Weil Werbung für die Streamingdienste immer wichtiger wird, steigt inzwischen auch deren Bedürfnis, die eigenen Reichweitenerfolge gegenüber Werbekunden sichtbar zu machen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, sprechen die AGF Videoforschung und Disney jetzt über eine engere Zusammenarbeit. Konkret prüfen beide Unternehmen "die Voraussetzungen für eine mögliche Integration des Streamingdienstes Disney+ in die aktive AGF-Messung", wie es heißt. Einen konkreten Zeitplan nannten die AGF und Disney allerdings nicht.

Julia Schörner © Disney Julia Schörner
"Disney+ erreicht mit seinen erstklassigen, einzigartigen Serien und Filmen unserer weltweit führenden Marken wie Disney, Pixar, Marvel, Star Wars, National Geographic, Hulu, FX und ESPN ein breites Publikum in Deutschland. Für uns ist es deshalb wichtig, diese Nutzung auch für den Werbemarkt besser sichtbar und einordbar zu machen", sagte Julia Schörner, Vice President Disney Advertising GSA. "Gemeinsam mit der AGF prüfen wir nun die Möglichkeit, die aktive Messung von Disney+ künftig umzusetzen."

Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, begrüßte den Schritt. "Disney+ ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Bewegtbildmarkts", erklärte sie. "Dass wir nun gemeinsam die Voraussetzungen für eine Integration nach den Regeln des AGF-Messstandards prüfen, bringt uns auf dem Weg zu einer umfassenderen Bewegtbildmessung weiter. Unser Ziel ist ein gemeinsamer, unabhängiger Marktstandard für Bewegtbild - über alle Distributionswege hinweg. Dafür brauchen wir transparente Regeln und vergleichbare Daten, auf die sich Anbieter, Agenturen und Werbungtreibende verlassen können."

Disney+-Konkurrent Prime Video lässt sich schon seit geraumer Zeit von der AGF messen und taucht mit der Champions League, der Comedyshow "LOL" oder seiner Erfolgsserie "Maxton Hall" regelmäßig auf den vorderen Plätzen der Streaming-Hitlisten auf. Auch Netflix bekundete in der Vergangenheit Interesse an einer Reichweitenmessung durch die AGF. Es gebe "keine Alternative zur AGF", sagte Katharina Koch, Head of Ads Measurement bei Netflix Deutschland, schon vor über einem Jahr (DWDL.de berichtete). Seither ist es diesbezüglich allerdings erstaunlich still geworden.