maschek, Strache© ORF
Der ORF hat im Laufe der vergangenen Woche einen maschek-Beitrag aus der letzten "Willkommen Österreich"-Sendung zunächst aus der TVthek genommen und später wieder in einer überarbeiteten Version online gestellt. Konkret ging es in der beanstandeten Passage um FPÖ-Chef und Vizekanzler (plus Sportminister) Heinz-Christian Strache, der in dem entsprechenden Beitrag mit den Worten "vom Neonazi zum Sportminister" vorgestellt wurde. Dieser Satz ist in der überarbeiteten Version weggepiepst. Das hat zu einer kontroversen Debatte geführt, viele Beobachter warfen dem ORF daraufhin Zensur vor. "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk bezeichnete den Fall als "ungeheuerlichen Vorgang", Strache sei ein Neonazi gewesen. "Somit haben wir den ersten Fall von (Selbst-)Zensur. Schande, ORF", schrieb Klenk auf Twitter. ORF-Sprecher Martin Biedermann beschreibt die entsprechende Szene als "rechtlich problematisch". Man bekenne sich zu "pointierter Satire, aber selbstverständlich auch zur Einhaltung der Gesetze".

Armin Wolf© ORF/Thomas Ramstorfer
Zum gepiepsten maschek-Video hat sich auch "ZiB 2"-Anchor Armin Wolf zu Wort gemeldet. Bei der Romy-Verleihung am Wochenende, wo Wolf in der Kategorie Information ausgezeichnet wurde, erklärte er im Hinblick auf die mögliche Umstellung auf eine Staatsfinanzierung, er wünsche sich, dass man auch künftig "aufrecht und selbstbewusst unabhängigen und kritischen Journalismus" machen könne. Wolf erklärte außerdem, man müsse "schmissige Dokus und scharfe Satire nicht nur produzieren, sondern auch senden. Und das möglichst ohne Piep". Wenn man sich zu Tode fürchte, sei man auch tot. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der im Publikum saß, klatschte nach diesen Worten.

Jan Böhmermann bei der Romy 2018© ORF
Die Laudatio auf Wolf hielt übrigens "Kurier"-Chefredakteurin Martina Salomon, quasi die Schirmherrin der Romy. Die Preisverleihung wird ja von der Tageszeitung vergeben. Salomon machte aber in Bezug auf die Romy aber noch andere Schlagzeilen. Sie kritisierte nämlich Satiriker Jan Böhmermann, weil dieser in einer Video-Dankesbotschaft aus ihrer Sicht über das Ziel hinausgeschossen war. Böhmermann wurde gemeinsam mit Philipp Käßbohrer für "Lass dich überwachen! Die Prism is a Dancer Show" mit einer Akademie-Romy ausgezeichnet. "Der Provokateur sandte eine primitive, dumme Videobotschaft, in der er die Österreicher samt ihrer Regierung herabwürdigte", schrieb Salomon in ihrem "Weckruf"-Newsletter. Böhmermann habe sich "jedenfalls für mich disqualifiziert", so die Chefredakteurin. Offenbar gehöre schlechtes Benehmen zum Geschäftsmodell, schrieb Salomon. Böhmermann begann sein Video mit den Worten "Hallo, Ostmark!" und begrüßte die "sehr geehrten dummen Hurenkinder" im Saal, außerdem sprach er vom "durchgeknallten österreichischen Kinderkanzler" und zog auch über andere Politiker her. "Sollte das Satire sein, so war es eine grottenschlechte", findet die "Kurier"-Chefredakteurin.

Puls4, ATV© ProSiebenSat.1Puls4/ATV
Die anstehende Europawahl sorgt für Wirbel bei ProSiebenSat.1Puls4ATV, wie die Sendergruppe ja inzwischen inoffiziell heißt. ATV wollte zunächst eine Woche vor der Wahl eine Elefantenrunde in Spielfeld abhalten. Also genau dort, wo die Flüchtlingskrise 2015 viele Schlagzeilen machte. ATV-Chefredakteur Georg Grabner erklärte nun gegenüber der "Kleinen Zeitung", das sich die Verhandlungen mit den Parteien schwierig gestalten würden. Diese scheuten offenbar die weite Anreise in das steirische Dorf. Nun findet die Sendung in Wien statt - und ATV holt dafür die Spielfelder in die Hauptstadt. Mit zwei Bussen sollen 80 Menschen aus Spielfeld nach Wien ins TV-Studio gebracht werde. Moderiert wird die Runde von Sylvia Saringer und Meinrad Knapp. Darüber hinaus macht ATV einen "Reality Check" der Kandidaten, ab Ende April werden diese wöchentlich am Vorabend (meist samstags) zu sehen sein. Puls 4 hat derweil das geplante Duell zwischen Neos-Kandidatin Claudia Gamon und Jetzt/"Initiative 1"-Kandidat Johannes Voggenhuber abgesagt. Das Aufeinandertreffen sollte eigentlich am Mittwoch im Rahmen von "Pro & Contra" stattfinden. Hier beschäftigt man sich nun aber lieber mit dem Ballett-Skandal an der Staatsoper. Gegenüber der APA erklärte der Sender, dass Gamon und Voggenhuber Ende April ohnehin in der Sendung "Jeder gegen jeden" sowie am 12. Mai bei der Elefantenrunde dabei sein würden.

