International Update vom 31. Juli
Netflix zahlt 500 Mio für "Walking Dead", NBC schließt YouTube-Deal
© AMC
Netflix sichert sich das ganze "Walking Dead"-Universum für 500 Millionen Dollar, Peacock wird künftig im Bundle mit YouTube Premium angeboten, Disney steigt bei A+E aus, Canal+ investiert fast 1 Milliarden ins Kino und "Clueless" kommt zurück
© NBC Universal
USA: Bundling bleibt das Schlagwort der Stunde. NBC Universal hat auf dem Streamingmarkt vergleichsweise spät angegriffen, mit seinem Streamingdienst Peacock aber in den USA immerhin inzwischen auch 48 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten eingesammelt. Um den Abstand zu den Marktführern zu verringern, hat man nun eine strategische Partnerschaft mit YouTube angekündigt. Als Teil dessen wird Peacock Premium ab Anfang 2027 als Bundle mit YouTube Premium angeboten. Die Rede ist davon, dass die Peacock-Inhalte dann sofort für Millionen bestehender YouTube-Premium-Abonnenten verfügbar sein werden - offenbar muss es also nicht extra zugebucht werden. Die Inhalte sollen dann auch direkt über YouTube verfügbar sein, was auch die lange Zeit bis zum Start erklärt. Der Preis des werbefreien YouTube Premium liegt momentan bei 15,99 Dollar im Monat, für Peacock Premium (mit Werbung) werden 10,99 Dollar fällig. Wie viele ein YouTube Premium-Abo abgeschlossen haben, gibt Google nicht separat bekannt, es dürfte aber zu einem erheblichen Abo-Wachstum von Peacock führen. Die Partnerschaft hat auch eine internationale Komponente und erstreckt sich auch auf Universal+ und Hayu in "ausgewählten Märkten", zugleich vertieft man die Kooperation im Adtech-Bereich, NBC Sports produziert für YouTube Live-Sport-Events. Man werde "neu definieren, wie ein modernes Unterhaltungsabo für Verbraucherinnen und Verbraucher aussehen kann", sagt YouTube-CEO Neal Mohan. "Mit dieser Vereinbarung beschleunigt Peacock seine nächste Wachstumsphase, indem der Dienst Millionen von YouTube-Premium-Abonnenten zugänglich gemacht wird, was den langfristigen Wert unseres Unternehmens steigert", schwärmt Matt Strauss, Chairman der Media Group bei NBCUniversal.
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USA/International: Satte 500 Millionen Dollar lässt Netflix es sich kosten, ab 2027 für fünf Jahre alle Serien aus dem "Walking Dead"-Franchise weltweit auswerten zu dürfen - wobei der Start je nach Land etwas später erfolgen kann, je nachdem wie lange die Verträge mit bisherigen Rechteinhabern noch laufen. AMC erhält zugleich die co-exklusiven Rechte in allen Territorien, in denen der Dienst verfügbar ist. "The Walking Dead" ist zwar eine AMC-Serie, seit 2011 ist die Streaming-Heimat aber unter anderem in den USA Netflix - die inzwischen sechs Spin-Offs "Fear the Walking Dead", "The Walking Dead: Daryl Dixon", "The Walking Dead: Dead City", "The Walking Dead: The Ones Who Live", "The Walking Dead: World Beyond" und "Tales of The Walking Dead" waren dort bislang allerdings nicht zu sehen. Umgekehrt konnte AMC auf seinem eigenen Streaming-Angebot AMC+ bislang die Original-Serie nicht zeigen - auch das ändert sich somit Anfang 2027. "Netflix war ein wichtiger Partner, 'The Walking Dead' zu einem der erfolgreichsten Franchises der Unterhaltungsgeschichte zu machen", sagt AMC-CEO Kristin Dolan. Da es nun eine globale Anlaufstelle gebe, werde das "Walking-Dead"-Universum für die Fangemeinde zugänglicher denn je.
