Claire Danes in Homeland © Twentieth Century Fox Film Corporation
Primetime Emmys: Beste Hauptdarstellerin (Drama-Serie)

Claire Danes muss gegen viele Emmy-Neulinge ran

 

Gleich drei Nominierte in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin in einer Serie waren noch nie zuvor für einen Emmy nominiert. Sie bekommen es unter anderem mit der Vorjahressiegerin Claire Danes für ihre Rolle in "Homeland" zu tun.

von Uwe Mantel
11.09.2013 - 12:14 Uhr

Man sagt der Academy of Television Arts & Sciences gern nach, bei den Emmy-Nominierungen etwas schwerfällig zu sein. Häufig verändern sich die Nominierungslisten in den einzelnen Kategorien tatsächlich kaum. Im Bereich "Beste Hauptdarstellerin in einer Serie" ist das in diesem Jahr aber tatsächlich anders. Unter den ungewöhnlicherweise gleich sieben Nominierten - normalerweise finden sich hier nur sechs Namen auf der Liste - finden sich gleich drei völlige Emmy-Neulinge, aber nur eine einzige, die schon einmal eine der goldenen Damen mit nach Hause nehmen konnte: Claire Danes.

Danes tritt als Titelverteidigerin an: Nachdem sie 2010 schon einmal als Hauptdarstellerin im Film "Temple Grandin" ausgezeichnet worden war, erhielt sie im vergangenen Jahr den Emmy für die Rolle der Carrie Mathison in "Homeland", für die sie auch diesmal nominiert ist. Sie spielt eine CIA-Agentin, die davon überzeugt bis regelrecht besessen ist, dass der nach vielen Jahren Gefangenschaft im Irak befreite Nicholas Brody von den Terroristen umgedreht wurde - und das auch mit unorthodoxen Methoden und gegen die Anweisung ihrer Vorgesetzten beweisen will und darüber ihren Job und ihre Gesundheit riskiert.

Ein alter Hase was Emmy-Nominierungen angeht ist auch Elisabeth Moss: In diesem Jahr sind es bereits die Nummern 5 und 6. Gleich zwei Mal, weil Elisabeth Moss nicht nur zum vierten Mal für ihre Rolle der Peggy Olson in "Mad Men" nominiert ist, sondern auch in der Miniserie/Film-Kategorie für ihre Rolle in "Top of the Lake". Doch zurück zu "Mad Men": Ähnlich wie Jon Hamm war sie zwar bereits mehrfach nominiert, konnte den Emmy aber noch nie mit nach Hause nehmen. Ob das in einer Zeit gelingen kann, in der die Academy zuletzt ein wenig die Lust auf "Mad Men" verloren zu haben scheint? Im vergangenen Jahr ging der sonstige Dauersieger in der Kategorie "Beste Serie" gar völlig leer aus und war damit einer der großen Verlierer.

Schon im Vorjahr für die gleiche Rolle nominiert war auch Michelle Dockery, die in der sehr opulenten Historienserie Downton Abbey als Lady Mary Josephine Crawley zu sehen ist, älteste Tochter von Lord und Lady Grantham, Witwe von Matthew und Mutter von George. "Downton Abbey" hat eine gewisse Sonderrolle bei den Emmys: Die Serie ist eigentlich keine amerikanische, sondern eine britische Produktion. Dass das keine negativen Auswirkungen auf das Abstimmungsverhalten der Mitglieder haben muss, zeigte die Auszeichnung mit dem Emmy als beste Miniserie 2011. Gleichzeitig musste man nach dem Wechsel in die Dramaserien-Rubrik 2012 aber auch feststellen, dass hier etwas schärfere Konkurrenz herrscht.

Für Konkurrenz sorgt in diesem Jahr auch wieder Connie Britton. Sie war schon 2010 und 2011 als beste Hauptdarstellerin in einer Serie nominiert, damals allerdings noch für "Friday Night Lights". Im vergangenen Jahr dann in der Miniserien-Rubrik für "American Horror Story". Und in diesem Jahr nun für ihre Rolle in der Musical-Drama-Serie "Nashville". Sie spielt darin die Country-Sängerin Rayna James, deren Erfolg im Lauf ihrer Karriere Stück für Stück nachgelassen hat und deren Plattenlabel ihr nun aufzwingt, mit der jungen, aufstrebenden Country-Sängerin Juliette Barnes (Hayden Panettiere) auf Tour zu gehen - die allerdings beide wenig begeistert davon sind.

Und dann sind da noch die eingangs bereits angekündigten drei völligen Emmy-Neulinge, die 2013 erstmals ins Rennen um die begehrten Trophäen eingreifen. Zum Einen ist da Kerry Washington zu nennen, die in "Scandal" Olivia Pope, die Anwältin, politische Beraterin und Krisenmanagerin in Personalunion ist, spielt. Gemeinsam mit ihrem Team aus Spezialisten hilft sie Klienten aus den höchsten Kreisen der US-Hauptstadt dabei, Imageschäden abzuwenden und Skandale zu vermeiden. Bevor sie ihre eigene Firma eröffnete, war Olivia Wahlkampfmanagerin des amtierenden Präsidenten Fitzgerald Grant - eine Vergangenheit, die sie schon bald einholt. "Scandal" ist eine der großen Entdeckungen der letzten Saison. Nachdem die kurze erste Staffel noch eher mittelmäßig lief, entwickelte sich im Lauf der zweiten Staffel ein kleiner Hype um die Serie, sodass die Zuschauerzahl im Staffelfinale auf über 9 Millionen kletterte. Steigende Zuschauerzahlen innerhalb einer Staffel bei einer Network-Serie? Das hat man schon lange nicht mehr gesehen. Nicht auszuschließen, dass auch manch Academy-Mitglied darunter war.

Nominiert ist auch Vera Farmiga für ihre Rolle im im A&E-Thriller "Bates Motel", der die Vorgeschichte zum weltberühmten Hitchcock-Roman "Psycho" erzählt. Farmiga spielt darin Norma Bates, die Mutter von Norman Bates. Eine andere Serie, die gerade mitten im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit steht, ist fraglos derzeit "House of Cards". Neben der Serie selbst und Kevin Spacey als bester Hauptdarsteller ist auch Robin Wright erstmals als beste Hauptdarstellerin für einen Emmy nominiert. Sie spielt die - zumindest meistens - nicht minder kühl berechnende Frau des Polit-Strippenziehers Frank Underwood - die keine Probleme hat, wenn ihr Mann eine Affäre hat, wenn es ihren gemeinsamen Zielen nützt, die aber auch nicht davor zurückschreckt, ihren Mann zu hintergehen, wenn sie sich selbst dadurch einen Vorteil verschafft. Nicht wenige hätten als beste Hauptdarstellerin auch Kate Mara gesehen, die die Rolle der Journalistin Zoe Barnes spielt, die Underwood für sich instrumentalisiert - die Wahl fiel hier diesmal aber auf Wright, die es sicher nicht minder verdient hat.

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