© Paramount, WBD, Netflix; M: DWDL
USA: Noch ist es kein "Done Deal": Mehrere US-Bundesstaaten bereiten aktuell eine Kartellklage gegen die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount vor - und schon eine Verzögerung würde für Paramount teuer werden (mehr dazu hier). Paramount warf nun in einem Schreiben ans Justizministerium dem im Übernahmekampf unterlegenen Netflix vor, hinter den Kulissen mit einer Kampagne "verbrannte Erde" hinterlassen zu wollen und spricht von einer "panikartigen Reaktion" des Konkurrenten, die zeige, wie ernst man das fusionierte Paramount/Warner nehme. Andere Unternehmen müssten selbst künftig mehr produzieren, um da mithalten zu können, suggeriert der Chefjurist von Paramount, um damit zu belegen, warum der Deal für mehr Wettbewerb sorge. Netflix weist das als absurd zurück und sagte, dass man sich seit dem Rückzug vom Deal aufs eigene Geschäft konzentriere. Unterdessen droht noch von anderer Seite Ungemach: Die EU untersucht die Finanzierungsstruktur des Deals, für den Paramount-Boss Ellison 24 Milliarden aus dem Nahen Osten bekommt, auch in Großbritannien läuft aktuell noch die Untersuchung. Immerhin: Aus Australien gab's nun grünes Licht.
© BBC
Großbritannien: Die kommerziellen Sender in UK machen Front gegen die Einkaufspolitik der BBC: In Stellungnahmen zur laufenden Überprüfung der Royal Charter fordern Channel 4, ITV und Sky den öffentlich-rechtlichen Sender auf, sich stärker auf britische Eigenproduktionen zu konzentrieren und den Erwerb internationaler Produktionen zurückzufahren. Besonders Serien, für die es ohnehin eine hohe Marktnachfrage gebe, sollten laut den Sendern eher den kommerziellen Anbietern überlassen werden. ITV verweist auf Daten der Regulierungsbehörde Ofcom, wonach die BBC 2024/25 rund 87 Millionen Pfund für ausländische Inhalte ausgegeben habe. Produktionen wie "Snowfall", "Interview with the Vampire" oder die australische Comedy "Colin From Accounts", die im iPlayer der BBC erfolgreich laufen, würden dadurch dem freien Markt entzogen. Die BBC weist die Kritik zurück und betont, dass weniger als fünf Prozent des Programmbudgets in Zukäufe fließen. Diese seien eine kosteneffiziente Möglichkeit, Publikum auf den iPlayer zu holen und anschließend für britische Eigenproduktionen zu begeistern. Gleichzeitig sprechen sich alle drei Sender gegen eine werbefinanzierte BBC aus, da dies den ohnehin angespannten Werbemarkt zusätzlich belasten würde.
© DWDL
Frankreich: Für Disney+ in Frankreich ist es der nächste Schritt bei der Öffnung gegenüber klassischen TV-Anbietern: Der Streamingdienst hat eine Partnerschaft mit La Chaîne L’Équipe geschlossen und integriert Inhalte des frei empfangbaren Sportsenders in sein Angebot. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten damit Zugriff auf bekannte Formate wie "L’Équipe du Soir", "L’Équipe de Greg" und "L’Équipe de Choc" sowie auf Live-Sportrechte des Senders. Dazu zählen unter anderem die Rallye Dakar, die 24 Stunden von Le Mans, die Diamond League, Biathlon-Weltmeisterschaften und die spanische Supercopa. Die Vereinbarung reiht sich in eine Serie ähnlicher Kooperationen ein, die Streamingdienste in Europa zuletzt mit klassischen Broadcastern geschlossen haben. In Frankreich arbeitet etwa auch Prime Video mit France Télévisions zusammen, während Netflix seit diesem Jahr eine umfassende Partnerschaft mit TF1 unterhält. Für La Chaîne L’Équipe bedeutet der Deal vor allem zusätzliche Reichweite für seine Sportinhalte außerhalb der eigenen linearen Verbreitungswege.
