© ProSieben/Julia Feldhagen
Austria-Update vom 6. August

"Masked Singer" bricht Senderrekord, ORF 1 am Boden

 

Das "Masked Singer"-Finale hat in Österreich für einen Quotenrekord innerhalb der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe gesorgt. Außerdem: Der Umbau von ORF 1 drückt massiv auf die Quoten, ServusTV holt den nächsten Rekord und der ehemalige Online-Chef der "Krone" wechselt zum größten Konkurrenten.

von Timo Niemeier
06.08.2019 - 12:11 Uhr

ORF 1© ORF
Der Juli ist aus Quotensicht ein spannender Monat gewesen. Überhaupt nicht zufrieden sein kann man beim ORF, wo vor allem ORF 1 extrem schwächelte. Der Umbau des Senders schlägt sich derzeit sehr negativ auf die Performance nieder. So erreichte man beim Gesamtpublikum nur noch 6,6 Prozent Marktanteil, das ist der schlechteste Wert, den der Sender in seiner gesamten Historie eingefahren hat. Im Juni war man noch mehr als zwei Prozentpunkte besser, im Juli 2018 lag man aufgrund der Fußball-WM sogar bei 13,4 Prozent. Überhaupt befindet sich ORF 1 in diesem Jahr im Sinkflug: Am 31. Juli verzeichnete man mit 4,3 Prozent den viertschlechtesten Tag aller Zeiten, der bisherige Tiefstwert von 3,8 Prozent wurde im Mai aufgestellt. Und es geht noch weiter: Die elf bislang schlechtesten Tage in der Historie von ORF 1 liegen alle in diesem Jahr. Vor allem der umgebaute Vorabend schwächelt derzeit und auch die Sitcoms am Nachmittag finden kaum Zuschauer. In der Primetime kann man mit Wiederholungen ebenfalls nichts reißen. Geht das so weiter, droht ORF 1 auf Jahressicht sogar erstmals in den einstelligen Bereich zu fallen. ORF 2 war mit 19,8 Prozent Marktanteil im Juli dagegen recht stabil und gut unterwegs. Eine schallende Ohrfeige gab es für ORF 1 auch beim jungen Publikum. Bei den 12- bis 49-Jährigen fiel der Sender nicht nur auf 9,2 Prozent und damit auf den schlechtesten jemals gemessenen Wert. Auch der eigentlich viel ältere Schwestersender ORF 2 war mit 9,5 Prozent erfolgreicher. 

Servus TV© Servus TV
Erneut richtig gut lief es dagegen für ServusTV. Nachdem der Sender im Juni mit 3,0 Prozent einen neuen Rekord eingefahren hatte, lag man im Juli mit 3,1 Prozent sogar noch etwas über diesem Wert. Ein Jahr zuvor holte ServusTV nur 2,3 Prozent. Und auch bei den 12- bis 49-Jährigen lief es für ServusTV im Juli mit 2,6 Prozent ziemlich gut. ServusTV punktete in den zurückliegenden Tagen und Wochen unter anderem mit Tennis live aus Kitzbühel, einer Doku über Dominic Thiem sowie Sonderausgaben von "Talk im Hangar-7". Darüber hinaus war die Reihe "Heimatleuchten" wieder sehr stark und die "Servus Nachrichten" um am Vorabend erreichten Ende des Monats einen neuen Rekord. 182.000 Zuschauer entsprachen dort 8,5 Prozent Marktanteil, besser lief es für das Format noch nie.  

Puls4, ATV© ProSiebenSat.1Puls4/ATV
Recht unspektakulär verlief der Juli bei ATV und Puls 4. Während ATV im Vergleich zum Juni etwas verlor, ging es für Puls 4 etwas nach oben. Performt ServusTV weiter so stark, ist es aber gut möglich, dass der Sender aus dem Hause Red Bull einen der beiden Kanäle zumindest beim Gesamtpublikum demnächst überholt. In der Zielgruppe sind die Abstände noch größer: Hier kam Puls 4 auf 4,7 und ATV auf 4,9 Prozent. Einen Monat zuvor stand bei beiden Sendern noch eine fünf vor dem Komma. Allen Grund zur Freude hat man dagegen bei ATV 2: Der kleine Sender erreichte in der Zielgruppe 1,7 Prozent und war damit so erfolgreich wie noch nie. Und auch oe24.tv kommt langsam in einen Bereich, in dem man von aussagekräftigen Zahlen sprechen kann. Im Juli reichte es zu 0,4 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum

Weitere Zahlen aus Österreich

Astronaut bei The Masked Singer© ProSieben/Willi Weber
Auch in Österreich hat "The Masked Singer" zum Finale noch einmal deutlich zugelegt und atemberaubende Zahlen eingefahren. 331.000 Menschen sahen sich die Show im Schnitt an, in der Spitze waren sogar etwas mehr als 400.000 Zuschauer mit dabei. In der klassischen Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen holte ProSieben in Österreich damit 31,6 Prozent Marktanteil. Eine bessere Show-Quote hat ProSiebenSat.1Puls4 überhaupt noch nie eingefahren. Am Ende der Show, als Max Mutzke als Astronaut demaskiert wurde, lag der Marktanteil sogar bei 45 Prozent. 

