Wird Paramount Skydance tatsächlich irgendwann in diesem Jahr Warner Bros. Discovery (WBD) übernehmen? Die Verantwortlichen um David Ellison argumentierten in der Bieterschlacht mit Netflix immer wieder damit, dass sie schneller als der Konkurrent die nötigen Genehmigungen erhalten würden. Das muss sich aber erst noch zeigen - und bald könnte man auch in eine juristische Auseinandersetzung hineingezogen werden. 

Wie die Nachrichtenagentur Reuters nämlich berichtet, bereiten mehrere US-Bundesstaaten - darunter Kalifornien und New York - eine Kartellklage gegen die Übernahme vor, die sie damit verhindern wollen. Zur tatsächlichen Einreichung der Klage soll es nach Reuters-Infos "in den kommenden Wochen" kommen. Reuters beruft sich in einem entsprechenden Bericht auf "mit der Angelegenheit vertraute Quellen". 

Selbst wenn die US-Bundesstaaten, die gegen die geplante Übernahme vorgehen, scheitern sollten, können sie den Deal um Monate verzögern. Das könnte Paramount im schlimmsten Fall viel Geld kosten, der Konzern hatte den Aktionärinnen und Aktionären von WBD nämlich eine Entschädigung zugesagt, sollte die Übernahme nicht bis Oktober vollzogen sein. Die Dimensionen sind gewaltig: Paramount Skydance müsste in einem solchen Fall 6,9 Millionen Dollar zahlen - pro Tag, an dem der Deal nicht abgeschlossen ist. 

Auf Bundesebene ist derweil mit wenig Gegenwind zu rechnen. Das liegt auch daran, weil vor allem der Vater von David Ellison, Oracle-Mitgründer Larry Ellison, eine enge Beziehung zu US-Präsident Donald Trump pflegt. Wie Reuters berichtet, dürfte das US-Justizministerium bald eine Entscheidung fällen. Ein Sprecher von Paramount erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, der Deal werde für mehr Wettbewerb sorgen. Sich dagegen zu stellen, "bedeutet, etablierten Marktteilnehmern wie Netflix einen Vorteil zu verschaffen, den sie nicht verdienen". Der Sprecher weiter: "Wir werden uns weiterhin gegen jeden Versuch wehren, einen Deal zu torpedieren, der ganz klar den Verbrauchern, den Kreativen und der Branche insgesamt zugutekommt."

Die Kreativen der Branche sind aber ebenfalls nicht sonderlich zufrieden mit dem Plan zur Übernahme von WBD. Schon im April hatten sich zahlreiche prominente Namen von vor und hinter der Kamera gegen den Deal positioniert und einen Offenen Brief formuliert (DWDL.de berichtete). Die Hoffnung der Kreativen ruhte damals wie heute auf dem kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta und seinen Kollegen in anderen Bundesstaaten. Und es ist nun genau dieser Bonta, der durch die offenbar anstehende Klage für Unsicherheiten bei Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery sorgen wird. 

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