© A+E Global Media
USA: Im vergangenen Jahr loteten Disney und Hearst noch aus, ob sie für das gemeinsame Joint Venture A+E Global Media einen Käufer im Zuge der derzeit stattfindenden Konsolidierung im Kabelsendermarkt einen Käufer finden. Zumindest Disney hat nun offenbar einen Käufer gefunden - und zwar den bisherigen Partner Hearst, der A+E laut Medienberichten komplett übernehmen wird. Der Kaufpreis soll bei über einer Milliarde Dollar liegen. A+E Global Media betreibt Sender wie A&E, Lifetime, History und FYI. Auch wenn man sich den Namen "Global Media" gegeben hat, steht das Unternehmen aber nicht mehr global hinter den Sendern - in Deutschland werden die Sender History Channel und Crime + Investigation seit 2019 von Hearst alleine betrieben. Der Ausstieg von Disney war damals eine Auflage im Zuge der Fox-Übernahme durch Disney.
© Netflix
Großbritannien: Netflix ist bei den britischen Zuschauerinnen und Zuschauern nun der Dienst, der von den meisten als erstes angesteuert wird - so zeigt es zumindest der neueste Media Nations-Report der Ofcom. Demnach schalten 26 Prozent zuerst Netflix ein, wenn sie überlegen, was sie heute ansehen sollen. Die BBC folgt mit 25 Prozent dahinter, ITV kommt auf 15 Prozent, YouTube auf 10 Prozent. Die BBC und ITV können dabei vor allem auf die Über-75-Jährigen vertrauen, während die 25- bis 34-Jährigen vor allem Netflix als erste Wahl angeben, YouTube hat seine höchsten Werte in der Altersgruppe 16-24. Betrachtet man die gesamte Nutzungsdauer, dann bleibt die BBC aber mit 18 Prozent vor ITV, Netflix landet hier mit neun Prozent erst auf dem dritten Platz. Die beiden meistgesehenen Programme 2025 kamen mit "K-Pop Demon Hunters" und "Adolescence" beide von Netflix, dahinter folgt die BBC mit "Celebrity Traitors".
© Canal+
Frankreich: Stattliche 980 Millionen Euro wird Canal+ über einen 5-Jahreszeitraum ab 2028 ins französische Kino investieren. Einen entsprechenden Deal mit der französischen Film-Industrie hat Canal+ nun abgeschlossen. Es handle sich um die größte und am längsten laufende derartige Vereinbarung zwischen einem Sender und der französischen Filmindustrie, heißt es von Canal+. Damit sichert sich Canal+ zugleich seine herausgehobene Position bei der TV-Verwertung von Kinofilmen. Canal+ darf diese bereits sechs Monate nach Kinostart zeigen und liegt damit deutlich vor anderen Anbietern. In Frankreich hat es lange Zeit, dass die Auswertungsfenster an solche Verträge gebunden sind. Disney+ muss neun Monate nach dem Kinostart abwarten, Netflix 15 Monate, Prime Video sogar 17 Monate. Canal+ ist schon seit Jahrzehnten der größte Förderer des französischen Kinos. Unterdessen hat Canal+ für das erste Halbjahr ein Umsatzwachstum um 40 Prozent auf 4,29 Milliarden Dollar verkündet - was allerdings fast vollständig auf die Übernahme der afrikanischen Multichoice Group zurückzuführen ist. Rechnet man die heraus, bleibt nur ein kleines Plus von 1,4 Prozent. Der operative Gewinn (Adjusted EBIT) schoss um 68 Prozent auf 433 Millionen Euro nach oben, ohne MultiChoice wäre es immerhin ein Plus von 13 Prozent gewesen.