© Directors Guild of America
USA: Kurz vor Ablauf des aktuellen Tarifvertrags haben die Directors Guild of America (DGA) und die Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) eine vorläufige Einigung für einen Vierjahresvertrag erzielt. Damit folgt die Regiegewerkschaft dem Kurs von Autoren- und Schauspiel-Gewerkschaft, die ebenfalls länger laufende Deals abgeschlossen hatten. Die vorläufige Einigung kam nach knapp einem Monat Verhandlungen zustande und muss nun zunächst vom Vorstand der DGA sowie anschließend von den rund 20.000 Mitgliedern ratifiziert werden. Inhaltliche Details wurden bislang nicht veröffentlicht. Anders als WGA und SAG-AFTRA, die zuletzt vor allem ihre unter Druck geratenen Gesundheits- und Pensionsfonds stärken wollten, soll die DGA den Fokus stärker auf Beschäftigungsperspektiven gelegt haben. Die Studios begrüßten die Einigung als wichtigen Schritt für Stabilität und Planungssicherheit in der Branche. Auffällig ist dabei, dass die traditionell als kompromissbereit geltende DGA diesmal länger verhandelte als die WGA. In jedem Fall gilt: Ein Streik droht in näherer Zukunft nicht, es gibt nun langfristige Einigungen mit den drei größten Gewerkschaften in Hollywood.
© LRT
Litauen: Trotz jüngster Änderungen an umstrittenen Gesetzesvorhaben sehen zahlreiche europäische Medienorganisationen weiterhin Risiken für die Unabhängigkeit des litauischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks LRT. In einem offenen Brief begrüßten die Verbände zwar einzelne Nachbesserungen, darunter strengere Anforderungen an die Unabhängigkeit von Ratsmitgliedern und Änderungen bei der Abberufung des Generaldirektors. Kritisch bewertet wird hingegen, dass die Mehrheit im Aufsichtsgremium weiterhin politisch besetzt wird. Auch die geplante Anwendung neuer Abberufungsregeln auf den amtierenden Generaldirektor sorgt für Bedenken hinsichtlich Rechtssicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Darüber hinaus warnen die Organisationen vor einer Gefährdung der finanziellen Unabhängigkeit durch eingefrorene Mittel. Mit Blick auf einen bis September geplanten Public-Service-Vertrag für LRT fordern sie ein transparentes Verfahren ohne politischen Einfluss auf Auftrag, Finanzierung oder redaktionelle Entscheidungen des Senders.
© Netflix
USA: Im Oktober 2024 ging bei Netflix die siebte Staffel von "The Circle" zu Ende, danach wurde es still um das Reality-Format. Interesse an einer Fortsetzung hatte Netflix offenbar nicht - doch nun gibt's ein überraschendes Comeback beim Konkurrenten Hulu von Disney. Dort wird es einige Änderungen geben: Erstmals sollen in den USA neben normalen Kandidatinnen und Kandidaten auch Prominente antreten. Zudem wird das Publikum aktiv ins Spielgeschehen eingebunden und per Voting Einfluss auf den Verlauf nehmen können. Hulu beschreibt die neue Version als "Fast-Turnaround"-Social-Experiment, das in Echtzeit produziert wird. Das Grundprinzip bleibt unverändert: Die Teilnehmenden leben isoliert in einzelnen Apartments und kommunizieren ausschließlich über eine App, wobei sie selbst entscheiden können, ob sie als sie selbst oder unter einer falschen Identität auftreten. Produziert wird die Neuauflage von Studio Lambert, Motion Entertainment und Peyton Mannings Omaha Productions. Susan House, bereits Executive Producerin der Netflix-Version, übernimmt die Rolle der Showrunnerin.
