Es war ein Abend der großen Ambitionen, kleinen Überraschungen und mancher Favoritensiege: In der Nacht zu Dienstag wurden im Ballsaal des New York Hilton die International Emmy Awards 2018 verliehen und die deutsche Delegation hatte Grund zum Jubeln: Anna Schudt setzte sich als Überraschungssiegerin in einem starken Nominierungsfeld u.a. gegen Emily Watson durch und nahm den Emmy als beste Schauspielerin des Jahres für ihre Rolle der Gaby Köster in "Ein Schnupfen hätte auch gereicht" entgegen. Der von Zeitsprung Pictures für RTL produzierte Film ist damit nach "Deutschland 83" vor zwei Jahren erneut ein International Emmy für eine Produktion des Kölner Privatsenders.

„Einfach irre, das Ganze“, sagte Anna Schudt kurz nach der Verleihung. „Bei der starken Konkurrenz hatte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet. Ich war schon stolz als Nominierte neben diesen tollen Schauspielerinnen zu stehen und jetzt darf ich diesen Preis tatsächlich mit nach Hause nehmen. Ich bin so dankbar und fühle mich sehr geehrt.“ Mit breitem Strahlen im Gesicht kehrte sie nach dem obligatorischen Besuch bei der Presse nebenan wieder an den Tisch im Ballsaal zurück. Sie wurde in New York begleitet von ihrem Ehemann Moritz Führmann, der in der Zwischenzeit Freunde und Familie in Deutschland über den Sieg seiner Frau informierte.

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Weniger Glück hatte "Toter Winkel": Gleich zu Beginn der Verleihung hatte der von Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion für den WDR produzierte in der Kategorie TV-Movie/Miniserie das Nachsehen. Der Emmy ging an den britischen Zweiteiler "Man in an Orange Shirt". Bester Schauspieler des Jahres wurde Lars Mikkelsen ("Kommissarin Lund", "House of Cards") für seine Rolle in der dänischen Produktion "Ride Upon the Storm". Ein Favoritensieg gab es in der Königskategorie der besten Serie des Jahres: Zum Abschluss der anderthalbstündigen Verleihung überreichte Tony Shalhoub ("Monk", "Marvelous Mrs. Maisel") die Emmy-Trophäen an die Macher der spanischen Kultserie "Das Haus des Geldes".

Am Ende gingen zwei Preise nach Großbritannien sowie jeweils ein Emmy nach Dänemark, Niederlande, Chile, Deutschland, Israel, Portugal, Belgien und Spanien. Damit waren die 46. International Emmy Awards so europäisch wie lange nicht. Die Verleihung selbst hatte einige Highlights dank sehr gelungener Moderation des US-Comedians Hari Kondabolu, insbesondere aber der inspirierenden Reden von Gala-Chairwoman Rola Bauer, die die International Emmys in ihrer Begrüßungsrede als ideale Plattform feierte, "um unsere Unterschiede zu feiern, die uns global wiederum verbinden." Und Bruce Paisner, Präsident der International Academy of Television Arts & Sciences, betonte mit Blick auf Donald Trump: "We don't put any country first."



Die beiden Ehrenpreise des Abends hatten dank außergewöhnlich eindringlicher und persönlicher Dankesreden einen wertvollen Anteil an der diesjährigen Verleihung. Sophie Turner Laing, CEO der Endemol Shine Group erhielt die Auszeichnung nach einer Laudatio von Fox-CEO Dana Walden und äußerte in ihrer Dankesrede die Hoffnung, dass die nächste Generation keinen Kampf für Equality führen muss, weil es endlich eine Selbstverständlichkeit sei. Der Founders Award ging in diesem Jahr an den Hollywood-Überproduzenten Greg Berlanti, der gerade mehr als ein dutzende Serien on air hat und sowohl für diesen nachhaltigen Erfolg wie auch sein Bemühen um Diversity in Rollenentwicklung und Casting ausgezeichnet wurde. Seine Dankesrede war so unterhaltsam wie sehr persönlich.

Alle weiteren Gewinner in den diversen Kategorien der International Emmy Awards finden Sie folgend in einer Übersicht.