Quelle der Daten für diesen Artikel: AdScanner

Die WM-Anstoßzeit um 20:00 Uhr hat zur Folge, dass viele Fußballfans offensichtlich erst einschalten, nachdem schon eine Viertelstunde gespielt wurde. Der in Deutschland gelernte Umschaltzeitpunkt um 20:15 Uhr lässt sich jedenfalls auch mit Blick auf die AdScanner-Daten vom Dienstag gut ablesen. Da steigerte das Spiel zwischen Frankreich und Australien gewissermaßen nach der "Tagesschau" seine Reichweite noch einmal deutlich - was allerdings auch bedeutet, dass viele Fans den Führungstreffer der Australier verpassten.

Danach blieb die Reichweite der ZDF-Übertragung stabil. Auffällig ist allerdings, dass nach der Halbzeitpause das vorherige Quoten-Niveau nicht mehr erreicht werden konnte. Ins Auge fällt auch, dass die Zuschauerzahlen während der zweiten Hälfte zeitweise sogar recht klar nach unten gingen - was sich wohl damit erklären dürfte, dass die Franzosen mit einem Doppelpack innerhalb weniger Minuten ihren Auftaktsieg perfekt machten.

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Bei den beiden tagsüber vom ZDF übertragenen WM-Partien zeigt die AdScanner-Kurve hingegen fast durchweg klar nach oben. Sowohl das Spiel zwischen Dänemark und Tunesien als auch die Begegnung zwischen Mexiko und Polen - beide übrigens torlose Unentschieden - erreichten ihren Reichweiten-Peak jeweils erst in der Schlussphase. 

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Ungeachtet aller Boykott-Diskussionen erreicht die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ein Millionenpublikum - auch wenn es offenbar spürbar weniger Fans sind als bei den vergangenen Turnieren. Interessant ist allerdings nicht nur die Frage, wie viele Menschen die einzelnen Spiele gesehen haben, sondern auch, wie sich die Zuschauerzahlen im Laufe der Übertragungen entwickelten. Basierend auf der Messung von rund einer Million Vodafone-Haushalten zeigen die AdScanner-Kurven, wann die Fans einschalteten - aber auch, wann sie abschalteten. Die Daten, die die Anzahl der eingeschalteten Giga TV-Boxen in den gemessenen Vodafone-Haushalten widerspiegeln, geben also nicht zuletzt Aufschluss darüber, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer bei ungewöhnlichen Spielverläufen reagierten.