© Warner Bros. Discovery
USA: HBO Max ist der nächste Streamer, der mit Vertical Video experimentiert - allerdings nur zu Teaser-Zwecken. Bei Warner Bros. Discovery arbeitet man an der Herausforderung, seine Nutzerinnen und Nutzer auf passende Programme aufmerksam zu machen. Dafür testet man ein neues Feature mit dem Namen "HBO Max Shorts". Wer auf dem Handy "Shorts"-Button anklickt, bekommt Trailer, Ausschnitte und Bonus-Material von HBO-Inhalten in Vertikaler form ausgeliefert. Es handelt sich also nicht um genuin für Vertical Videos produzierte Inhalte, stattdessen nutzt man ein KI-Tool, um passende Szenen zu finden und entsprechend anzupassen. Auf Wunsch kann dann direkt die Serie (in der klassischen horizontalen Version) gestartet oder zur Merkliste hinzugefügt werden. Daneben testet man mit "Ask HBO Max" noch ein weiteres KI-Tool, bei dem man in "natürlicher Sprache" beschreiben kann, worauf man gerade Lust hat und sich entsprechende Vorschläge machen lassen kann.
© BBC
Großbritannien: Die BBC muss sparen - und zwar kräftig. Um 500 Millionen Pfund sollen die Ausgaben in den kommenden Jahren sinken, 100 Millionen davon sollen aus dem Inhalte-Bereich kommen. Im Zuge dessen trifft es nun auch einige langjährige Institutionen im Programm: Man habe die schwierige Entscheidung getroffen, "Blankety Blank", "Celebrity Mastermind" und "Live at the Apollo" nicht fortzuführen, teilte die BBC mit. Die Gameshow "Blankety Blank" lief erstmals 1979 und wurde nach mehreren Pausen und einem zwischenzeitlichen Wechsel zu ITV Ende 2020 mit Bradley Walsh als Moderator neu aufgelegt. "Celebrity Mastermind" ist die Promi-Version der Quizshow "Mastermind" und war seit 2002 bei der BBC im Programm, "Live at the Apollo" ist seit 22 Jahren eine Institution im Stand-Up-Comedybereich, in der die Karrieren zahlreicher Comedians ihren Anfang genommen hat. Die BBC leidet unter sinkenden Einnahmen, weil eine wachsende Zahl der Briten keine Lizenzgebühr zahlt. Sie fällt beispielsweise nicht an, wenn man kein klassisches Fernsehen nutzt. Derzeit wird überlegt, ob man das ändern könnte.
Serien-Update
© Paramount Pictures
“Nimm niemals das erste Angebot an”, sagte Alicia Silverstone in ihrer Rolle als Cher Horowitz mit Bezug auf Empfehlung ihres Dads im Film “Clueless - Was sonst!” Mitte der 1990er Jahren. So gesehen könnte man diesen Hinweis übertragen, denn nachdem Peacock zunächst eine Serie über Dionne (Stacey Dash) erzählen wollte und danach ein Sequel zum Film plante, geht es für ein Nachfolgeprojekt nach Jahrzehnten nun nicht beim erst geplanten Dienst Peacock weiter, sondern bei Paramount+. Dort gab es nun grünes Licht für eine Mini-Serie von Josh Schwartz und Stephanie Savage und zwar mit Alicia Silverstone in der Hauptrolle als It-Girl aus Beverly Hills, die jedoch der Highschool längst entwachsen ist. So aber nicht die Tochter der erfolgreichen Businessfrau, die ihre Mutter zur “clueless”, also ahnungslosen, Erziehungsberechtigten einer Highschool-Tochter macht. Und dabei lief mit der Erziehung doch bis dahin alles ganz zufriedenstellend. Jane Wiseman, Head of Originals bei Paramount+, spricht zudem von einer Heimkehr des Sequels, denn “Clueless” ist eine Paramount IP. “Vor 31 Jahren stürmte Alicia Silverstones Cher Horowitz mit ihrem schicken Stil und unerschütterlichen Optimismus die Kinokassen - und die Begeisterung für den Film hält bis heute an”. Die Dreharbeiten beginnen nächstes Jahr in Los Angeles.
