Jochen Starke © RTL II
DWDL.de-Interview mit Jochen Starke

"RTL II ist es wieder gelungen, das Fernsehen zu verändern"

 

"Berlin - Tag & Nacht" ist für den Fernsehpreis nominiert. Im DWDL.de-Interview erklärt RTL II-Geschäftsführer Jochen Starke, warum er das Format für preiswürdig hält. Außerdem spricht er über Pläne für die Daytime, Erfahrungen mit Shows und die Reimanns...

von Thomas Lückerath
19.09.2013 - 10:08 Uhr

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Herr Starke, erstmal herzlichen Glückwunsch. ist die Nominierung von "Berlin - Tag & Nacht" für den Deutschen Fernsehpreis auch ein Stück Genugtuung für Sie?

Genugtuung ist das falsche Wort. Die Nominierung ist eher Bestätigung unserer Arbeit. Dass es RTL II dabei wieder einmal gelungen ist, das Fernsehen zu verändern und Trends zu setzen, ist ein Gefühl der großen Freude. Außerdem freut es mich einfach riesig für das gesamte Team: Die Nominierung zeigt, dass unsere Leistung von objektiven Experten auch anerkannt wird – das ist großartig. Die Zuschauer haben das ja schon lange anerkannt, indem Sie die Soap jeden Abend einschalten. Insofern freut es mich auch noch für die Millionen Fans von "Berlin - Tag & Nacht".

Was halten Sie an der Sendung für preiswürdig?

Das innovative Erzählkonzept, die Programmidee, unsere unglaublich tollen Darsteller, die das Herz der Zuschauer im Sturm erobert haben, das innovative Kommunikationskonzept, unsere Social-Media-Rekorde.... Ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll. Wichtig bleibt doch nur eins: Die Zuschauer lieben "Berlin - Tag & Nacht" – das zeigen bis zu 1,5 Millionen Zuschauer täglich und beinahe 3 Millionen Facebook-Fans. All das ist für sich preiswürdig. Und wir freuen uns übrigens auch über die Nominierung für "Hubert und Staller".

Wieso?

Wir haben vor zwei Jahren eine Krimiserie mit Helmfried von Lüttichau und Christian Tramitz angekündigt: "Hansi und Hubsi" - entwickelt und pilotiert von RTL II, und dann weitergereicht an die ARD. Dort heißt sie jetzt "Hubert und Staller" und ist auch für einen Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Netter Aspekt. Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man an Vox vorbeizieht und im August nach vielen Jahren wieder mal die Nr.1 in der zweiten Sendergeneration war...

Ganz ehrlich: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Was mich wirklich freut, ist einfach, dass wir den Vorabend nach langer Zeit nachhaltig mit wirklich schönen Programmen bestückt haben und jetzt darauf aufbauen können. Wir bekommen gerade im Tagesprogramm und am Vorabend einen immer besseren Audience Flow hin. Natürlich sind Rekordwerte wie im August schön, insbesondere da die Wettbewerber viel frische Ware am Start hatten. Ich freue mich für das Team, dass wir nach schwierigen Jahren derzeit einen so guten Lauf haben. Aber wir sollten die Euphorie in Grenzen halten.

Das klingt jetzt aber ein bisschen nach Tiefstapelei. Man könnte ja bei Ihnen gerade sagen: Der Vorabend macht einen Sender...

...richtig erfolgreich. Das stimmt. Schauen Sie sich beispielsweise RTL an: "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", "RTL aktuell" und "Explosiv" - dem langjährig konstanten Erfolg dieser Formate verdankt RTL viel. Aber auch "Galileo" bei ProSieben oder "Das perfekte Dinner" bei den Kollegen von Vox haben gezeigt: Mit einem funktionierenden Audience Flow aus dem Vorabend in die Primetime lebt es sich wesentlich leichter. Der Vorabend ist vielleicht die wirkliche Primetime, wo viele Schlachten geschlagen werden.

Und weil der Vorabend so gut läuft, haben Sie neulich mal getestet, ob man nicht auch auf die "RTL II News" verzichten kann und haben sie einfach ausfallen lassen?

Wir machen uns immer Gedanken über unsere programmplanerischen Optionen. Wenn sich dann mal die Möglichkeit ergibt, den Audience Flow zu testen, dann machen wir das.

Sie könnten ja auch eine andere Sendezeit für die "RTL II News" finden...

Das ist nicht im Fokus. Mir geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Das war nicht die einzige Stelle, an der wir mal etwas getestet haben. Wir hatten auch eine Sommerpause von "Welt der Wunder" und haben am Sonntagvorabend den einen oder anderen Test gefahren. Das ist völlig normal.

Probieren muss man in der Tat. Da schien es bei RTL II Anfang des Jahres ruhiger geworden zu sein. Da kam nicht mehr viel Neues nach eine Zeit lang....

In der Vergangenheit hatten wir einen sehr hohen Bedarf. Mittlerweile gibt es bei RTL II viele Programmstrecken, die sehr gut laufen. Folglich wird weniger getestet. Manche Programmentwicklung dauert länger und man muss sie jetzt mit den gut laufenden Programmen abstimmen. Aber seien Sie sicher: Wir werden uns bestimmt nicht auf den Erfolgen ausruhen, dazu ist das Medium zu schnell unterwegs. Wir bleiben weiterhin innovativ.

Es wäre ja nicht ungewöhnlich, die News auf einen weniger prominenten Sendeplatz zu verschieben. Stoppt den Audience Flow, kostet Geld und letztlich sind Sie in erster LInie ein Wirtschaftsunternehmen...

Ich würde den Test mit den "News" jetzt nicht überbewerten. Dass man mit Nachrichten kein Geld verdient, ist klar und nicht neu. Selbstverständlich sehen wir TV-Nachrichten nicht nur als Kostenfaktor. Sie sind unverzichtbar für ein Vollprogramm und bei eindeutiger Positionierung ein imageprägendes Alleinstellungsmerkmal. Unsere Aufgabe muss es daher sein, das junge Publikum von "Berlin - Tag & Nacht" nachhaltig für unsere News zu begeistern. Ein Sendeplatzwechsel ist nicht immer die Lösung. Wir müssen einfach kontinuierlich optimieren - die News wie auch "Berlin - Tag & Nacht" oder "Köln 50667". Der Flow muss stimmig sein.

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