Austria-Update vom 9. September
Wirbel vor ORF-Zukunftsforum: Beitragswende der ÖVP
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Die ÖVP hatte die ORF-Haushaltsabgabe erst vor wenigen Jahren eingeführt, nun spricht man sich für eine Finanzierung aus dem Bundesbudget aus. Kurz vor dem ORF-Zukunftsforum ist der Ton damit gesetzt.
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Kurz vor dem Start des ORF-Zukunftsforums (10. und 11. September, mehr Details dazu hier) haben die Chefs einiger Verbände noch einmal ihre bekannten Standpunkte kommuniziert. Der Verband Österreichischer Privatsender will den ORF etwa zu Kooperationen verpflichten und VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm erklärte zuletzt in einem Interview mit dem "Standard", dass der ORF kein Angebot wie Funk von ARD und ZDF brauche. "Ein so breites Onlineangebot für jüngere Menschen sehe ich nicht als notwendig oder gerechtfertigt an", so Drumm. Der Zeitungsverband VÖZ fordert wiederum Beschränkungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, vor allem im Digitalen. VÖZ-Präsident Rainer Nowak, gleichzeitig auch Geschäftsführer von "Die Presse", will, dass sich der ORF online vor allem auf Audio und Bewegtbild fokussiert.
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Ob - und wenn ja, was - am Ende des Zukunftsforums etwas greifbares herauskommt, steht derweil in den Sternen. Kurz vor dem Beginn der vom Medienministerium geplanten Veranstaltung ist nun ein Positionspapier der Kanzler-Partei ÖVP durchgesickert. Wie mehrere Medien berichten, könnte sich die ÖVP demnach vorstellen, den ORF künftig aus dem Bundesbudget heraus zu finanzieren. In einem solchen Fall würde die Haushaltsabgabe gestrichen werden. Auch die rechtspopulistische FPÖ will den ORF aus dem Bundesbudget heraus finanzieren, was wohl nicht gerade zur Unabhängigkeit des Unternehmens beitragen würde. Alternativ will die ÖVP eine "Anpassung der Haushaltsabgabe an einen enger gefassten öffentlich-rechtlichen Auftrag". Das liest sich so, als wolle die Partei dem ORF weitere Mittel streichen, nachdem man einen Bundeszuschuss in Höhe von rund 90 Millionen gerade erst gestrichen hatte. Gegenüber dem "Standard" heißt es aus dem Medienministerium, die ÖVP-Pläne würden "insgesamt noch recht unausgegoren" wirken.
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Wie sehr die rechtspopulistische FPÖ den ORF immer wieder auf verschiedenen Wegen angreift, teils auch aus dem ORF-Stiftungsrat heraus, haben wir an dieser Stelle schon häufiger beschrieben. Nun hat FPÖ-Chef Herbert Kickl ein neues ORF-Volksbegehren in Aussicht gestellt, das noch im September eingebracht werden soll. Sammelt die Partei 100.000 Unterschriften damit ein, muss sich der Nationalrat damit befassen, in Deutschland gibt es kein vergleichbares Instrument. Laut Kickl will man in dem Volksbegehren "saubere Information", ein "österreichisches Programm" sowie die Abschaffung von "Zwangsgebühren" fordern. Mit dem Schritt werde die FPÖ ihre "historische Tradition im Kampf gegen die Missstände im Öffentlich-Rechtlichen" wieder aufnehmen, erklärte Kickl. Der Parteichef begründet den Schritt jetzt unter anderem mit der Angst, dass die anderen Parteien den ORF "zur Staatsnotwendigkeit erklären" - inklusive Aufnahme in die Verfassung. Das würde es den Rechtspopulisten perspektivisch erschweren, das Unternehmen kaputt zu machen. Eine Verankerung des ORF-Beitrags in der Verfassung forderte in dieser Woche auch ORF-Chefin Ingrid Thurnher. Durch das Bekanntwerden des Positionspapiers der ÖVP dürfte daraus aber wohl nichts werden.
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Bislang durfte der ORF europäische Kaufserien nur im linearen Programm zeigen. Produktionen wie zum Beispiel "Die Rosenheim-Cops" (Foto links) durften nicht auf ORF On zum Abruf bereitgestellt werden, das ändert sich nun aber. Wie der "Kurier" zuerst berichtete, dürfen europäische Serien und Filmen ohne Beteiligung des ORF ab sofort bis zu sechs Monate auf ORF On zum Abruf bereitstehen. "Für ORF On und damit auch für das Publikum bedeutet das deutlich mehr Programmvielfalt und zusätzlichen öffentlich-rechtlichen Mehrwert", erklärt der ORF gegenüber dem "Kurier". Es gibt jedoch noch einige Einschränkungen: Die jeweiligen Produktionen müssen zunächst linear ausgestrahlt worden sein und dürfen nur sechs Monate auf ORF On verfügbar sein. US-Serien und US-Spielfilme sind von der neuen Regelung ausgenommen.
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Canal+ und der ORF haben ihre bestehende Kooperation rund um die Champions League verlängert. Das gemeinsame Format "Mehr Fußball – Die Champions League Highlights" wird also weiterhin im ORF als auch auf Canal+ Action zu sehen sein. Canal+ zeigt exklusiv das CL-Topspiel am Mittwoch, das erste Livespiel der Saison zeigt man am heutigen Mittwoch, den 9. September - gefallen ist die Wahl auf die Begegnung zwischen Liverpool und Atlético Madrid. Die erste Ausgabe der Highlightshow ist einen Tag später zu sehen, zum Start in die neue Saison wird das Format von Elisabeth Gamauf (Canal+) und Rainer Pariasek (ORF) moderiert. Georg Teigl (Canal+) und Peter Stöger (ORF) sind an diesem Abend als Experten im Einsatz.
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Puls 4 hat für sein Frühstücksfernsehen "Café Puls" ein neues Moderatorenduo angekündigt. So wird künftig Alex Kratki an der Seite von Bianca Schwarzjirg sitzen und durch die Sendung führen. Kratki folgt damit auf Florian Danner, der durch ein John S. Knight Fellowship aktuell an der Stanford University forscht. Kratki und Schwarzjirg haben ihren ersten gemeinsamen Einsatz am 14. September. Ganz neu ist die Sendung für Alex Kratki übrigens nicht, schon bislang arbeite er im Rahmen der Sendung unter anderem als Film-Experte. Bianca Schwarzjirg moderiert "Café Puls" schon seit 18 Jahren. Die beiden wechseln sich künftig regelmäßig mit Julia Furdea, Johanna Setzer und Jakob Glanzner ab.
Wirbel vor ORF-Zukunftsforum: Beitragswende der ÖVP
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