen in den gemessenen Vodafone-Haushalten wider.

220412 Verlauf © AdScanner

Beim Blick auf die Verlaufkurven vom Mittwoch fällt der enorme "Buckel" beim ZDF auf: Er zeigt,wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer das ZDF mit dem "heute-journal" zu sich locken konnte. Viele dürften dabei wohl vom Ersten rübergewechselt sein, wo "Fakt" nach "In aller Freundschaft" direkt viele verlor und auch im Verlauf der Sendung sukzessive nachgab. Doch auch über diesen Effekt hinaus zeigt sich immer wieder, wie stark sich das "heute-journal" auch unabhängig vom Audience Flow schlägt und damit ein echter "Einschalter" fürs ZDF ist.

Der "Buckel" zeigt aber natürlich auch, dass der Vor- und Nachlauf am Dienstag nicht besonders gut lief. Das neue Factual-Experiment "Don't stop the Music" war innerhalb von Minuten für einen Großteil des Publikums ein Abschalter - und dann zeigte auch innerhalb der ersten halben Stunde der Trend durchweg nach unten. Im Gegenzug legten hier die "Tagesthemen" im Ersten zu, wenn auch längst nicht so ausgeprägt wie das "heute-journal. Nach dem ende der "Tagesthemen" zog dann auch die Reichweite von "Don't stop the Music" an, was sich wohl mit all jenen erklärt, die schon auf den Beginn von "Markus Lanz" warteten.

220412 Zap © AdScanner

ZapIn und ZapOut ist die tägliche Betrachtung des Nutzungsverhalten mit der Frage: Wohin verlieren die größten acht größten deutschen Vollprogramme ihre Zuschauenden im Verlaufe eines Tages eigentlich und von welchen Sendern wiederum zappt das Publikum zu ihnen? Unsere ZapMap liefert Erkenntnisse zu Wettbewerbssituationen: Zwischen welchen Sendern herrscht der intensivste Publikumsaustausch?