Austria-Update vom 2. September
Entlassener Ex-Vermarktungschef des ORF hat neuen Job
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Der zunächst freigestellte und dann fristlos entlassene Ex-Werbechef des ORF, Oliver Böhm, dockt bei oe24 an. Außerdem: Die nächste juristische Niederlage für Roland Weißmann; Ralf Rangnick beim ORF-Zukunftsforum.
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Oliver Böhm
Oliver Böhm hat einen neuen Job. Der langjährige Vermarktungschef des ORF wurde im April aufgrund von Compliance-Vorwürfen zunächst freigestellt, einige Wochen später folgte schließlich die endgültige und fristlose Trennung. Über die Vorwürfe wurde seither nichts bekannt - nun dockt Böhm bei der Konkurrenz an. Bei der oe24 Media Group (ehemals Mediengruppe Österreich) wird er Chief Commercial Officer und Geschäftsführer Sales für TV und Radio. In dieser Funktion verantwortet Böhm die gesamte Vermarktungsstrategie über alle elektronischen Kanäle in TV, Radio und Streaming. Zusätzlich ist er für die Betreuung aller Agenturen für die gesamte Mediengruppe und externe Vermarktungspartnerschaften zuständig. Böhm selbst sagt, die Medien der Familie Fellner würden ihn schon sein "Leben lang" begleiten. Den Start von oe24.TV habe er mit "Bewunderung" verfolgt. Böhm: "Das Sprichwort ‚Was lange währt, wird endlich gut‘ bringt es für mich auf den Punkt: Nach fast 35 Jahren am Medienmarkt ist es mir eine Freude und Ehre zugleich, nun bei der oe24 Media Group anzudocken."
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Nächste juristische Niederlage für Ex-ORF-Chef Roland Weißmann in der Auseinandersetzung mit dem Magazin "Falter", das Chat-Auszüge zwischen ihm und der Frau, die Weißmann sexuelle Belästigung vorwirft, veröffentlicht hatte. Schon zuletzt hatte das Oberlandesgericht Wien dem "Falter" recht gegeben, nun hat das Straflandesgericht Wien die Klage des ehemaligen ORF-Chefs gegen das Magazin abgewiesen. Begründet wurde das vor allem damit, dass Weißmann mit seinen eigenen Aussagen über seine Beziehung zu der Frau den Schutzbereich seiner Privatsphäre verlassen habe - so argumentierte auch schon der "Falter" bei der Veröffentlichung der Chats.
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Am 10. und 11. September geht bekanntlich das vom Kultur- und Medienministerium initiierte ORF-Zukunftsforum über die Bühne - und jetzt steht auch das Programm fest. Konkret sollen fünf Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen (Programm, Jugend, Digitalisierung, KI, Strukturen, Kooperationen etc.) Ergebnisse erarbeiten und präsentieren. Die Keynote am ersten Tag hält Annika Sehl, Inhaberin des Lehrstuhl für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Auch die Parlamentsparteien stellen am ersten Tag ihre Erwartungen an das Zukunftsforum kurz vor. Zum Abschluss des ersten Tages gibt es das Panel "Ein ORF für alle? Perspektiven aus Unterhaltung, Kunst, Kultur und Sport" mit unter anderem ÖFB-Trainer Ralf Rangnick. Am zweiten Tag hält SRG-Generaldirektorin Susanne Wille eine Keynote und es soll noch eine Bilanz gezogen werden. Konkrete Reformen werden auf dem Zukunftsforum nicht beschlossen, aber möglicherweise kommen sie dort ins Rollen.
Österreich in Zahlen
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Der August bedeutete für viele Sender vor allem mal wieder: TV-Alltag. Keine WM, kein Olympia. Und so erreichte ORF 1 dann auch nur einen Monatsmarktanteil in Höhe von 8,4 Prozent. Das ist zwar der niedrigste Wert des laufenden Jahres, gleichzeitig konnte sich der Sender im Vergleich zum August 2025 um 0,6 Prozentpunkte steigern. ORF 2 legte im August auf 21,5 Prozent zu und war damit so erfolgreich wie überhaupt noch nie in diesem Jahr. Für den Sender war es der höchste Monatsmarktanteil seit Februar 2025. Insgesamt kann man mit dem Ergebnis auf dem Wiener Küniglberg zufrieden sein.
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ServusTV musste nach den starken Monaten Juni und Juli ebenfalls kleinere Brötchen backen, kam aber trotzdem auf gute Quoten. Mit 4,7 Prozent beim Gesamtpublikum lief es so gut wie überhaupt noch nie im August, wobei man 2025 auf einem ähnlichen Niveau lag. Erneut war ServusTV jetzt zudem einmal mehr der erfolgreichste Privatsender. Bei den 12- bis 49-Jährigen reichte es zu 4,5 Prozent.
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In der klassischen Zielgruppe musste ServusTV von den Privatsendern nur Puls 4 den Vortritt lassen, das mit 5,1 Prozent die kleinen Durchhänger aus dem Juni und Juli wieder wettmachen konnte. ATV steigerte sich ebenfalls, lag angesichts von 3,4 Prozent aber recht deutlich hinter der Konkurrenz aus Salzburg. Die gesamte ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe kam nach eigenen Angaben auf 27,8 Prozent Marktanteil - und damit den höchsten Wert seit einem Jahr.
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Sehr zufrieden sein kann man auch bei oe24.TV. Der boulevardeske Nachrichtensender brachte es im August insgesamt auf 1,4 Prozent Marktanteil, das war der bislang höchste Wert des laufenden Jahres. Damit ließ man auch die Konkurrenz von Puls 24 hinter sich, der Sender der P7S1P4-Gruppe kam beim Gesamtpublikum auf 0,7 Prozent. Auch bei den 12- bis 49-Jährigen lag oe24.TV (1,8 Prozent) weit vor Puls 24 (0,8 Prozent).
Entlassener Ex-Vermarktungschef des ORF hat neuen Job
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