Nachdem die EU im April die lange ersehnte Genehmigung im April gänzlich ohne Auflagen erteilt hatte, konnte die RTL Group heute den Vollzug der Übernahme von Sky Deutschland vermelden. Damit hat RTL nun die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig übernommen, einschließlich der Kundenbeziehungen in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol, auf einer bargeld- und schuldenfreien Basis.

Dafür hat RTL heute nur 68 Millionen Euro bar an Comcast gezahlt - und damit noch einmal deutlich weniger als die ursprünglich kommunizierten 150 Millionen Euro. RTL begründet das mit der Berücksichtigung von "marktüblichen Anpassungen des Nettoumlaufvermögens sowie schuldähnlicher Positionen, entsprechend der bargeld- und schuldenfreien Struktur der Transaktion". Dieser Betrag kann sich allerdings noch einmal durch weitere Anpassungen nach Vollzug der Transaktion ändern.

Ohnehin könnte sich der Kaufpreis ja durch die im Deal vereinbarte sogenannte "Earn-Out-Komponente" noch deutlich um bis zu 377 Millionen Euro erhöhen. Diese Zahlung ist an die Kursentwicklung der Aktie der RTL Group gekoppelt - komplett wäre der Betrag erst dann zu zahlen, wenn der Aktienkurs von RTL innerhalb der kommenden fünf Jahre einen Wert von 65,26 Euro erreicht oder übersteigt. Dieser Wert liegt 4,74 Euro unter dem zunächst kommunizierten 70 Euro, weil die Auszahlung der Dividende im Bezug auf den Verkauf von RTL Nederland herausgerechnet wurde.

Allerdings beginnt die Spanne, aber der ein Teil der Earn-Out-Komponente fällig wird, bereits bei einem deutlich geringeren Aktienkurs von 36,26 Euro. Welcher Betrag dann genau zu zahlen ist, hat RTL nicht kommuniziert. Aktuell liegt der Kurs der RTL-Aktie bei 31,55 Euro. Die RTL Group hat die Option, die potenzielle Earn-Out-Zahlung in RTL-Group-Aktien, in bar oder in einer Kombination aus bar und RTL-Group-Aktien zu leisten. Dafür hat die RTL Group vorsorglich inzwischen 3,75 Millionen eigene Aktien zurückgekauft und will noch weitere 0,5 Millionen erwerben.

Durch die Übernahme verschieben sich die Machtverhältnisse auf dem deutschen TV- und Streaming-Markt nun deutlich. Gemeinsam verzeichnen RTL, Sky und Wow 12,3 Millionen bezahlte Abos. Erklärtes Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren nach Abschluss jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro zu generieren. Die Rede ist von "Kostensynergien in allen Bereichen". Im August will man im Zuge der Vorlage der Halbjahresbilanz einen aktualisierten Ausblick fürs Geschäftsjahr 2026 vorlegen, der erstmals die vollständige Konsolidierung von Sky Deutschland für den Zeitraum Juni bis Dezember berücksichtigt.