Ferdinand Wegscheider © ServusTV Ferdinand Wegscheider
50 Millionen Euro soll ServusTV für die EM-Rechte 2024 und 2028 plus diverser anderer Fußballspiele der Nationalelf ausgegeben haben (DWDL.de berichtete). Senderchef Ferdinand Wegscheider will gegenüber den Kollegen von Horizont nicht über Zahlen sprechen - "ganz bewusst", weil das "unsere Philosophie" sei und mit den Partnern vereinbart wurde. Wegscheider spricht von einer "neuen Ära" und sagt zum Geld-Thema außerdem: "Nur mit Geld oder weil man mehr bietet, bekommt man so einen Bewerb nicht." Es gehe darum, das beste Gesamtpaket zu schnüren, um mit dem Sender zu wachsen, so Wegscheider. "Aber Wachstum um jeden Preis ist es eben genau nicht. Wir schwimmen nicht auf der ‘Koste es, was es wolle’-Welle, sondern die Kosten-Nutzen-Relation muss passen, und das Produkt gleichzeitig zu unserem Senderbild." Außerdem sagt Wegscheider, dass man in anderen Bereichen nicht kürzen müsse, weil man sich nun die EM-Rechte gekauft habe. 

Wiener Zeitung © Wiener Zeitung
Darüber, dass der "Wiener Zeitung" die Einstellung droht, hatten wir bereits an dieser Stelle berichtet. Aus einer Mail von Geschäftsführer Martin Fleischhacker an die Mitarbeiter geht nun hervor, dass offenbar nicht einmal mehr der Chef selbst an eine Zukunft glaubt. In dem Schreiben ist die Rede von einer "heiklen Situation". Es sei davon auszugehen, dass die finanziellen Rahmenbedingungen die Fortführung der Zeitung in heutiger Form nicht mehr möglich machen, so Fleischhacker. Gegenüber der APA erklärte der Geschäftsführer, es gäbe gute Ideen für einen Erhalt der Zeitung, aber auch für andere Modelle. Chefredakteur Walter Hämmerle sagt gegenüber der Nachrichtenagentur: "Es ist sehr ernst. Wenn der E-Mail des Geschäftsführers Glauben zu schenken ist, dann ist die Tageszeitung vom Tisch." Derzeit sieht es danach aus, als könnte die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt bis mindestens Ende 2022 weitermachen. Bis dahin müsse das neue Geschäftsmodell stehen, heißt es vom Bundeskanzleramt gegenüber mehreren Medien. Die "Wiener Zeitung" befindet sich in Staatsbesitz. 

Hugo Portisch © ORF/Thomas Ramstorfer Hugo Portisch
Mit Hugo Portisch ist einer der bekanntesten österreichischen Journalisten in der vergangenen Woche im Alter von 94 Jahren verstorben. Portisch war unter anderem Chefredakteur des "Kurier", außerdem initiierte er in den 60er Jahren das Rundfunkvolksbegehren, dessen Ziel es war, den ORF unabhängig zu machen. Später arbeitete er auch für eben diesen ORF, unter anderem als Auslandskorrespondent. Darüber hinaus drehte er einige Dokumentationen, die ihm dem Titel "Geschichtslehrer der Nation" einbrachten. Portisch war so beliebt, dass sein Name 1991 ins Spiel gebracht wurde, als es um die Nachfolge des scheidenden Bundespräsidenten Kurt Waldheim ging. SPÖ und ÖVP waren bereit, ihn zu wählen, doch Portisch lehnte ab. 

Österreich in Zahlen

ORF 1 © ORF
Die Monatsmarktanteile des März sind da und die sind besonders spannend, wenn man sie mit dem Vorjahresmonat vergleicht. Damals war die TV-Nutzung wegen Corona erstmals deutlich anders als sonst. ORF 2 erzielte im März 2020 extrem starke 26,2 Prozent Marktanteil, ein Jahr später waren es ebenfalls noch sehr gute 22,2 Prozent. ORF 1 legte im gleichen Zeitraum von 7,1 auf 10,7 Prozent zu. ORF 1 profitierte unter anderem von der Übertragung vieler Sportveranstaltungen. Bei den 12- bis 49-Jährigen lag ORF 1 (11,6 Prozent) hauchdünn vor ORF 2 (11,5 Prozent). 

Servus TV © Servus TV
Stärkster österreichischer Privatsender ist ServusTV mit 3,5 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum, Puls 4 und ATV lagen mit 3,2 und 3,1 Prozent dahinter. In der werberelevanten Zielgruppe zeigt sich nach wie vor ein anderes Bild: Hier lag Puls 4 im März bei 4,9 Prozent und damit leicht vor ATV, das 4,6 Prozent erzielte. ServusTV holte in der Altersklasse der 12- bis 49-Jährigen 2,6 Prozent, was gegenüber dem Vorjahresmonat zwar einem Plus von 0,3 Prozentpunkten entspricht, damit liegt man aber noch immer recht deutlich hinter der Konkurrenz. 

oe24.tv © Mediengruppe Österreich
oe24.TV hat den März wie erwartet mit einem extrem starken Wert beendet. 1,6 Prozent Marktanteil standen für den Nachrichtensender in der Zielgruppe auf der Uhr, beim Gesamtpublikum waren es 1,2 Prozent. Vor einem Jahr kam oe24.TV auf 1,3 Prozent und damit überhaupt erstmals auf mehr als 1,0 Prozent in der Zielgruppe - diese Marke lässt man mittlerweile sehr regelmäßig hinter sich. Puls 24 erreichte im März 2021 in der Zielgruppe 1,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und damit den gleichen Wert wie vor einem Jahr. Insgesamt lag der Sender bei 0,7 Prozent. 

DSDS Finale © TV Now / Stefan Gregorowius
RTL hat in Österreich 194.000 Zuschauer mit dem Finale von "DSDS" am vergangenen Samstag erreicht. Damit war es für den Sender die meistgesehen Sendung in der gesamten Woche. Der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei 12,8 Prozent und damit deutlich über dem Senderschnitt. Der Wert zeigt aber auch, dass "DSDS" in Österreich nicht den gleichen Stellenwert hat wie in Deutschland. Im Fernduell deutlich erfolgreicher war zudem "Germany’s Next Topmodel". Die Ausgabe am Donnerstag erreichte bei ProSieben Austria 275.000 Zuschauer, der Marktanteil lag bei sehr starken 18,4 Prozent. 

Was noch zu sagen wäre…

"Ich glaube nicht, dass das unser Senderimage beschädigt. Abgesehen von Einzelfällen."
ServusTV-Chef Ferdinand Wegscheider über umstrittene Gäste in Talk-Formaten (Horizont.at)