Mit der Preisverleihung endete am Mittwochabend die 47. Rose d'Or deren Durchführung noch im vergangenen Oktober auf der Kippe stand: Bigger Pix, der bisherige Veranstalter, ging nach dem letztjährigen Festival in die Insolvenz und die Zukunft des Branchentreffs in der Schweiz war unklar. "Im Wesentlichen trieb mich mein nationales Denken für die Schweiz", sagt der neue Festival-Besitzer Freddy Burger, wenn man ihn heute nach den Beweggründen fragt, die ihn im vergangenen Oktober zum Erwerb der Rechte an der Rose d'Or bewogen haben.Zu den prominenteren Gästen des Abends gehörten auch die TV-Legenden Kurt und Paola Felix sowie "Germanys Next Topmodel"-Juror Bruce Darnell, der für eine TV-Show nach Luzern gekommen war, die nach der Verleihung aufgezeichnet wurde. Die weiteren Stars des Abends, so sagte es Rose d'Or-Festivalleiter Urban Frye, sind die Teilnehmer des Festivals und Produzenten der nominierten Formate. Erklärtes Ziel dieser Rose d'Or war schließlich die Konzentration auf den Branchentreff.
Als solcher präsentierte sich die Rose d'Or in diesem Jahr deutlich kompakter als in den vergangenen Jahren. Neuer Standort des Festivals ist das Grand Casino von Luzern. Dies erwies sich teilweise als zu klein, teilweise allerdings auch als zu groß: So füllten sich die in diesem Jahr an drei Tagen veranstalteten Conferences im Casineum nur mühsam - zumindest an den beiden Internet- und Mobile-Days. Vielleicht sind dies Themen, die beim "Festival for Entertainment Television Programming" auch fehl am Platz sind. Die Herausforderungen und Möglichkeiten des Internet und MobileTV werden schon auf anderen Veranstaltungen ausreichend behandelt.
Ben Elton (Foto), Moderator der Preisverleihung und Preisträger der Ehrenrose 2007, brachte es am Mittwochabend bei seiner Moderation der Gala auf den Punkt: "Wir haben uns zu lange über Technik unterhalten. Ist es die Aufgabe eines TV-Produzenten seine Sendung auch Handy-kompatibel zu produzieren? Nein. Die Aufgabe eines TV-Produzenten liegt darin, gutes Fernsehen zu produzieren." Erlöster und spontaner Beifall aus dem Publikum war die Reaktion auf Eltons Appell für mehr Kreativität statt Technikwahn.Die Rose d'Or wurde und wird zur Information über neue TV-Produktionen aus aller Welt genutzt. Herzstück sind deshalb nach wie vor die Filmkioske, in denen über 400 TV-Formate auf Abruf zur Ansicht zur Verfügung stehen. Auch deutsche TV-Produzenten zieht es in erster Linie in eine dieser Boxen - auch wenn sie teils nur für wenige Stunden in Luzern sind. Das Get Together mit Kollegen gelang in diesem Jahr je nach Wetterlage mal gut, mal schlecht: Die Terrasse des Casinos bot Platz für öffentliche und vertrauliche Gespräche - die kleine Rose d'Or-Bar bot bei Regen allerdings weder Platz noch Ambiente für ein Gespräch und einen altenativen Treffpunkt gab es nicht.
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