© DWDL
Nach dem großen Erfolg von “Battle of Fates” in Korea legt Disney+ nach und hat nun ein Spinoff bestellt. In der im Februar veröffentlichten Reality-Wettbewerbsshow treten Wahrsagerinnen, Schamane, Tarot-, Hand- oder Gesichtsleser gegeneinander an und wollen Siegerin oder Sieger in spirituellen Praktiken werden. Ziel ist es, die Vergangenheit oder das drohende Schicksal realer Menschen zu erkennen oder zu prognostizieren. Der Erfolg soll nun im Ableger “House of Fates” fortgeführt werden, verantwortet wird es daher auch vom Team der ursprünglichen Produktion mit einer Handvoll aus der Show bekannten Deuterinnen und Deuter und auch der Ort bleibt Korea. Das Format schickt die übernatürlich Begabten im Land herum, zu Zeremonien und regionalen Bräuchen. Auch wird es wieder um das Annähern persönlicher Schicksale und Verluste im Leben gehen, die schamanische Rituale zu Tage fördern sollen.
© Disney+
Die Comic Con in San Diego hielt für “Futurama”-Fans eine Überraschung bereit. Noch vor dem Start der 14. Staffel der Science-Fiction-Animation von Matt Groening und David X. Cohen am 03. August wurde die News bekannt gegeben, dass es drei Sonderfolgen in Überlänge geben soll. Die “XXXL-sized” Folgen von Hulu sind aktuell in Produktion und sollen dann 2027 zu sehen sein. Eine der drei Episoden soll sich um Weihnachten drehen. Und auch das Universum von “Rick and Morty” wächst weiter. Auf der Messe in Kalifornien wurde zudem die News verbreitet, dass das Spinoff “President Curtis” von “Rick & Morty” eine zweite Staffel erhält. Die Serie mit Keith David in der Stimmen-Hauptrolle startete wenige Tage nach der Ankündigung.
© Playground Productions
Im Zuge der Veröffentlichung einer neuen Version des Videospiels “Backyard Baseball” am 09. Juli für jüngere Spielerinnen und Spieler via Steam, geht es neben den Konsolen Mitte August mit dem 30-jährigen Universum nun auch als animierte Serie weiter. Playground Productions schafft eine Adaption der Geschichten rund um die Sport begeisterten Kids und nennt dies dann “Backyard Sports: The Animated Series”. Tiffany Haddish leiht dabei Kiesha Phillips ihre Stimme, Donald Faison findet sich in Dante Robinson wieder und Arturo Castro spielt Starspieler Pablo Sanchez. Bestehen soll die Erweiterung zum “Backyardiverse” aus 20 Folgen zu je elf Minuten.
Serien-Ticker +++ Im Herbst 2024 wurde die erste Staffel von Tracy Morgans “Crutch” für einen Start im darauf folgenden Jahr live vor Publikum aufgenommen. Was eh schon klar war, wurde nun fix: es wird keine Fortsetzung nach den acht Folgen bei Paramount+ geben +++ Auch für eine Marvel-Serie gehen die Lichter aus. Disney+ verabschiedet sich nach einer Staffel von “Wonder Man”, auch wenn zunächst eine zweite Staffel angekündigt wurde +++ Weiter geht es jedoch mit “Interview With the Vampire” bei AMC. Wie auf der Comic Con noch vor dem Staffelfinale von Runde 3 bekannt gegeben wurde, basiert die vierte Staffel auf Anne Rice’ Roman “Queen of the Damned” und wird auch diesen Zusatz tragen. MagentaTV hat für Deutschland schon die zeitgleiche Premiere mit der US-Ausstrahlung angekündigt +++ Mehr Idols will man bei ABC finden: “American Idol” bekommt eine 25. Staffel +++ Netflix verleiht “The Airport Chaplain” Flügel und nimmt die australische Serie ins Portfolio für eine weltweite Integration auf (abzüglich Australien). Die Serie zeigt Hugo Weaving (“Slow Horses”) als unkonventionellen Flughafen-Seelsorger +++
Netflix zahlt 500 Mio für "Walking Dead", NBC schließt YouTube-Deal
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