Quelle der Daten für diesen Artikel: AdScanner

Der Primetime-Verlauf: Wenig Spannung

In der AdScanner-Verlaufskurve, die anzeigt, wie viele Vodafone-TV-Haushalte die Programme zu einem bestimmten Zeitpunkt ein- oder ausgeschaltet haben - und dabei zeigt sich, dass zwei Formate, die auf Spannung setzten, zu Abschaltern geführt haben. Da wäre zum einen "Teufelsmoor" im Ersten, das speziell in der Anfangsphase doch recht deutlich Publikum verlor. Ähnlich erging es auch der Serie "Zwei Seiten des Abgrunds", die vorab schon im Pay-TV und auf Abruf zur Verfügung stand und am Mittwoch nun mit drei Folgen am Stück auch linear im Vox-Programm zu finden war. Auch diese gab speziell direkt nach 20:15 Uhr viele Zuschauerinnen und Zuschauer ab. Stück für Stück an Reichweite zugelegt hat derweil das ZDF zur Primetime - dort sah die Kurve von "Le Mans 66 - Gegen jede Chance" wahrlich geschmeidig aus. 

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Der Vorabend-Verlauf: Das Lotto-Loch

Im ZDF-Vorabend tat sich am Mittwoch ein Loch auf - und zwar ab etwa 18:50 Uhr. Nach dem Krimi und vor den Hauptnachrichten stand im Zweiten die Ziehung der Lottozahlen an, diese aber interessierte viele, die vorher "SOKO Wismar" sahen nicht. Erst gegen 19:05 Uhr und somit parallel zum Ende von "RTL Aktuell" erreichte das ZDF wieder das Reichweitenniveau, das man zum Ende des Krimis hatte. 

vorabend230524 © AdScanner

Wichtig bei allen AdScanner-Kurven: Sie sind, anders als die AGF-Zahlen, nicht bevölkerungsrepräsentativ. Sie werden also nicht anhand eines Panels gewichtet und hochgerechnet, sondern geben die tatsächlich gemessenen Gerätedaten aus rund einer Million von insgesamt 13 Millionen Vodafone-Haushalten wieder. Mehr Hintergrund zu diesen Daten gibt es hier. Aussagekräftig sind somit weniger die Höhe der Reichweitenkurven zueinander als die Entwicklung innerhalb eines Senders und die Erkenntnisse zu Umschaltzeitpunkten.

Daily Reach der TV-Vermarkter: WBD und ZDF gleichauf

Der Daily Reach gibt an, welchen Prozentsatz der gemessenen Vodafone-TV-Haushalte die Werbeblöcke und Sponsoring-Positionen eines Vermarkters erreicht haben - also eine Tages-Nettoreichweite. Am Mittwoch sicherten sich das ZDF Werbefernsehen und WBD jeweils 13 Prozent, beide lagen also ziemlich gleich auf. Visoon und Sky kamen auf je sechs Prozent, im Nachkommabereich gab es leichte Vorteile zugunsten von Visoon. Keine Überraschung: AdAlliance führte mit 38 Prozent. 

saleshouse230524 © AdScanner

Werbe-Ranking: Smart und stark

Ein Blick auf das Werbe-Ranking zeigt, welch unterschiedliche Strategien die Unternehmen in Sachen TV-Werbung fahren. Hier dominierte am Mittwoch ganz klar die Fast-Food-Kette McDonalds, die nicht nur häufig, sondern auch reichweitenstark für ihr McSmart Menü trommelt. 245 Spots liefen am Mittwoch, sie erreichten einen durchschnittlichen XRP in Höhe von rund 131 Punkten. Keine andere Kampagne erreichte überhaupt einen dreistelligen XRP-Wert. C&A und die Werbung für die Kleinzeigen landeten mt rund 86 und rund 58 Punkten auf den weiteren Plätzen. Nochmal aber zurück zu McDonalds: Betrachtet man alle Spots, egal für welches Produkt, die am Mittwoch liefen, dann kommt man auf etwas mehr als 300 Buchungen und einen XRP in Höhe von knapp 140 Punkten. Die höchsten Reichweiten brachte der Kette übrigens Sat.1, am meisten wurde auf ProSieben und Nick getrommelt. 

werbung230524 © AdScanner

AdScanner stellt für das Ranking eine Liste aller gestern im deutschen TV ausgestrahlten Werbespots zusammen und ermittelt für diese die in Summe erzielte Reichweite in den gemessenen Vodafone-Haushalten. Da hier die sekundengenaue Reichweite statt der bislang branchenüblichen Werbeinselreichweite als Grundlage dient, spricht AdScanner von XRP (Exact Rating Points). Da es sich um Brutto-Reichweiten handelt, werden dafür die Einzel-Reichweite jeder Ausstrahlung aufaddiert. Zur Veranschaulichung: Läuft ein Spot zehn Mal und erreicht dabei jeweils fünf Prozent der gemessenen Vodafone-Haushalte, ergibt das für den gesamten Tag 50 XRP - auch wenn es immer die gleichen fünf Prozent gewesen wären.