Raimund Köhler © Motorvision TV
Motorvision TV-Geschäftsführer Raimund Köhler im Interview

"Die Struktur des GfK-Panels bereitet Kopfschmerzen"

 

Auch fünf Jahre nach dem Start ist es für Motorvision TV noch eine Herausforderung, gefunden zu werden. Im DWDL.de-Interview spricht Senderchef Raimund Köhler über das Programm in der Nische und äußert deutliche Kritik an der Quotenmessung.

von Alexander Krei
09.07.2014 - 17:04 Uhr

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Herr Köhler, Sie haben Motorvision TV vor fünf Jahren gemeinsam mit Jochen Kröhne gelauncht. Haben Sie inzwischen eigentlich noch Kontakt?

So häufig wie früher sehen wir uns natürlich nicht mehr. Aber auf den gängigen Medienveranstaltungen wie der Fernsehmesse in Cannes begegnen wir uns natürlich immer wieder.

Vor drei Jahren sagte Herr Kröhne im DWDL.de-Interview, Motorvision TV strebe nach dem Tageslicht. Haben Sie es als sein Nachfolger inzwischen gefunden?

Die Sonne scheint. (lacht) Tatsächlich wächst Motorvision TV allmählich aus den Kinderschuhen heraus. In den kommenden Jahren werden wir uns weiter in Richtung Erwachsenwerden bewegen.

Wie genau hat sich der Sender insbesondere in den vergangenen beiden Jahren, in denen Sie Geschäftsführer sind, entwickelt?

Wir haben programmlich einiges umgestellt. Vor zwei Jahren war es unser Ziel, die Programmstruktur für den Zuschauer verständlicher zu gestalten, indem wir beispielsweise Thementage eingeführt haben. Das hat es ermöglicht, die jeweiligen Special-Interest-Programme besser zu finden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Mit der Spezialisierung auf auto- und motoraffine Inhalte haben wir schließlich eine große Themenbandbreite, die sich von Motorrädern über Luxusautos und Oldtimer bis hin zu Tuning und Motorsport erstreckt. Inzwischen kann jeder Zuschauer seine eigene Nische bei uns finden.

Die große Herausforderung lag also darin, auffindbar zu werden?

Das ist auch immer noch eine große Herausforderung für uns. Gerade mit der großen Vielfalt muss dem Zuschauer zunächst einmal vermittelt werden, welche Inhalte der Sender ihm überhaupt bietet. Darüber hinaus haben wir uns vor knapp drei Jahren dazu entschieden, auch in Live-Übertragungen einzusteigen. Wir sind ein kleiner Sender mit 35 Mitarbeitern, der keiner großen Mediengruppe angehört. Da ist es nicht ganz einfach, Live-Übertragungen ins Programm einzubinden.

Welche Rolle spielen diese Live-Übertragungen mit Blick auf die Wiedererkennbarkeit?

Die Live-Übertragungen sind inzwischen sehr wichtig für uns. Gerade mit dem NASCAR-Sprint Cup, den wir live und exklusiv ausstrahlen, haben wir eine feste Identifikation geschaffen. Das merken wir an den Reaktionen der Fans, etwa auf gemeinsamen Public-Viewing-Veranstaltungen. Dazu kommt über die sozialen Netzwerke eine intensive Interaktion der User mit unseren Kommentatoren.

"In unserer Außendarstellung besteht sicherlich noch Nachholbedarf."
Raimund Köhler

Dennoch ist mein Eindruck, dass es in letzter Zeit um Motorvision TV etwas ruhiger geworden ist. Dabei wäre es doch wichtig, Aufmerksamkeit auf die NASCAR oder andere Inhalte zu lenken.

Sie haben recht. Mit Blick auf unsere Außendarstellung besteht sicherlich noch Nachholbedarf, insbesondere was die Programmschwerpunkte angeht. Die müssen wir den Zuschauern noch besser zugänglich machen. Daran arbeiten wir und haben beispielsweise mit autoaffinen Zeitschriftenverlagen Kooperationen geschlossen. Außerdem müssen wir unsere eigenen Medien noch stärker nutzen. Mit dem YouTube-Kanal von Motorvision haben wir einen der reichweitenstärksten Channels im automotive Bereich. Das müssen wir stärker für uns nutzen.

Nun zeigt Motorvision TV eine Mischung aus Magazinen, Dokusoaps und Motorsport. Wo liegt denn der Schwerpunkt?

Unser Slogan lautet "Alles, was uns bewegt". Daher versuchen wir, dem Zuschauer tatsächlich die ganze Bandbreite an Inhalten rund ums Auto und der Mobilität anzubieten. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Motorsport, was 20 bis 30 Prozent der Sendeinhalte ausmacht. Wir legen außerdem einen sehr großen Wert auf Testberichte und Vorstellungen, wollen aber genauso unterhalten, beispielsweise mit dem "Top Gear"-Magazin, das wir in deutscher Erstausstrahlung im englischen Original mit Untertiteln zeigen. Inzwischen haben wir 170 Folgen ausgestrahlt und werden am 21. Juli die neueste Staffel ins Programm nehmen. Eine tragende Programmsäule sind natürlich auch unsere umfangreichen Eigenproduktionen

Was ist darüber hinaus zu erwarten?

Ab Herbst werden wir die besten "Top Gear"-Momente ausstrahlen und die NASCAR geht ab September mit dem „Chase“ in die heiße Phase. Schon jetzt haben wir außerdem damit begonnen, neue Schwerpunkte an unseren Themenabenden einzuführen. Am 26. Juli wird es in diesem Zusammenhang einen "Roadtrip USA"-Abend geben, in dem wir die Zuschauer fünf Stunden lang mit TV-Premieren auf eine Reise durch die USA zu außergewöhnlichen Sammlern und Schraubern mitnehmen werden. Im August ist außerdem eine lange V8-Nacht in Planung, in der wir 50 Jahre Ford Mustang feiern werden. Der US-amerikanische Schauspieler und Entertainer Ron Williams wird durch beide Themenabende führen. Den Start des NASCAR Chase begleitet ein großer NASCAR Themenabend mit packenden Dokus rund um die Geschichte der beliebtesten Motorsportserie der USA.

Sind neue Sport-Liverechte ein Thema?

Das ist gerade für einen kleinen Sender wie unseren ein großes Investment. Aber natürlich versuchen wir, uns interessante Rechte zu sichern. Erst vor wenigen Wochen haben wir erstmals überhaupt im deutschen TV die Isle of Man Tourist Trophy 2014 gezeigt, also das älteste und gefährlichste Motorradrennen der Welt.

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