Austria-Update vom 28. Mai
Bundesliga plant Selbstvermarktung, ESC verdrängt "Dancing Stars"
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Weil im kommenden Jahr alle Augen auf den ESC in Österreich gerichtet sein werden, verzichtet der ORF auf eine Staffel von "Dancing Stars". Außerdem: Die Bundesliga kann sich mit keinem Sender oder Streamer einigen und plant ab 2026 die Selbstvermarktung.
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Es ist eine Bombe, die da am Dienstag geplatzt ist - und das sowohl für die betroffenen TV-Sender als auch die Zuschauerinnen und Zuschauer. So plant die österreichische Fußball-Bundesliga ab der Saison 2026/27 eine Selbstvermarktung, die Liga will die Spiele also selbst auf einer eigenen Plattform übertragen. Einen entsprechenden Beschluss haben die Vereine gefasst. Der bestehende Vertrag mit Sky läuft noch ein Jahr. Die aktuellen Angebote von Bietern "spiegeln aus unserer Sicht leider nicht die positive Entwicklung der Liga wider", sagte Liga-Boss Christian Ebenbauer. Einen groben Zeitplan gibt es auch schon: Bis zum Jahresende soll Klarheit darüber herrschen, wo und wie die Bundesliga künftig zu sehen sein wird. Klar ist, dass die Liga durch den Aufbau einer eigenen Streamingplattform erst einmal viel Geld in die Hand nehmen muss. Im Juni soll der Businessplan besprochen werden, parallel finden Gespräche mit möglichen Investoren statt. Noch gibt es aber die Chance, dass sich die Liga doch noch mit einem TV-Partner einigt. Die bestehende Rechteausschreibung bleibt aufrecht. "Wir sind mit sämtlichen Bietern im Austausch und auch mit unserem derzeitigen und langjährigen Partner in einem sehr offenen, transparenten Austausch. Dass die Ansichten halt auseinander gehen, das ist derzeit so", sagte Ebenbauer gegenüber der APA. Ein Großteil der Übertragungsrechte liegt aktuell bei Sky, einige wenige Spiele pro Saison sind im ORF zu sehen. Zuletzt gab es Spekulationen, dass Canal+ in die Übertragungen einsteigen will.
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Der Eurovision Song Contest 2026 in Österreich wirft seine Schatten voraus. Noch gibt es zwar so gut wie keine Informationen zur konkreten Umsetzung durch den ORF, aber jetzt steht immerhin schon einmal fest, dass der ESC im kommenden Jahr die Tanzshow "Dancing Stars" verdrängen wird. Für das kommende Jahr plant der ORF keine Staffel, wie Generaldirektor Roland Weißmann bestätigt hat. "Jedes Jahr überlegen wir uns: Mit welchem Frühjahrsevent können wir das Publikum begeistern? Heuer ist es Dancing Stars." Diese Frage stelle sich im nächsten Jahr nicht mehr, "weil da ist dann Song Contest, Song Contest, Song Contest", sagte der ORF-Chef im Radiosender Ö3. Das endgültige Aus der Tanzshow bedeutet das übrigens nicht, 2027 soll "Dancing Stars" zurückkehren.
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Dass der ORF "Dancing Stars" nicht dauerhaft aufgibt, ist keine Überraschung. Das Format zählt zu den quotenstärksten Unterhaltungsshows im österreichischen Fernsehen. Erst am vergangenen Freitag ist die jüngste Staffel zu Ende gegangen - und die Quoten waren einmal mehr richtig gut. 739.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen die letzten Tänze der Promis, ab 22 Uhr waren es sogar 835.000. Die eigentliche Entscheidung sahen dann durchschnittlich 811.000 Menschen. Schon während der ersten zwei Stunden wurden damit 32 Prozent Marktanteil gemessen, hintenraus waren es noch bessere 44 Prozent. Gleichzeitig war das "Dancing Stars"-Finale die meistgesehene Sendung von ORF 1 in der zurückliegenden Woche.
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Immer mal wieder ist in den zurückliegenden Wochen und Monaten von einem möglicherweise schon bald bevorstehenden Durchbruch in den Verhandlungen der Funke Mediengruppe mit der Familie Dichand berichtet worden. Zur Erinnerung: Beide Seiten sind an der "Kronen Zeitung" beteiligt, Funke will aber nach zahlreichen Querelen aussteigen (Hier mehr Hintergrundinformationen). Wie die Tageszeitung "Der Standard" nun berichtet, könnte die Übernahme der Funke-Anteile an der "Krone" durch Christoph und Michael Dichand bis zum 30. Juni unterschrieben sein. Der deutsche Verlag hatte angedroht, die "Krone"-Gesellschaft aufzukündigen, sollte es keine Einigung geben. In den vergangenen Wochen war es nach "Standard"-Infos vor allem Johanna Dichand, Schwester von Christoph und Michael, die sich in den Verhandlungen quer legte (DWDL.de berichtete). Nun soll die Transaktion offenbar ohne sie über die Bühne gehen.
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Schon im vergangenen Herbst hatte ServusTV den Start eines digitalen Sportkanals in Aussicht gestellt - nun gibt es konkrete Informationen und auch einen Starttermin. So trägt der Kanal den naheliegenden Namen ServusTV Sport, an den Start geht er bereits am 29. Mai. Zu sehen gibt es dort dann zum Auftakt vor allem die Austrian Alpine Open, Österreichs größtes Golfturnier. Aber auch darüber hinaus will man bei ServusTV Sport 24 Stunden am Tag das bieten, was im Namen steckt: Sport. Geplant sind neben Live-Übertragungen auch die Ausstrahlung von Highlights und Sport-Dokus. Verfügbar ist der Kanal auf der Streamingplattform ServusTV On.
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In den zurückliegenden Wochen ist nicht nur bekannt geworden, welche neuen Personen in den ORF-Stiftungsrat einziehen, sondern auch, wie der Publikumsrat künftig aussehen wird. Dieses Gremium soll die Interessen des Publikums gegenüber dem ORF vertreten - und entsendet auch neun Mitglieder in den weitaus mächtigeren Stiftungsrat. Zuletzt kam es jedoch bei der Entsendung von gleich zwei Mitgliedern in den Publikumsrat zu Problemen. Im ersten Fall war der der vom Dachverband der Sozialversicherungsträger nominierte Andreas Herz auch aktiver Parteipolitiker in der steirischen ÖVP. Aktiven Politikerinnen und Politikern ist es jedoch untersagt, in ORF-Gremien tätig zu sein - und das bis zu vier Jahre nach ihrem Mandat. Mittlerweile hat der Verband mit Andreas Krauter einen Arzt ohne aktive politische Funktion für den Publikumsrat nominiert. Am Dienstag wurde darüber hinaus bekannt, dass auch der von der Gewerkschaftsjugend nominierte Matthias Hauer sich zurückzieht, er war bis April 2024 für die SPÖ tätig. Einen Nachfolger für Hauer gibt es noch nicht, in der kommenden Woche soll sich der Publikumsrat neu konstituieren.
Bundesliga plant Selbstvermarktung, ESC verdrängt "Dancing Stars"
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