Serien-Update
© Disney+
Eine der traditionsreichsten und bekanntesten britischen Serien-Marken steht vor einem weiteren Neustart: Showrunner Russel T Davies und die Produktionsfirma Bad Wolf, die die Science-Fiction-Serie "Doctor Who" seit dem letzten Reboot 2021 betreut hatten, sind nicht länger mit an Bord. Das für dieses Jahr eigentlich geplante Weihnachts-Special wurde in diesem Zuge gestrichen. Die BBC hat angekündigt, den Auftrag für eine neue Staffel "Doctor Who" in den nächsten Monaten öffentlich ausschreiben zu wollen. "Doctor Who" lief erstmals 1963, es folgten 26 Staffeln bis 1989. Nach einer 16 Jahre währenden Pause gab es 2005 ein viel beachtetes Reboot, wie schon früher üblich mit diversen wechselnden Hauptdarstellern und mit Jodie Whittaker auch dem ersten weiblichen "Doctor". Zuletzt waren das Franchise allerdings in Schwierigkeiten: Die Quoten waren gesunken, im vergangenen Jahr stieg Disney+ nach zwei Jahren als Koproduzent wieder aus. Das nun gestrichene Weihnachtsspecial sollte eigentlich einige nicht richtig zu Ende geführte Handlungsstränge aufgreifen - dazu wird es nun aber nicht kommen. Man wolle sich lieber auf die langfristige Zukunft von "Doctor Who" konzentrieren, so die BBC.
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Disney+ hat erstmals Eigenproduktionen in Kanada in Auftrag gegeben. Neben der True-Crime-Dokuserie "I'm Not Coming Back" über die Geschichte zweier bewaffneter Flüchtiger, die im Sommer 2019 eine Mordserie verübten und die größte Fahndungsaktionen in der Geschichte Kanadas auslösten, handelt es sich um die achtteilige Comedyserie "Knighted". Die Serie wird von Heavy Lifting Productions in Zusammenarbeit mit 3 Arts Entertainment produziert und handelt von einem Vermisstenfall, der sich zu einer absurden, dokumentarisch anmutenden Erkundung der finsteren Geheimnisse entwickelt, die hinter der bezaubernden Pracht eines lokalen mittelalterlichen Dinner-Theaters lauern. Disney+ ist schon seit 2019 in Kanada verfügbar, hatte es angesichts der zahlreichen US-Produktionen aber offenbar lange nicht für nötig gehalten, auch kanadische Originals in Auftrag zu geben. Das hat sich nun geändert. "Dies unterstreicht unser starkes Engagement für lokale Inhalte und unsere Bereitschaft, in Geschichten zu investieren, die sowohl hier in Kanada als auch weltweit beim Publikum Anklang finden", sagt Paige Murray nun, Director of Development für Disney+ in Kanada.
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Die BBC und BritBox arbeiten an einer neuen Agatha-Christie-Adaption: In der sechsteiligen Serie "Hercule" übernimmt Edward Bluemel ("My Lady Jane") die Rolle des berühmten Detektivs Hercule Poirot. Erzählt werden dessen erste Fälle im London der Zwischenkriegszeit, lange bevor er zum legendären Ermittler wurde. Die Serie greift Elemente aus drei bekannten Christie-Geschichten auf und beleuchtet zugleich Poirots frühe Beziehungen zu Arthur Hastings und Scotland-Yard-Inspektor James Japp. Produziert wird "Hercule" von Mammoth Screen (ITV Studios), die Dreharbeiten starten im Sommer in Liverpool. Die Premiere ist für BBC One und iPlayer im Vereinigten Königreich sowie BritBox in Nordamerika geplant.
Serien-Ticker +++ Kurz vorm Finale der ersten Staffel von "Widow's Bay" mit Matthew Rhys hat Apple TV eine zweite Staffel in Auftrag gegeben und obendrein noch einen Overall-Deal mit Serienschöpferin Katie Dippold abgeschlossen +++ Netflix und die BBC schließen die Serie "A Good Girls Guide to Murder", die hierzulande beim ZDF zu sehen ist, mit einer verkürzten dritten Staffel, die nur vier Folgen umfassen wird ab +++ Paramount+ plant eine Serien-Adaption des Sylvester-Stallone-Films "Cop Land" aus dem Jahr 1997 +++ Amazon hat eine Serien-Adaption des Buchs "Things we never got over" - dem ersten drei Bücher der Knockemout-Serie - bestellt +++ Netflix möchte einem "Deadline"-Bericht zufolge den Film "Hit Man", der in Deutschland den nicht wesentlich deutscheren Titel "A Killer Romance" hatte, als Serie adaptieren +++ Amazon MGM Studios arbeitet an einem Sequel für die Miniserie "The Girlfriend", die dann "The Boyfriend" heißen soll +++