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Joko Winterscheidt © Anatol Kotte
Der ProSieben-Moderator im DWDL.de-Gespräch

Joko Winterscheidt: "Ich bin ja nicht Kai Pflaume!"

 

Joko Winterscheidt erklärt im DWDL.de-Interview, warum er sich trotz lukrativerer Angebote für ProSieben entschieden hat, wieso er so gerne in Start-Ups investiert und dass er mit bald 40 Jahren langsam seine "physischen Grenzen" spürt.

von Jan Freitag
03.08.2018 - 08:37 Uhr

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Joko Winterscheidt, wenn man ProSieben mit Ihnen vergleicht – kann es sein, dass der Unterhaltungssender und sein Starmoderator zusehends miteinander verschmelzen?

(lacht sein dreckiges Joko-Lachen) Davon fühle ich mich schon deshalb geschmeichelt, weil ich aus vollster Überzeugung bei ProSieben arbeite. Obwohl ich Freiberufler bin und dazu mein eigener Produzent, erwische ich mich immer wieder dabei, „wir“ zu sagen, wenn ich den Sender meine. Da existiert schon eine gemeinsame Identität.

Die ja auch gut bezahlt wird.

Ob Sie es glauben oder nicht: Es gab durchaus lukrativere Angebote, wo man aber weit weniger verstanden hatte, was Klaas und mir bei solch einem Engagements wichtig ist. Das klingt romantischer als es ist, aber ich könnte trotz aller Meinungsverschiedenheiten, die wir auch mal haben, nirgendwo glücklicher sein als hier, selbst wenn woanders besser bezahlt würde.

Bei „Wetten, dass…?“ zum Beispiel?

Moment! Das würde ja voraussetzen, es wäre uns je angeboten worden (wieder dieses raumgreifende Lachmeckern). Wobei die Frage nie gewesen wäre, ob wir was aus der Sendung machen, sondern was genau. Ich lasse sie aber jetzt mal so im Raum stehen und füge hinzu: mittlerweile ist es auch finanziell lohnend, für ProSieben zu arbeiten, die sich als einzige echt ernsthaft mit uns zusammengesetzt haben, um einen Masterplan zu erarbeiten, der unseren Vorstellungen ebenso gerecht wird wie den Herausforderungen der Digitalisierung.

Noch ein Punkt großer Gemeinsamkeit von Sender und Moderator: Sie diversifizieren beide zügig ihr Portfolio von der reinen Bildschirmtätigkeit hin zu einer extrem breiten Produktpalette.

Das ist Zufall, aber korrekt.

Während ProSiebenSat1 Media vom Fernsehanbieter zum Onlinekaufhaus wird, handeln Sie mit Socken, Wein, PR, Mobilfunk und betreiben ein eigenes Print-Magazin. Steckt dahinter auch ein Masterplan oder zumindest ein größeres Konzept?

Der große Unterschied zwischen mir und ProSieben besteht zunächst darin, dass dort absolute Experten am Werk sind, die alles durchkalkulieren, während ich oft dem Gefühl folge, diese oder jene Chance nicht verpassen zu wollen.

War das auch bei Joko Winterscheidts Druckerzeugnis bei Gruner + Jahr der Fall?

Nein, denn ich liebe Magazine. Bei mir zuhause stapeln sie sich in jeder Ecke, da konnte ich unmöglich widerstehen, ein eigenes zu machen. Während das allerdings mit Vollprofis entsteht, mache ich meinen eigenen Gin oder die Socken, um mit guten Leuten gute Sachen zu machen, an die wir gemeinsam glauben. Ich wäre nämlich nicht da, wo ich heute bin, wenn nicht dauernd Menschen an mich geglaubt hätten. Das gebe ich mit solchen Projekten ein bisschen zurück.

Klingt selbstlos.

Ist es am Ende aber gar nicht. Ich denke da nicht wie St. Martin, sondern auch an meinen Ruhestand. Als Selbstständiger zahle ich in keine Rentenkasse ein; da sorgen meine Investments hoffentlich auch für eine Altersvorsorge unabhängig vom Fernsehen. Aber als Bauchmensch geht es mir stets ums Miteinander, bei dem ich – zugegeben auch mithilfe der Aufmerksamkeit für meine Person – Dinge machen kann, die allen Spaß machen und auf lange Sicht doch profitabel sind.

Sie neigen also nicht zum Risiko-Investment?

Nein, aber zur leichten Entflammbarkeit. Wenn jemand mit einer guten Idee kommt, habe ich zunächst mal wenig Fragen und bin mit Leidenschaft dabei. Weil ich an sowas schon Freundschaften zugrunde gehen sah, neige ich aber immer zu klaren Absprachen auch übers Scheitern.

Sie wären also der Typ für einen Ehevertrag?

Das habe ich nicht gesagt. Eine Ehe ist ja kein Investment. Im Geschäft habe ich lieber eine Vertragsklausel mehr als einen Freund weniger. Zumal auch meine Mittel nicht unerschöpflich sind.

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