Modern Family: Rekord oder Rückschritt?

von Thomas Lückerath
15.07.2014 - 12:24 Uhr

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© ABC

Vor allem im Jahr 2011 strahlte keine US-Serie heller bei der Emmy-Verleihung als "Modern Family". Die etwas andere Familien-Comedy erfüllte nicht nur beim Zuschauer und den Kritikern, sondern offenbar auch in der Branche die Sehnsucht nach einer neuen Generation von Familien-Comedy nachdem Workplace- und Buddy-Comedy zuletzt das Genre beherrschten. In den ersten beiden Jahren der Emmy-Teilnahme dominierte "Modern Family" auch deshalb die Emmy-Verleihungen weil der Charakter einer Ensemble-Serie zwangsläufig dazu führt, dass der Cast der ABC-Comedy fast im Alleingang die Nominierungen in mancher Kategorie füllen könnte. Auch im Jahr 2012 konnte die Serie aus 14 Nominierungen 5 Siege erzielen. Allerdings scheint der Schein des Sterns allmählich dunkler zu werden: letztes Jahr gab es nur noch 12 Nominierungen und zwei Emmys und dieses Jahr wurde der schlechteste Wert in der sendereigenen Geschichte aus dem letzten Jahr nochmals unterboten. An den Start geht die Comedy-Serie am 25. August mit "nur" noch 10 Nominierungen.

In der Kategorie "Outstanding Supporting Actor in a Comedy Series" sind dieses Jahr mit Jesse Tyler Ferguson und Ty Burrell zudem nur noch zwei Darsteller aus der Serie im Rennen. Im Vorjahr waren es mit zusätzlich Ed O'Neil noch drei und im Jahr 2012 mit Eric Stonestreet und den drei Genannten gar vier. Man könnte behaupten, dass genau das der Serie zum Verhängnis wurde: An dieser Dominanz der Serie störten sich im Laufe der Zeit einige im amerikanischen TV-Geschäft. Denn mit "Modern Family" war ein neuer Comedy-Boom ausgebrochen, der zahlreiche neue Serien hervorbrachte, die auch Beachtung verdienen. Und trotzdem könnte "Modern Family" in diesem Jahr mit der NBC-Sitcom "Frasier" gleich ziehen und mit fünf Siegen in Folge Geschichte im Bereich der Comedy-Serien schreiben.

"Modern Family" profitierte lange vom Image des sympathischen, da für die USA so erfrischend, Newcomers, wovon im Jahr 2014 nicht mehr allzu viel übrig ist. Das zeigten beispielsweise auch die Gehaltsverhandlungen vorletzten Sommer, die Schlagzeilen machten. Und die ersten Syndication-Deals mit denen die Serie ab 2013 in die so lukrative Zweitverwertung ging. "Modern Family" ist inzwischen ein moderner Klassiker - im guten wie im schlechten Sinne, sagen manche Kritiker. In Deutschland ist das freilich anders. Zwar ist sie dank RTL Nitro inzwischen im Wohnzimmer angekommen, läuft aber dort weitgehend noch immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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