Sky© Sky
Das Oberlandesgericht Wien hat 24 AGB-Klauseln von Sky für gesetzeswidrig erklärt und damit in weiten Teilen eine Entscheidung des Handelsgerichts aus dem vergangenen Jahr bestätigt. Damals waren es sogar noch 27 von 29 Passagen. Geklagt hatte der Verein für Konsumenteninformation. Unter anderem wollte Sky Verträge per Telefon abschließen - ohne schriftliche Bestätigung. Dem schoben beide Gerichte einen Riegel vor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und beide Parteien haben schon angekündigt, Revision beim Obersten Gerichtshof einzulegen.

Christian Wehrschütz© ORF/Thomas Jantzen
ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz darf wieder in die Ukraine einreisen. Das Land hatte den Journalisten vor rund einem Monat mit einem Einreiseverbot belegt, das nun aufgehoben worden ist. Die Gründe für das Einreiseverbot würden inzwischen nicht mehr vorliegen, heißt es aus der Ukraine. Wehrschütz hatte zuletzt gegen die Ukraine geklagt und auch viele Politiker machten sich für den Journalisten stark. ORF-Chef Alexander Wrabetz begrüßte den "Akt der Vernunft", wie er auf Twitter schrieb. Gleichzeitig bedankte er sich bei Bundespräsident Alexander van der Bellen und Außenministerin Karin Kneissl, die sich für Wehrschütz einsetzten.

Maria Theresia© ORF/MR Film/S. Honzík
Der ORF setzt, gemeinsam mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus Tschechien und der Slowakei, den Zweiteiler "Maria Theresia", der Ende 2017 mehr als eine Million Zuschauer hatte, fort. Mitte Mai sollen die Dreharbeiten für zwei weitere Filme beginnen, die Hauptrolle der Monarchin übernimmt dann Stefanie Reinsperger, sie folgt in dieser Rolle auf Marie-Luise Stockinger. Im Fokus des neuen Zweiteilers steht die Zeit ab 1740. Neben Reinsperger stehen auch Vojtěch Kotek, Anna Posch, Zuzana Stivínová, Zuzana Mauréry und Cornelius Obonya sowie Philipp Hochmair und Johannes Krisch vor der Kamera. "Maria Theresia II" ist eine Koproduktion von MR Film und Maya Production mit Beta Film, ORF, Česká televize und Slovak RTVS. Zu sehen gibt es den Zweiteiler voraussichtlich Weihnachten 2019/2020.

Österreich in Zahlen

ORF© ORF
Die Berichterstattung rund um das Feuer in der Kathedrale Notre Dame in Paris stieß im ORF auf großes Interesse. Bereits zur "Zeit im Bild" um 19:30 Uhr gab es einen kurzen Beitrag, hier sahen mehr als eine Million Menschen zu und der Marktanteil lag bei 44 Prozent. Ein "ZiB Spezial" erreichte ab kurz nach 21 Uhr 799.000 Zuschauer und 25 Prozent - die "Millionenshow" kam zuvor auf 641.000 Zuschauer. Eine auf 40 Minuten ausgedehnte "ZiB 2" informierte schließlich am späten Abend noch auf 794.000 Zuschauer und erzielte damit 33 Prozent.

Romy © Kurier
Am Wochenende erzielte der ORF zudem mit der Romy-Verleihung glänzende Quoten. 495.000 Menschen sahen sich die Übertragung ab 21:10 Uhr in ORF 2 an, der Marktanteil lag bei sehr guten 21 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren lief es nur einmal besser - das war 2012, als 499.000 Zuschauer einschalteten. Ein Romy-Spezial der "Millionenshow" unterhielt zuvor noch 534.000 Zuschauer, damit waren 19 Prozent drin. Probleme hat derweil ORF eins: Am Montan kam das neue "Magazin 1" nur noch auf 42.000 Zuschauern, der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei schlechten drei Prozent. Und auch "DokEins" erreichte am Donnerstag nur 140.000 Zuschauer und fünf Prozent ab 20:15 Uhr.

Pfusch am Bau© ATV
Bei ATV ist der neue Donnerstagabend dagegen erfolgreich gestartet. "Pfusch am Bau" kam auf 196.000 Zuschauer und 10,5 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe, das war der beste Staffelstart für das Format seit 2015. Und auch für "Mein Recht" lief es im Anschluss richtig gut: Mit 187.000 Zuschauern waren hier sogar 11,3 Prozent drin. Besser lief es für das Format noch nie. Puls 4 erzielte zur gleichen Zeit mit der Europa League enttäuschende Werte. Das Match Arsenal gegen Neapel sahen während der ersten Halbzeit nur 129.000 Menschen, damit waren in der Zielgruppe nur 4,1 Prozent Marktanteil drin. Während der zweiten 45 Minuten sank die Reichweite auf 102.000.

Was noch zu sagen wäre…

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