Der Rote Teppich bei der Preisverleihung im vergangenen Jahr war ja in der Tat etwas schwach besucht...
Ja, es hat ja keinen Sinn, eine Konkurrenzveranstaltung zu den Oscars aufbauen zu wollen. Das machen die besser und toller. Die Rose d'Or soll stattdessen so etwas werden wie es das World Economic Forum in Davos ist. Es sollen sich also einmal im Jahr zwischen 500 und 1000 absolute Top-Leute aus der Fernsehbranche bei uns treffen. Wir wollen auch nicht in Konkurrenz zu großen Messen wie der Mipcom treten. Aber ich glaube, dass die Rose d'Or die Plattform sein kann, auf der vertiefte Diskussionen über Fernsehunterhaltung geführt werden.
Zu der Ausrichtung auf das Fachpublikum zählt auch die diesmal um einen Tag verlängerte Konferenz. Bildet sie gemeinsam mit dem Filmkiosk den Kern des "Back to basic"-Konzepts?
Ja, wir sind eines der wenigen Festivals, bei dem man alle Wettbewerbsprogramme vor Ort anschauen kann und das fast rund um die Uhr. Das bietet natürlich dann auch die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, denn letztendlich geht es ja darum, das ein oder andere Programm auch zu verkaufen. Bei den Konferenzen geht es ganz klar darum, dass wir die neuesten Tendenzen in der Programmentwicklung, der Programmherstellung und auch der Distribution aufzeigen können. Diskutiert werden soll schlicht die Frage "Wie sieht das Fernsehen in fünf Jahren aus." Da gibt es regional sehr große Unterschiede – in Asien ist man in manchen Bereichen beispielsweise sehr viel weiter als hier. Um so wertvoller ist es, dass wir als Rose d'Or mit internationalen Gästen die Plattform für einen Austausch untereinander bieten können.
Würden Sie die 47. Rose d'Or denn als eine Art Neuanfang bezeichnen?
Ja, es ist ein Neuanfang. Es gibt ein vollkommen neues Team und einen neuen Besitzer, die Freddy Burger Management-Gruppe. Das ist eines der größten Konglomerate, die es im Entertainment-Bereich in der Schweiz gibt. Das heißt dann natürlich auch, dass dahinter ein Mann steht, der sein ganzes Gewicht für die Rose d'Or einsetzt.
Könnte man sagen: Man pflanzt die Rose neu? Und wird sie dann vielleicht erst in ein paar Jahren wieder voll erblühen?
Wir sind sehr glücklich mit den Teilnehmerzahlen und den Reaktionen, ich habe es mir sogar schwieriger vorgestellt. Ich würde sagen, die Rose d'Or ist eine bald 50 Jahre alte Pflanze, eigentlich ein schöner Baum. Wir mussten die Erde um diesen Baum einfach einmal ersetzen und jetzt wieder gießen, damit dieser Baum zu blühen beginnt. Das Ziel ist, dass die Rose in drei Jahren, wenn sie 50 wird, wieder in voller Blüte steht.
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