Puls 4© Puls 4
Gegen diese Übermacht taten sich am Donnerstag alle anderen Sender schwer, Puls 4 erreichte mit der Qualifikation zur Europa League aber dennoch recht solide Werte. 152.000 Menschen sahen sich die erste Halbzeit zwischen Sturm Graz und Haugesund an, der Marktanteil in der Zielgruppe lag damit bei 6,1 Prozent. Halbzeit zwei erreichte immerhin 164.000 Zuschauer und 6,9 Prozent. 

Das Sommerhaus der Stars 2019© TVNow
Richtig gut performte derweil auch die zweite Ausgabe von "Das Sommerhaus der Stars" bei RTL. 159.000 Zuschauer ab zwölf Jahren sahen sich die Sendung bei RTL Österreich an, eine höhere Reichweite hatte das Format in Österreich bislang noch nie. In der klassischen Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen erzielte der Sender damit 11,3 Prozent Marktanteil, bei den 12- bis 29-Jährigen sah es mit 12,4 Prozent noch etwas besser aus. 

Dominic Thiem© ServusTV / GEPApictures
ServusTV hat in den zurückliegenden Tagen hervorragende Quoten mit den Generali Open eingefahren. Profitiert hat man dabei vor allem auch von der Tatsache, dass Dominic Thiem bis ins Finale kam und dort schließlich auch gewann. Im Schnitt erzielten die Live-Spiele einen Marktanteil in Höhe von 8,8 Prozent, in der Zielgruppe wurden 8,4 Prozent gemessen. Höhepunkt war das Finale am vergangenen Samstag, als 237.000 Zuschauer einschalteten und der Marktanteil in beiden wichtigen Zuschauergruppen bei rund 19 Prozent lag. 

Weitere News aus Österreich

oe24© Mediengruppe Österreich
Richard Schmitt, langjähriger Chefredakteur von krone.at, verlässt das Unternehmen. Im Zuge des Ibiza-Videos, dort wurde er unter anderem vom damaligen FPÖ-Chef HC Strache ausdrücklich gelobt, hatte er bereits vor rund einem Monat seinen Chefredakteurs-Posten verloren, sollte aber im Unternehmen bleiben. Nun also das endgültige Aus. Schmitt, der auch mal heute.at leitete, wechselt ausgerechnet zum "Krone"-Rivalen oe24, wo er Chefredakteur für Webseite und TV-Sender werden soll. Niki Fellner, Gesamtchefredakteur der Mediengruppe Österreich und oe24-Geschäftsführer, sagt, die Verpflichtung von Schmitt sei ein "wichtiger Schritt in der neuen Markt-Offensive der oe24-Gruppe". Man wolle in den kommenden zwei Jahren sowohl im Print als auch online Marktführer werden. Schmitt selbst sagt: "Dieser Neubeginn im starken oe24-Team macht schon jetzt Riesenfreude - mit Innovation und neuen Ideen sind die Ziele, oe24.at und oe24-TV an die Spitze des heimischen Medienmarkts zu bringen, bald erreichbar. Und oe24-TV zeigt schon jetzt täglich, wie die Bedeutung von tatsächlich unabhängigen Medien in unserem Land steigt." Vor ein paar Jahren war Schmitt noch nicht so gut auf die Mediengruppe Österreich zu sprechen. Damals bezeichnete er Verleger Wolfgang Fellner öffentlich auf Twitter als "widerlich", inzwischen hat er diesen Tweet gelöscht. 

ATV / Servus TV / Puls 4Die drei größten österreichischen Privatsender tun sich zusammen und stellen im Vorfeld der Nationalratswahl Ende September eine gemeinsame Elefantenrunde auf die Beine. Diese ist am 22. September bei Puls 4, ATV und ServusTV zu sehen. Moderiert wird die Runde von Corinna Milborn (Puls 4), Meinrad Knapp (ATV) und Michael Fleischhacker (ServusTV). In der Sendung treffen dann Sebastian Kurz (ÖVP), Pamela Rendi-Wagner (SPÖ), Norbert Hofer (FPÖ), Beate Meinl-Reisinger (Neos), Peter Pilz (Liste Jetzt) und Werner Kogler (Die Grünen) aufeinander. Das Vor- und Nachprogramm obliegt dem jeweiligen Sender selbst und wird eigenständig gestaltet

Sebastian Kurz© ÖVP/Jakob Glaser
Der ehemalige Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat erneut gefordert, wichtige Spiele der Österreichischen Bundesliga im Free-TV zu zeigen. Dafür müsste man die Bundesliga auf die sogenannte TV-Schutzliste setzen, die eine Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen zur Pflicht macht. 2018 gab es schon einmal entsprechende Überlegungen innerhalb der Regierung, die aber ja bekanntlich platzte. Welche Partien "wichtig" sein sollen, sagte Kurz nicht. Auch erklärte er nicht, wie er das durchsetzen will. Sky hat mit den Vereinen einen gültigen Vertrag, der noch bis 2022 läuft. Mit einer Option auf vier weitere Jahre.

Sky X© Sky
Apropos Sky: Wie das Unternehmen nun gegenüber "Horizont" angekündigt hat, betreffe der geplante Stellenabbau nicht den Standort Wien, sondern nur Unterföhring. Sky Österreich wachse, in den vergangenen Monaten sei das Team von 140 auf 150 Personen angewachsen. Als Grund nennt Sky die im März eingeführte App Sky X, die in Österreich damals Sky Ticket ablöste (DWDL.de berichtete). "Hierfür hatten wir einen Bedarf und haben zusätzlich digital-affine Mitarbeiter eingestellt", sagt Michael C. Huebner, Head of Communications.

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