© ORF/Hans Leitner
Austria-Update vom 5. Februar

Rekorde für Puls 4, ServusTV und "Willkommen Österreich"

 

Der Januar ist für Puls 4, ATV und ServusTV richtig gut gelaufen. Beim ORF schwächelte vor allem ORF eins, wenngleich es unter anderem für "Willkommen Österreich" dank Ski-Vorlauf einen Rekord gab. Außerdem: Roman Rafreider kehrt zum ORF zurück.

von Timo Niemeier
05.02.2019 - 15:35 Uhr

ATV / Servus TV / Puls 4Der Januar hat auf dem TV-Markt so einiges durcheinander gebracht. Puls 4 erreichte mit einem Monatsmarktanteil in Höhe von 4,5 Prozent bei den 12- bis 49-Jährigen den stärksten Januar-Wert seit Bestehen, ATV lag ebenfalls bei 4,5 Prozent und war damit im Januar so stark wie seit 2012 nicht mehr. Auch ATV 2 erreichte mit 1,1 Prozent den stärksten Jahresstart seit Bestehen. Während Puls 4 mit der NFL und Eigenproduktionen wie "Sehr Witzig" punkten konnte, gab es für ATV bei "Bauer sucht Frau" und "Teenager werden Mütter" Top-Quoten. Auch bei ServusTV gibt es was zu feiern: Der Sender landete bei 2,7 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum, besser lief es noch nie, auch bei den 12- bis 49-Jährigen waren es sehr gute 2,3 Prozent.

ORF© ORF
Schlechtere Nachrichten gibt es dagegen für den ORF: Vor allem ORF eins verlor im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich. Es ging um fast zwei Prozentpunkte auf 12,9 Prozent hinab, ORF 2 dagegen legte leicht auf 20,8 Prozent zu. Zusammengerechnet stand dann trotzdem ein Minus von 1,1 Prozentpunkten, mit 33,7 Prozent lagen die beiden Sender aber noch immer deutlich über der 30-Prozent-Marke. Rechnet man ORF III und ORF Sport plus hinzu, sind es sogar 36,4 Prozent. Besonders für ORF eins sind die Januar-Werte trotzdem eine Enttäuschung: Ist der erste Monat des Jahres aufgrund der vielen Wintersport-Übertragungen doch stets einer der stärkeren im Jahr. Dass man nun deutlich unter dem Vorjahr liegt, dürfte sich später auch beim Jahresmarktanteil bemerkbar machen. Beim ORF erklärt man das relativ schwache Abschneiden mit weniger Weltcup-Rennen.

Noch mehr Zahlen aus Österreich

1,75 Millionen Menschen haben sich in der vergangenen Woche den zweiten Durchgang des Nightrace in Schladming angesehen und verfolgten damit den dominanten Sieg von Lokalmatador Marcel Hirscher. Der Marktanteil lag damit bei genau 50 Prozent, bei den 12- bis 49-Jährigen waren es ebenfalls sehr starke 48 Prozent. Das Rennen war damit das zweiterfolgreichste in der Geschichte, besser lief es nur 2018. Im Sog des Nightrace zogen auch die Quoten der Late-Night-Show "Willkommen Österreich" spürbar an. 515.000 Zuschauer hatte das Format mit Dirk Stermann und Christoph Grissemann, mehr waren es bislang noch nie. Insgesamt kam das Format damit auf 25 Prozent Marktanteil, in der Zielgruppe waren für ORF eins sogar 33 Prozent drin.

Super Bowl 2019© NFL
Puls 4 hat in der Nacht von Sonntag auf Montag hervorragende Quoten mit der Übertragung des Super Bowls eingefahren. 95.400 Menschen sahen sich die Übertragung im Durchschnitt an, wobei die Reichweite anfangs noch bei mehr als 100.000 lag und im Verlaufe des Abends natürlich immer weiter zurückgegangen ist. Die Marktanteile steigerten sich im Gegensatz dazu: In Quarter eins und zwei wurden bei den 12- bis 49-Jährigen 26,6 und 27,5 Prozent Marktanteil gemessen, in Quarter drei und vier waren es dann sogar 36,1 und 43,4 Prozent. Die Halbzeitshow erreichte 93.000 Menschen und 32,5 Prozent. Anders als in Deutschland ProSieben gelang es Puls 4 damit aber nicht, in der Nacht die Marke von 50 Prozent zu durchbrechen. Ohne Frage sind die erzielten Werte aber natürlich auch so sehr gut. Im Schnitt erzielte die NFL-Saison 2018/19 einen Marktanteil in Höhe von 6,9 Prozent und 50.000 Zuschauer, besser lief es für die Übertragungen noch nie.  

