Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Lange kannte die Marktanteilsentwicklung von ZDFneo nur eine Richtung: Nach oben. Mit einem durchschnittlichen Jahresmarktanteil von 3,2 Prozent war der Sender im Jahr 2018 der mit Abstand größte unter den kleinen Sendern - doch inzwischen muss ZDFneo etwas kleinere Brötchen backen. Dass im Monatsschnitt zuletzt eine Drei vor dem Komma stand, ist mittlerweile mehr als zwei Jahre her. Das liegt paradoxerweise wohl auch daran, dass sich die Zahl der Eigenproduktionen seither spürbar erhöht hat, diese aber eher ein jüngeres Publikum ansprechen, das wiederum vor allem die Mediathek im Blick hat und nicht so sehr das lineare Neo-Programm.

Im Oktober hat ZDFneo nun jedenfalls mit einem Marktanteil von 2,4 Prozent beim Gesamtpublikum den schwächsten Monatswert seit Januar 2021 eingefahren. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren 1,8 Ürozent drin - was zwar auch ein gutes Stück von früheren Bestwerten entfernt war, aber keinen ganz so starken Rückgang bedeutete. Tatsächlich blieben die Marktanteile beim jungen Publikum über die Jahre hinweg recht stabil, was zugleich die Verjünung von ZDFneo unterstreicht. ZDFinfo ist allerdings sogar noch jünger aufgestellt: Dort lag der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen im Oktober bei starken 2,1 Prozent, während beim Gesamtpublikum im Schnitt 1,8 Prozent erzielt wurden.

Mit Blick auf das junge Publikum musste sich ZDFinfo damit im Spartensender-Ranking im Oktober nur Nitro geschlagen geben, das seinen Marktanteil auf 2,5 Prozent steigern konnte. Beim Gesamtpublikum wiederum waren RTL Up und Sat.1 Gold dem Spitzenreiter ZDFneo auf den Fersen: Mit einem starken Marktanteil von jeweils 2,3 Prozent lagen die beiden Sendern nur je 0,1 Prozentpunkte hinter den Mainzern.

    Marktanteil
14-49
+/-
Vormonat
+/-
Oct 21
Marktanteil
gesamt
Nitro 2,5 +0,1 +0,2 1,8
ZDFinfo 2,1 -0,1 -0,1 1,8
ZDFneo 1,7 -0,1 -0,5 2,4
DMAX 1,7 +0,3 -0,1 1,0
ProSieben Maxx 1,7 -0,3 -0,1 0,7
Sat.1 Gold 1,6 ±0 +0,1 2,3
RTLup 1,6 ±0 +0,3 2,3
Super RTL 1,6 ±0 -0,2 1,1
Comedy Central 1,5 +0,2 -0,2 0,4
sixx 1,4 -0,2 +0,1 0,9
kabel eins Doku 1,3 +0,1 +0,1 0,8
n-tv 1,2 -0,1 +0,1 1,2
Welt 1,2 -0,1 ±0 0,9
Tele 5 1,1 ±0 ±0 0,9
Phoenix 1,0 ±0 +0,2 0,9
TLC 1,0 -0,1 ±0 0,7
Disney Channel 1,0 -0,1 -0,1 0,7
Arte 0,9 ±0 +0,1 1,2
KiKa 0,9 +0,1 ±0 0,6
3sat 0,8 ±0 -0,1 1,2
One 0,7 +0,1 +0,1 1,2
Sport1 0,6 +0,1 ±0 0,6
Vox Up 0,6 ±0 +0,2 0,6
tagesschau24 0,6 ±0 +0,1 0,4
N24 Doku 0,5 +0,1 +0,1 0,3
Servus TV 0,4 ±0 ±0 0,4
Nickelodeon 0,4 ±0 +0,1 0,2
Deluxe Music 0,4 +0,1 -0,2 0,1
Toggo Plus 0,3 ±0 ±0 0,2
HGTV 0,3 ±0 ±0 0,2
MTV 0,2 ±0 ±0 0,1
Bild 0,2 ±0 +0,1 0,1
Eurosport1 0,1 -0,2 -0,1 0,3
ARD alpha 0,1 ±0 -0,1 0,1

Spürbare Verluste musste derweil ProSieben Maxx hinnehmen: Mit einem Marktanteil von 1,7 Prozent lief es für den Sender in der Zielgruppe um 0,3 Prozentpunkte schlechter als noch im September, was wohl auch daran liegt, dass man die NFL an ProSieben abgeben musste. Im Gegenzug steigerte DMAX seinen Marktanteil um 0,3 Prozentpunkte auf ebenfalls 1,7 Prozent und damit auf den besten Wert seit Juni. Während sich DMAX also spürbar erholt zeigte, lief es im Oktober für einen anderen Sender von Warner Bros. Discovery überhaupt nicht rund: Eurosport 1 beendete den Monat mit gerade mal noch 0,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und lag damit auf Augenhöhe mit dem Pay-TV-Sender Sky Sport News. Zum Vergleich: Sport1 erzielte immerhin 0,6 Prozent.

Disney Channel erstmals seit zwei Jahren einstellig

Nachdem der Disney Channel schon in den vergangenen Monaten schwächer performte als noch vor einem Jahr, fiel der Sender in der Kernzielgruppe der 3- bis 13-Jährigen im Oktober nun sogar erstmals seit fast zwei Jahren in die Einstelligkeit: Nur noch 9,6 Prozent betrug der Marktanteil bei den Kids - das waren drei Prozentpunkte weniger als noch im Oktober des Vorjahres. Konkurrent Super RTL konnte die Schwäche jedoch nicht für sich nutzen und verlor binnen Jahresfrist sogar 3,5 Prozentpunkte.

  MA 3-13
(6:00-20:15)
+/-
Vormonat
+/-
Okt 21
Super RTL inkl. Toggo Plus 16,6 -0,5 -3,5
Kika 16,3 -0,1 -2,6
Disney Channel 9,6 -0,7 -3,3
Nick 5,7 -0,1 +1,0

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: DWDL.de-Recherche / AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.4, 01.10.2022-31.10.2022

Unterm Strich behauptete der Kölner Sender die Spitzenposition bei den 3- bis 13-Jährigen nur knapp - und auch nur, wenn man die Quoten des Timeshift-Senders Toggo Plus dazurechnet. Mit einem Marktanteil von 16,6 Prozent lagen die beiden Kanäle gerade mal noch 0,3 Prozentpunkte vor dem öffentlich-rechtlichen Kika. Geringer war der Abstand zuletzt nur im Februar, als Super RTL sogar nur um 0,1 Prozentpunkte in Führung lag. Doch selbst der Kika büßte innerhalb eines Jahres mehr als zwei Prozentpunkte ein. Das zeigt: Kinder haben zuletzt linear deutlich weniger Kinderfernsehen eingeschaltet.

BR erholt sich, RBB deutlich unter Vorjahr

Das BR Fernsehen hat im Oktober erstmals seit Juni wieder mehr als sieben Prozent Marktanteil in seinem Sendegebiet erzielt. Mit durchschnittlich 7,3 Prozent lag der Sender im Ranking der Dritten Programme somit klar auf dem dritten Rang - stärker waren nur das MDR Fernsehen, das erneut zweistellig war, sowie das NDR Fernsehen, das mit 8,0 Prozent Marktanteil leicht besser als im Vorjahresmonat abschnitt. WDR und SWR büßten indes jeweils 0,3 Prozentpunkte ein und kamen auf 6,3 Prozent Marktanteil, was zugleich ein ganzes Stück weniger war als noch im Oktober 2021.

  MA Sendegebiet
ab 3
+/-
Vormonat
+/-
Okt 21
MA ab 3  bundesweit MA 14-49 
bundesweit
MDR 10,2 -0,1 -0,6 2,2 1,1
NDR 8,0 -0,2 +0,1 2,6 1,1
BR 7,3 +0,4 -0,2 2,0 0,9
WDR 6,3 -0,3 -0,6 2,4 1,1
SWR 6,3 -0,3 -0,5 1,9 0,8
HR 6,2 -0,2 -0,3 1,1 0,5
RBB 5,8 +0,1 -1,0
1,2 0,5

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat an. Quelle: DWDL.de-Recherche / AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.4, 01.10.2022-31.10.2022

Schlusslicht unter den Dritten Programmen war das RBB Fernsehen, das mit 5,8 Prozent Marktanteil in Berlin und Brandenburg innerhalb eines Jahres sogar einen ganzen Prozentpunkt einbüßte. Ohnehin gelang im laufenden Jahr nur ein einziges Mal der Sprung über die Marke von sechs Prozent. Das dürfte auch am neuen Vorabendprogramm liegen, dessen Quoten nach wie vor meist ernüchternd sind.

So lief der Oktober im Pay-TV

Die von Sky Media vermarkteten Pay-TV-Sender haben im Oktober einen Marktanteil von 5,7 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erzielt und damit einen halben Prozentpunkt mehr als noch vor einem Jahr. Geholfen hat dabei freilich nicht zuletzt das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München, das mit 1,63 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern die Spitzenposition ergatterte Stärkste Konferenz war jene vom 11. Spieltag mit beachtlichen 21,1 Prozent Marktanteil.

Ein ganz großer Quoten-Erfolg ist zudem weiterhin die "Game of Thrones"-Serie "House of the Dragon", die in der Nacht mit Marktanteilen von bis zu 47,2 Prozent in der Zielgruppe überzeugte - das Staffel-Finale erreichte alleine dort auf linearem Wege im Schnitt 690.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. All jene, die die Folgen über Sky Q oder Wow sahen, sind hier noch gar nicht eingerechnet. Sehr erfolgreich schnitt aber auch der Pay-TV-Sender 13th Street ab, der im Oktober auf 0,4 Prozent Marktanteil beim jungen Publikum kam.

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Quelle für alle Daten in diesem Artikel: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK ; videoSCOPE 1.4, Marktstandard: TV