Tinderreisen© ATV
Das neue ATV-Format "Tinderreisen" hat mit 79.000 Zuschauern und 5,8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe einen erfolgreichen Start hingelegt, im Vergleich zum Vorprogramm gingen aber auch viele Zuschauer verloren. "Teenager werden Mütter" kam im Vorfeld auf 179.000 Zuschauer und war damit das erfolgreichste ATV-Format der gesamten letzten Woche, hier lag der Marktanteil sogar bei 12,3 Prozent. Etwas enttäuscht hat hingegen der Start des neuen Doku-Formats "Die Schrebergärtner", das zum Auftakt zwar auf 107.000 Zuschauer kam, allerdings bei 3,7 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe hängen blieb.

oe24.tv© Mediengruppe Österreich
oe24.tv ist nach eigenen Angaben im Januar erstmals auf kumuliert mehr als eine Million Zuschauer gekommen, ganz genau waren es demnach 1,02 Millionen. Das entspricht einer Reichweite von 13,6 Prozent. Pro Tag würden 137.600 Menschen einschalten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Sender damit tatsächlich spürbar zugelegt, die gesamten Durchschnittsreichweiten sind aber noch immer sehr niedrig. Dafür liegt die technische Reichweite bei mittlerweile 60 Prozent. oe24.TV-Geschäftsführer Niki Fellner sagt: "Die Jänner-Teletest-Daten für oe24.TV übertreffen alle unsere Erwartungen bei weitem und zeigen, dass sich die News-TV-Idee von oe24.TV voll durchgesetzt hat. Dass oe24.TV erstmals die Schallmauer von mehr als einer Million Zusehern im Monat übersprungen hat, ist ein ganz starkes Argument für den Werbeverkauf. Erstmals kann man bei intensiver Buchung von oe24.TV mehr als 1 Million Zuseher erreichen."

Weitere Meldungen aus Österreich

Krone, Kurier© Krone/Kurier
Erst im November ist bekannt geworden, dass Karstadt-Eigentümer René Benko über die Funke Mediengruppe bei "Krone" und "Kurier" einsteigt (DWDL.de berichtete). Damals sicherte er sich 49 Prozent an der WAZ Ausland Holding, die mit jeweils rund der Hälfte bei den beiden Tageszeitungen investiert ist. Nun berichtet das "manager magazin", dass Benko schon die Komplettübernahme der Funke-Anteile plant. Einen genauen Zeitplan nennt das "manager magazin" nicht, Benko soll die restlichen Anteile aber in jedem Fall "beizeiten" übernehmen. Funke solle für den gesamten Deal einen Betrag im niedrigen dreistelligen Millionenbetrag kassieren. Benkos Signa Holding sowie Funke wollen sich nicht zu den Medienberichten äußern.

Vera Russwurm© ORF/Thomas Ramstorfer
ORF-Moderatorin Vera Russwurm wird "Gesundheitskoordinatorin" der schwarz-blauen Regierung in Wien. Russwurm werde als Testimonial auftreten und auch ihren inhaltlichen Input bei der geplanten Kampagne "Mach den ersten Schritt" einbringen, erklärte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein von der FPÖ. Der ORF prüft nun, ob Russwurms Engagement mit ihrem Job vereinbar ist. Die Moderatorin ist nicht beim Sender angestellt, produziert mit ihrer Firma aber die von ihr moderierte Sendung "Vera. Das kommt in den besten Familien vor", außerdem hat sie eine Sendung bei Radio Wien. "Wir prüfen gerade, inwieweit dies mit ihrer Tätigkeit für den ORF vereinbar ist", erklärte ein ORF-Sprecher nun dennoch. Russwurm selbst sieht keine Probleme in ihrem Engagement, erklärte sie gegenüber der APA: "Ich bin von der Regierung beauftragt, etwas zu tun, das völlig unpolitisch ist." Ziel sei es, "mehr Gesundheit in die Bevölkerung zu bringen". Schon im vergangenen Jahr sorgte Russwurm für Schlagzeilen, als sie bei einer ÖVP-Veranstaltung auftrat, der ORF lud sie daraufhin zu einem "Sensibilisierungsgespräch".

Dancing Stars Jury 2019© ORF/Hans Leitner
Der ORF hat angekündigt, wie die Jury der neuen "Dancing Stars"-Staffel aussehen wird. Nicole Hansen, Balázs Ekker, Karina Sarkissova und Dirk Heidemann werden die prominenten Teilnehmer der Show bewerten. Hansen und Ekker sind bereits in den zurückliegenden Staffeln Teil der Show gewesen, Heidemann und Sarkissova stoßen neu zur Jury hinzu. Die neue Staffel von "Dancing Stars" startet am 15. März, Mirjam Weichselbraun und Klaus Eberhartinger fungieren erneut als Moderatoren. Prominente Teilnehmer sind Virginia Ernst, Elisabeth Görgl, Peter Hackmair, Martin Leutgeb, Sunnyi Melles, Soso Mugiraneza, Stefan Petzner, Michael Schottenberg und Nicole Wesner.

Roman Rafreider© ORF
Roman Rafreider ist zurück im ORF, wird vorerst aber nicht vor der Kamera zu sehen sein. Das bestätigte ein Sendersprecher gegenüber den "Salzburger Nachrichten". "Im Zuge der Neugestaltung von ORF eins wird er sich der Entwicklung der neuen Informationssendungen widmen und die ORFeins Informations-Redaktion unterstützen", heißt es vom Küniglberg. Ein TV-Comeback sei derzeit nicht geplant. "Die Moderationsentscheidungen für die neuen Info-Sendungen werden Schritt für Schritt mit dem Sendestart der neuen Formate im Laufe des Jahres getroffen." Möglich also, dass Rafreider dort auf den Bildschirm zurückkehrt. Der Moderator war im Oktober 2018 angezeigt worden, Medien berichteten von angeblich häuslicher Gewalt. Er nahm sich daraufhin Sonderurlaub und war seither nicht mehr auf dem Schirm zu sehen. Ende November wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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